
Die CAR-T-Zelltherapie gegen bestimmte Formen von Blut- und Lymphdrüsenkrebs ist eine der TOP-Innovationen in der Tumortherapie. Neue Studien haben potentielle Einflussfaktoren auf den Therapieerfolg untersucht.
Ausgewogene Ernährung und Bewegung sind wichtig
Ob und wie gut CAR T-Zellen gegen den Tumor kämpfen, hängt von vielen Faktoren ab: zum Beispiel von bestimmten Mutationen in den Tumorzellen oder biologischen Eigenschaften der CAR T-Zellen. „Aber offenbar auch von gewissen körperlichen Gegebenheiten der Patient*innen“, erklärt Dr. Kai Rejeski, Erstautor der Studie.
Für ihre Studie werteten die Forscher*innen die Daten von über 100 Lymphom-Patient*innen aus, die am LMU Klinikum und am Moffitt Cancer Center in Tampa (Florida) mit einer CAR-T-Zelltherapie behandelt wurden.
- Patient*innen mit kompakt-robuster Körperstatur (nicht zu wenig Muskulatur und hohem Körperfettanteil um den Bauch), niedrigen Entzündungswerten (CRP) und einem guten Ernährungszustand hatten die besten Chancen auf einen erfolgreichen Ausgang der CAR-T-Zell-Therapie.
- Patient*innen mit viel Muskelmasse und wenig Körperfett um den Bauch lagen im Mittelfeld, was den Erfolg der Behandlung betraf.
- Sehr schlanke Patient*innen mit wenig Bauchfett und Muskelschwund schnitten am schlechtesten ab.
Die Ergebnisse der Studie betonen, dass Bewegung und Ernährung mit den entsprechenden körperlichen Reserven auch für moderne Therapien wie die CAR-T Zelltherapie wichtig sind. Insbesondere Patient*innen unter laufender Chemotherapie sollten darauf achten, dass sie Therapiepausen für moderate Bewegungen nutzen und kein Gewicht verlieren - mit guter und ausgewogener Kost.
Ausgeglichenes Darmmikrobiom begünstigt Therapie
Eine weitere Studie analysierte, wie das Mikrobiom im Darm von Patient*innen die Symptomatik und das Überleben beeinflusst. Die Forscher*innen werteten Daten von über 170 Lymphom-Patient*innen aus, die in Deutschland und den USA mit einer CAR-T-Zelltherapie behandelt wurden.
Patient*innen mit vorheriger Breitband-Antibiotika-Behandlung sprachen deutlich schlechter auf die CAR-T-Zelltherapie an und überlebten nicht so lange wie Studienteilnehmer*innen ohne Antibiotika-Therapie.
Analysierte man mit Hilfe moderner Methoden der KI nur die Patient*innen ohne vorherige Antibiotika-Behandlung, zeigte sich, wie wichtig ein ausgewogenes Mikrobiom für den Erfolg der CAR-T-Zelltherapie ist. Konkret sind Bakterien der Gattungen Bacteroides, Ruminococcus, Eubacterium und Akkermansia im Darmmikrobiom bei Lymphompatienten mit einem Ansprechen auf eine CAR-T-Zelltherapie assoziiert.
Quelle: Klinikum der Universität München


