OrganspendeWie hoch ist die Bereitschaft zur Organspende?

Anhand von Willensbekundungen verstorbener Patient*innen konnte eine Studie zeigen, dass 38 Prozent der Patient*innen einer Organspende zugestimmt haben.

Flyer mit Organspendeausweis auf dem ein Kugelschreiber liegt.
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Die höchste Zustimmungsrate gab es bei schriftlichen Willensbekundungen.

Mithilfe einer multizentrischen Studie haben die Transplantationsbeauftragten der sieben NRW-Universitätskliniken untersucht, welchen Einfluss ein zu Lebzeiten getroffener Entschluss auf die Entscheidung für eine Organspende hat.

Deutsche Organspender*innen-Zahlen bilden Schlusslicht 

Bereits seit Jahren stehen in Deutschland deutlich mehr Patient*innen auf Wartelisten für eine Transplantation als Spendenorgane vorhanden sind – im internationalen Vergleich sind die deutschen Organspender-Zahlen gering. Eine Einwilligung zur Organspende durch den Verstorbenen kann in Form von zu Lebzeiten abgefassten Dokumenten wie einem Organspendeausweis oder einem Vermerk in der Patientenverfügung vorliegen. Ist der Wille eines/-r Patient/-in unbekannt, müssen Angehörigen die Entscheidung treffen.

„Im Rahmen der Studie haben wir 289 Todesfälle mit Hirnschädigung untersucht, die von Anfang Juni 2020 bis Ende Juni 2021 in den NRW-Universitätskliniken identifiziert wurden. Im Fokus standen dabei die Zustimmungsrate zur Organspende und der Einfluss, den die Entscheidungsgrundlage darauf hatte“, erklärt Dr. med. Melanie Schäfer, Transplantationsbeauftragte der Uniklinik RWTH Aachen.

Dazu wurden bei Angehörigen, Betreuer*innen und Hausärzt*innen Willensbekundungen der potenziellen Organspender erfragt. In 110 Fällen gab es eine Zustimmung zur Organspende; 30 von ihnen hatten ihren Entschluss in schriftlicher Form festgehalten.

Hohe Zustimmungsrate bei schriftlichen Willensbekundungen

Die Studie ergab, dass 70 Prozent der untersuchten Patient*innen, die über eine schriftliche Willensbekundung verfügten, einer Organspende zustimmten. Bei Berücksichtigung sowohl schriftlicher als auch mündlicher Willensbekundungen sank die Zustimmungsrate auf 49 Prozent. Insgesamt ermittelte die Studie eine Zustimmungsrate zur Organspende von 38 Prozent. Nur 14 Prozent der potenziellen Spender*innen besaßen einen Organspendeausweis.

Entscheidung bestenfalls schriftlich festhalten

„Die Studienergebnisse zeigen, wie wichtig nicht nur die Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende, sondern auch die schriftliche Dokumentation des Willens ist. Unabhängig davon, ob man dafür oder dagegen stimmt – die Hauptsache ist, sich mit dem Thema Organ- und Gewebespende intensiv auseinanderzusetzen und überhaupt eine Entscheidung zu treffen. Wer diese nicht zu Lebzeiten trifft, riskiert, dass die Angehörigen die Wahl treffen müssen […]“, sagt Dr. Schäfer.

Quelle: Uniklinik RWTH Aachen