COVID-19Tiermodell zeigt: COVID-19-Impfstoffe ohne krankheitsverstärkende Effekte

COVID-19-Impfstoffe schützten im Hamstermodell vor schwerer Erkrankung. Bei keinem der untersuchten Impfstoffe fand sich eine Impfstoff-assoziierte Verstärkung der Krankheit. 

Hände mit Handschuhen eines Arztes geben einem Mann eine Spritze in den Oberarm
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die ersten 4 zugelassenen COVID-19-Impfstoffe schützten in einem Hamstermodell vor schwerer Erkrankung durch den ursprünglichen Wuhan-1-Stamm von SARS-CoV-2.
  • Bei keinem der untersuchten Impfstoffe fanden sich Hinweise auf die Entstehung einer Impfstoff-assoziierten Verstärkung der Krankheit (Vaccine-associated enhanced respiratory disease, VAERD).
  • Die beiden mRNA-Impfstoffe erforderten im Tiermodell eine zweite Dosis, um neutralisierende Antikörper zu induzieren. Adenovirus-basierte Vektorimpfstoffe erzeugten bereits nach der ersten Dosis eine schützende Immunantwort.

Ein Forschungsteam hat in einem präklinischen Hamstermodell für COVID-19 Wirksamkeit und Sicherheit der ersten 4 zugelassenen COVID-19-Impfstoffe (Comirnaty, Spikevax, Jcovden und Vaxzevria) untersucht.

Besonderes Augenmerk galt der Frage, ob Hinweise auf eine mögliche Impfstoff-assoziierte Verstärkung der Krankheit (Vaccine-associated enhanced respiratory disease, VAERD) vorliegen.

Ergebnis: Alle Impfstoffe schützten vor schweren Verläufen nach Infektion mit dem ursprünglichen SARS-CoV-2-Stamm (Wuhan-1) ohne Anzeichen für VAERD.

Ziel der Studie war es unter anderem, die Möglichkeit einer Impfstoff-assoziierten Verstärkung der Krankheit (VAERD) zu prüfen. Dieser Aspekt wurde insbesondere zu Beginn der COVID-19-Impfkampagnen intensiv diskutiert.

Immunologisch kann eine Impfstoff-assoziierte verstärkte Infektionskrankheit (Vaccine-associated enhanced Disease, VAED), zu der auch VAERD zählt, durch 2 Mechanismen ausgelöst werden:

  • infektionsverstärkende Antikörper (Antibody-dependent enhancement, ADE) oder
  • eine Impfstoff-assoziierte Hypersensitivität (Vaccine-associated hypersensitivity, VAH).

Beide Prozesse sind mit einer Verschiebung des Gleichgewichts (Dysbalance) zwischen Typ-1- und Typ-2-T-Helferzellantworten verbunden, die die Ausschüttung immunologischer Botenstoffe beeinflussen kann.

Keine Hinweise auf VAERD bei untersuchten Impfstoffen

Die untersuchten Impfstoffe – Comirnaty und Spikevax (mRNA-Impfstoffe) sowie Jcovden und Vaxzevria (Adenovirus-basierte Vektorimpfstoffe) – schützten alle Versuchstiere vor schweren Krankheitsverläufen. Keines der Tiere zeigte klinische oder histologische Anzeichen für VAERD.

Darüber hinaus zeigte die Studie wie bereits aus der klinischen Anwendung bekannt, dass mRNA-Impfstoffe eine zweite Dosis zur Induktion neutralisierender Antikörper benötigten. Vektorimpfstoffe erzeugten bereits nach einer einmaligen Gabe eine schützende Immunantwort.

Diese Ergebnisse sind ein bedeutender Beitrag zur Bewertung der klinischen Sicherheit und Wirksamkeit der frühen COVID-19-Impfstoffe. Zugleich liefern sie wichtige Impulse für die Weiterentwicklung künftiger Impfstoffe – sowohl gegen SARS-CoV-2 als auch gegen andere virale Erreger.

Bei der Studie kooperierten Wissenschaftler*innen des Paul-Ehrlich-Instituts mit Fachkolleg*innen der Phillipps-Universität Marburg.

Quelle: Paul-Ehrlich-Institut