COVID-19Grundimmunisierung mindert Schweregrad von Durchbruchsinfektionen

Studienergebnisse zeigen: Eine Grundimmunisierung kann die COVID-19-Symptome bei Durchbruchsinfektion erheblich mindern und eine schnellere Neutralisierung fördern.

Illustrierter Mensch wehrt Viren mit ausgestreckter Hand von sich
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Eine vollständige Erstimpfung führte zu einer schnelleren und länger anhaltenden Neutralisierung gegenüber infektiösen Varianten im Vergleich zu Ungeimpften.

Die Ergebnisse einer prospektiven Kohortenstudie am Uniklinikum Würzburg zeigen Fortschritte im Verständnis der Wirkung einer Grundimmunisierung gegen COVID-19. Die Studie am Universitätsklinikum Würzburg untersuchte die klinischen und immunologischen Auswirkungen einer vollständigen primären COVID-19-Impfung bei nicht hospitalisierten Personen mit sogenannten SARS-CoV-2-Durchbruchsinfektionen.

Grundimmunisierung mindert Symptome und fördert schnellere Neutralisierung

Im Fokus der Studie standen die Hauptsymptome von COVID-19: Fieber, Husten, Geschmacksstörungen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Die Ergebnisse zeigen:

  • Die vollständige Erstimpfung reduzierte das Auftreten dieser Symptome bei nicht hospitalisierten Erwachsenen mit Durchbruchsinfektionen erheblich.
  • Zudem führte die Impfung zu einer schnelleren und länger anhaltenden Neutralisierung gegenüber den infektiösen Varianten im Vergleich zu Ungeimpften.

Wirksamkeit gegenüber verschiedenen SARS-CoV-2-Varianten

Die Studie umfasste 300 Personen mit durch PCR bestätigten SARS-CoV-2-Infektionen, von denen 212 zuvor mit zwei Dosen des Wuhan-Typ SARS-CoV-2 mRNA-Impfstoffs grundimmunisiert waren. Die Grundimmunisierung zeigte eine signifikante Wirksamkeit gegen die 5 Hauptsymptome, wobei das relative Risiko für Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Husten und Geschmacksstörungen deutlich reduziert wurde.

Immunologische Vorteile der Grundimmunisierung

Die Untersuchung der Immunogenität offenbarte:

  • Geimpfte Personen wiesen im Vergleich zu Ungeimpften bereits in der ersten Woche nach einer Durchbruchsinfektion höhere Werte an neutralisierenden Antikörpern auf.
  • Die Bindungsfähigkeit der Antikörper an das Virus war ebenfalls stärker ausgeprägt.

Dies deute darauf hin, dass die Grundimmunisierung nicht nur die Schwere der Erkrankung mindert, sondern auch eine robustere antikörpervermittelte Immunantwort hervorruft.

Aktuelle Entwicklungen und Ausblick

Die Studie bezieht sich auf die Alpha- und Delta-SARS-CoV-2-Varianten, während die Auswirkungen der neuesten Omicron-Variante weiterhin untersucht werden. Eine aktuelle Analyse dieser Durchbruchsinfektionen sowie eine bevorstehende Veröffentlichung über die zelluläre Immunantwort und die Rolle saisonaler humaner Non-SARS-Coronavirus-Erkrankungen befinden sich derzeit in der Begutachtung.

Bedeutung des Corona-Vakzin-Konsortiums CoVaKo

Das Corona-Vakzin-Konsortium CoVaKo, finanziert vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, trägt wesentlich dazu bei, die Wirksamkeit und Sicherheit von COVID-19-Impfstoffen zu erforschen. Unter Koordination von Dr. Philipp Steininger wurden Erkenntnisse an 6 bayerischen Universitätskliniken gewonnen. Diese unterstützen nicht nur die Grundimmunisierung, sondern bieten auch einen vielversprechenden Ausblick auf die Bewältigung neuer SARS-CoV-2-Varianten.

Quelle: Uniklinikum Würzburg