PsycheUniklinik Dresden startet ambulante Versorgung bei Suizidalität

In der Dresdner Uniklinik hat die Ambulanz für suizidgefährdete Menschen ihre Arbeit aufgenommen, um die Versorgung von Betroffenen zu verbessern.

Zwei Umrisse von Köpfen im Profil in rot und blau, im Hintergrund sind weitere Umrisse.
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In Deutschland sterben jährlich etwa 9000 Menschen durch Suizid.

Jedes Jahr versuchen sich 100.000 bis 200.000 Menschen in Deutschland das Leben zu nehmen, ungefähr 9.000 Menschen sterben durch Suizid. Die Zahlen zeigen die Herausforderungen, vor denen Politik, Medizin und Gesellschaft stehen. „Insbesondere das Thema Kliniksuizid beschäftigt auch die Mitarbeitenden im Dresdner Uniklinikum. Leider sind auch wir im Klinikalltag mit solchen Ereignissen konfrontiert“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden.

Ambulanz für suizidgefährdete Menschen gestartet

Um einerseits die klinische und ambulante Versorgung von suizidalen Menschen generell zu verbessern, aber auch die Stationsteams im Umgang mit Suizidalität besser zu unterstützen, wurde im vergangenen Jahr die Etablierung einer spezialisierten Ambulanz für suizidgefährdete Menschen beschlossen. Diese hat in diesem Jahr ihre Arbeit aufgenommen. Unter der Leitung von Prof. Jörn Conell sowie Dr. Ute Lewitzka werden die konzeptionellen Bestandteile dieses Angebotes sukzessive innerhalb des Uniklinikums ausgerollt.

Die AG Suizidforschung beschäftigt sich darüber hinaus mit der Problematik, möglichen Ansätzen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. „Wir zeigen damit deutlich, dass die Hochschulmedizin Dresden auch auf diesem Gebiet Verantwortung übernimmt und mit ihrer Expertise zum Wohle der Menschen agiert“, sagt Prof. Michael Albrecht.

Suizidprävention gerät zunehmend in den Fokus der Politik

Die sächsische Politik hat das Thema ebenfalls erkannt und in ihrem Landesplan die Suizidprävention verankert. Er fördert damit verschiedene Präventionsprojekte, wie beispielsweise das Schulpräventionsprogramm HEYLiFE oder das Netzwerk für Suizidprävention Sachsen. Ebenso gefördert wird eine nationale Kliniksuiziddatenbank und eine Hot-Spot-Datenbank. Hotspots sind öffentliche Orte erhöhter Suizidhäufigkeit.

Die Bundesregierung hat zudem mit ihrem Entschließungsantrag vom 6. Juli 2023 mehrheitlich die Förderung der Suizidprävention beschlossen. Hierzu soll als erstes die Erarbeitung einer nationalen Suizidpräventionsstrategie erfolgen. Im nächsten Jahr ist der Gesetzgeber aufgefordert, die Suizidprävention mit einer gesetzlichen Verankerung zu stärken. „Eine solche Mehrheit erleben wir selten in der Politik“, sagt Prof. Michael Bauer, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus

Hilfe bei suzidialen Gedanken:

Befinden Sie sich in einer akuten Krisensituation? Suchen Sie sich Hilfe in Ihrem Umfeld oder wenden Sie sich an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111. 

Die Deutsche Depressionshilfe hat unter https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe/krisendienste-und-beratungsstellen Kontaktmöglichkeiten zu Krisendiensten und Beratungsstellen zusammengestellt.