DepressionHilft eine Faszien-Therapie bei Depression?

Unelastische Fazien treten bei depressiven Menschen häufiger auf. Eine Studie will nun untersuchen, wie sich eine 8-wöchige Faszienbehandlung auf die psychische Symptomatik auswirkt.

Schatten eines sitzenden Menschen mit Kopf auf den Knien vor einer Mauer
Jonathan Stutz/stock.adobe.com
Bei depressiven Menschen ist das muskuläre Bindegewebe steifer und weniger elastisch ist als bei nicht-depressiven, hat eine Studie gezeigt.

In der Forschung ist unstrittig, dass eine enge Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche besteht. Auch bei der Entstehung einer Depression scheinen diese Wechselwirkung eine Rolle zu spielen.

So zeigte eine Studie von Prof. Johannes Michalak und seinem Team von der Uni Witten/Herdecke (UW/H) [1]:

  • Bei depressiven Menschen ist das muskuläre Bindegewebe (Faszien) steifer und weniger elastisch als bei nicht depressiven.
  • Eine kurze Faszien-Behandlung wirkt sich bei depressiven Menschen günstig auf Stimmung und Gedächtnisprozesse aus.

Studie: Hilft eine Faszien-Behandlung bei Depression?

Um das Potenzial einer Faszien-Therapie zu untersuchen, sucht die Universität Witten/Herdecke Studienteilnehmende.

„Steifheit und geringe Elastizität des muskulären Bindegewebes führen möglicherweise dazu, dass depressive Menschen sich nicht so gut aus ihrem negativen Zustand lösen können", sagt Prof. Johannes Michalak.

Die Forschenden wollen herausfinden, ob sich das muskuläre Bindegewebe durch eine 8-wöchige Faszien-Therapie lockern kann und ob sich diese Intervention langfristig günstig auf die psychische Symptomatik bei depressiven Personen auswirkt.

Für die Studie werden noch Teilnehmer*innen gesucht. Die ersten Ergebnisse sollen im Frühsommer 2024 veröffentlicht werden.

Weitere Informationen zur Studienteilnahme

Es finden 4 Termine mit dem Studienteam und den Studienteilnehmer*innen vor Ort statt, an denen die Faszien-Übungen vermittelt werden. Die Übungen können dann selbstständig 3-mal pro Woche für 10 Minuten zu Hause durchgeführt werden.

Nach der Zeit ist es möglich, an einer Gruppentherapie am Zentrum für Psychische Gesundheit und Psychotherapie (ZPP) der UW/H teilzunehmen.

Nicht teilnehmen können Personen, die akut suizidal sind, eine Abhängigkeitserkrankung, psychotische Symptome oder eine schwere Persönlichkeitsstörung haben oder aktuell psychotherapeutisch behandelt werden.

Kontakt

An der Studie Interessierte können sich unter folgender E-Mail melden:

E-Mail: lea.hagn@uni-wh.de

Quelle: Universität Witten-Herdecke

Literatur

[1] Michalak J et al. Myofascial Tissue and Depression. Cognitive Therapy and Research 2022; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8688142/pdf/10608_2021_Article_10282.pdf