SchlafapnoeTherapie von Schlafapnoe nach Herzinfarkt schützt Herzmuskel

Die Behandlung einer Schlafapnoe nach einem Herzinfarkt kann Herzmuskelgewebe schützen und das Fortschreiten einer Herzschwäche verhindern.

Ein Mann, der schläft
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Etwa 50 Prozent der Patient*innen mit akutem Herzinfarkt leiden unter einer Schlafapnoe.

Die Behandlung einer Schlafapnoe bei Patient*innen mit akutem Herzinfarkt kann das Herzmuskelgewebe schützen und die Ausbreitung des Infarktareals begrenzen. Das haben Forschende des Universitären Herzzentrums Regensburg herausgefunden. Die Ergebnisse der Studie wurden im European Respiratory Journal veröffentlicht.

Häufigkeit von Schlafapnoe bei Herzinfarktpatient*innen

„Etwa 50 Prozent der Patienten mit akutem Herzinfarkt leiden zusätzlich unter einer Schlafapnoe, wobei einem Großteil dieser Patienten das zum Zeitpunkt des Herzinfarktes nicht bekannt ist“, erklärt Prof. Michael Arzt, Leiter der Studie und des Schlaflabors am Universitätsklinikum Regensburg.

  • Die Atemaussetzer während des Schlafs belasten das Herz durch wiederkehrende Anstiege von Blutdruck und Herzfrequenz, was den Sauerstoffverbrauch des Herzens erhöht.
  • Gleichzeitig führt der Sauerstoffmangel im Blut zu einer weiteren Belastung, insbesondere in der empfindlichen Frühphase nach einem Herzinfarkt.

Studie zur Behandlung von Schlafapnoe nach Herzinfarkt

In der randomisierten TEAM-ASV-I-Studie untersuchten Ärzt*innen die Wirkung der nicht-invasiven Beatmungstherapie (adaptive Servoventilation, ASV) zur Behandlung der Schlafapnoe bei Herzinfarktpatient*innen. Neben der Standardtherapie für Herzinfarkte wurde der Einfluss dieser Therapie auf die Größe des Infarktareals in den ersten 12 Wochen nach dem Herzinfarkt untersucht. Mittels Magnetresonanztomografie (MRT) wurde die Infarktgröße zunächst innerhalb von 5 Tagen und erneut nach etwa 12 Wochen erfasst.

Nicht-invasive Beatmungstherapie zeigt Vorteile

Die Ergebnisse der Studie zeigen:

  • In der Gruppe der Patient*innen, deren Schlafapnoe behandelt wurde, konnte signifikant mehr Herzmuskelgewebe gerettet werden.
  • Der relative Rückgang der Infarktgröße war nach 12 Wochen mehr als doppelt so hoch wie in der Gruppe mit unbehandelter Schlafapnoe (44 % versus 21 %).

Dies deutet darauf hin, dass eine frühe Behandlung der Schlafapnoe das Fortschreiten der Herzschwäche verhindern oder zumindest verlangsamen kann, so die Forschenden.

Fazit: Potenzial der Schlafapnoe-Behandlung nach Herzinfarkt

Bislang ist die Behandlung von Schlafapnoe in der Frühphase nach einem Herzinfarkt nicht Teil der klinischen Routine. Michael Arzt sieht darin jedoch großes Potenzial:

„Bisher wird die Behandlung der Schlafapnoe in der Frühphase nach Herzinfarkt nicht empfohlen und spielt in der klinischen Routine keine Rolle. Mit unserer Studie konnten wir starke Hinweise liefern, dass eine Behandlung der Schlafapnoe bereits während der Behandlung des Herzinfarktes einen positiven Effekt für die Patienten hat.“

In zukünftigen, umfangreicheren Studien soll nun untersucht werden, ob diese Therapieform auch die Lebensqualität der Patient*innen verbessert und Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzschwäche verringern kann.

Quelle: Universitätsklinikum Regensburg