XylitSüßstoff Xylit erhöht Risiko für Herzerkrankungen

Hohe Xylit-Konzentrationen im Blut können zu schwerwiegenden kardialen Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall führen, zeigt eine Studie.

Birkenzweige, Xylit in einem Erlenmeyerkolben, Kaugummis auf einem Holzlöffel
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Der auch als Birkenzucker bezeichnete Süßstoff Xylit wird in Lebensmitteln, Getränken, aber auch in Zahnpasten oder Kaugummis verwendet.

Höhere Werte des Süßstoffs Xylit im Blut sind mit einem deutlich erhöhten Risiko für schwere Herzerkrankungen und Schlaganfälle verbunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie.

Studie: Erhöhtes Risiko für kardiale Ereignisse bei erhöhten Xylit-Werten

In der Studie wurde untersucht, ob der Konsum von Xylit das Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht.

Dazu wurden zunächst Blutproben von rund 3300 Herz-Kreislauf-Patient*innen analysiert. Die Patient*innen wurden über einen Zeitraum von 3 Jahren beobachtet. In diesem Zeitraum kam es bei Patient*innen mit hohen Xylit-Konzentrationen im Blut signifikant häufiger zu Schlaganfällen sowie zu kardialen Ereignissen wie Herzinfarkt oder zum Tod.

Dieser Zusammenhang konnte in der Folge weiter erhärtet werden: In Laborversuchen wie auch bei Tests mit gesunden Studienteilnehmer*innen zeigte sich, dass Xylit die Reaktivität von Blutplättchen erhöht. Das fördert die Bildung von Blutgerinnseln und kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern.

Konkret wurde festgestellt:

Das Risiko für schwerwiegende kardiale Ereignisse war bei erhöhten Xylit-Werten im Blut um 57 Prozent erhöht.

Bereits 2023 hatte eine Untersuchung gezeigt, dass der Süßstoff Erythrit ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden ist.

Die aktuelle Studie zeigt nun, dass auch Xylit mit einem erhöhten Risiko der Bildung von Blutgerinnseln verbunden ist. Die Ergebnisse verdeutlichen die möglichen Risiken der Gruppe der Zuckeralkohole, zu denen u.a. Xylit und Erythrit gehören.

Angesichts der weit verbreiteten Verwendung von Xylit in Lebensmitteln und Zahnpflegeprodukten halten es die Autor*innen für wichtig, die potenziellen Gesundheitsrisiken weiter zu untersuchen.

Hintergrund: Xylit

Der auch als Birkenzucker bezeichnete Xylit ist ein Zuckeralkohol, der als kalorienarmer Süßstoff in Lebensmitteln und Getränken verwendet wird. In der Lebensmittelindustrie wird Xylit geschätzt, weil es die Textur, Feuchtigkeit und Haltbarkeit von Produkten verbessert, ohne einen Nachgeschmack wie andere Süßstoffe zu hinterlassen. Es wird als „natürlicher Süßstoff“ beworben, da es in geringen Mengen auch in Obst oder Gemüse vorkommt und vom Körper produziert werden kann.

Künstliche Süßstoffe wie Xylit werden von Gesundheitsbehörden der USA und der Europäischen Union als "Generally Recognized as Safe" (GRAS) eingestuft. Ihr Einsatz wurde von mehreren Leitlinienorganisationen für Personen empfohlen, die an Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden.

Außerdem soll Xylit Untersuchungen zufolge eine karieshemmende Wirkung haben. Daher wird der Süßstoff nicht nur als Ersatz für Zucker, sondern auch als zusätzliches Mittel gegen Karies vermarktet, etwa als Zusatz von Zahncremes, Lutschtabletten oder Kaugummis.

Quelle: Deutsches Herzzentrum der Charité