
Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls zu erhalten ist für viele Betroffene eine niederschmetternde Erfahrung. In unseren Köpfen hat sich die Idee festgesetzt, dass in einem solchen Fall alles schlechter werden muss. Ähnliche Gedanken verbinden viele Menschen mit ihrem zunehmenden Alter. Nicht selten hört man Aussagen wie »Werde erst einmal vierzig! Dann wird alles schlechter«. Glücklicherweise kann man da in der Praxis ganz andere Erfahrungen machen. Besonders, wenn man das Glück hat, älteren Menschen mit einer positiven Lebenseinstellung zu begegnen. Denn die berichten häufig von unangenehmen Episoden ihres Lebens, die irgendwann abgeschlossen waren. So sagen manche, dass sie in irgendeiner Lebensspanne immer mal wieder Ärger mit dem Rücken hatten, und freuen sich nun darüber, dass diese Gesundheitskrise auch wieder ein Ende fand.
Natürlich möchten Sie als Betroffene, dass die Beschwerden lieber heute als morgen wieder verschwinden, und Ihre Geduld wird auf eine harte Probe gestellt. Das ist ja auch der Grund, aus dem Sie im Gesundheitswesen als Patientin/Patient (von lat. patiens »[er]duldend, leidend«) bezeichnet werden. Vielleicht ist es Ihnen eine Hilfe zu wissen, dass Sie schon jetzt ganz viel richtig machen können, während Ihre Geduld noch etwas gefordert ist. Lassen Sie uns dafür einen Blick auf den absolut größten und wichtigsten Bestandteil Ihres Lebens werfen.
Was verbinden Sie mit dem Begriff Alltag? Das langweilige Einerlei zwischen den großen Highlights unseres Lebens? Egal, welche Einstellung Sie zum Alltag entwickelt haben, ob Sie ihn mögen oder nicht: Er macht für viele Menschen den absolut größten Teil Ihres Lebens aus. Und damit birgt er auch die größte Kraft. Die Art wie Sie die unzähligen kleinen Gewohnheiten Ihres Lebens gestalten, entscheidet darüber, ob der Alltag Freund oder Feind Ihrer Gesundheit und hier insbesondere Ihrer Bandscheiben ist. Wie auch Sie es schaffen können, den Alltag zum größten Freund Ihrer Gesundheit und damit Ihrer Bandscheiben werden zu lassen, möchten wir Ihnen zeigen. Bevor Sie nun denken: »Mein Tag ist doch schon viel zu vollgestopft mit Aufgaben und Pflichten! Wie soll ich da auch noch Zeit für meinen Rücken finden?«, lassen Sie uns einen Blick auf eine erfolgversprechende Veränderungsstrategien werfen. Sie besteht darin, den Alltag, der ja ohnehin schon aus vielen Routinen besteht, nicht nach Platz für noch mehr Routinen zu durchsuchen. Viel besser ist es, das Potenzial dessen zu nutzen, was schon da ist. Das heißt, wenn es uns gelingt, vorhandene Gewohnheiten so zu ändern, dass sie im weniger guten Fall unserer Gesundheit nicht mehr schaden oder ihr im besten Fall auch noch dienen, entfesseln wir eine riesige Kraft!
Schritt 1: Schauen Sie hin
Nehmen Sie für den ersten Schritt ein Blatt Papier und einen Schreibstift zur Hand. Geben Sie sich 2–3 Minuten Zeit und notieren Sie alle kleinen und großen Alltagsgewohnheiten und Routinen, die Ihnen einfallen. Es reichen Stichwörter wie »Zähneputzen«, »Telefonieren« oder »Abendessen«. Nachdem Sie Ihre wiederkehrenden Tagesabläufe notiert haben, werfen Sie einen Blick auf den Zettel und markieren Sie die Routinen folgendermaßen: Vergeben Sie ein :) an Gewohnheiten, von denen Sie wissen, dass sie Ihrem Rücken richtig guttun. An denen sollten Sie natürlich nichts ändern! Wenn Sie jedoch auch ein paar entdeckt haben, die Ihren Rücken stressen, lohnt sich ein genauerer Blick. Vielleicht müssen Sie beruflich viel sitzen und schieben schon seit längerem die Anschaffung eines Stehpults vor sich her? Oder Sie arbeiten daheim im Homeoffice und wollen den Arbeitsplatz rückenfreundlicher gestalten? Es kann auch sein, dass Ihr Rücken rebelliert, wenn Sie in der Küche Gemüse schneiden oder abends in gewohnter Position auf dem Sofa entspannen.
Schritt 2: Nehmen Sie Veränderungen vor
Überlegen Sie sich, welche der Gewohnheiten Sie sofort verändern können. Vielleicht tauschen Sie mit dem Partner den Platz auf dem Sofa oder gönnen Ihrem Rücken Unterstützung durch ein kleines Kissen? Sie könnten das Gemüse vielleicht an einer anderen Stelle der Küche schneiden oder mit den Oberschenkeln Gewicht an den Unterschrank abgeben. Während eines Telefonats bei der Arbeit könnten Sie aufstehen oder im Sitzen einige sanft e Katze-Kuh-Bewegungen durchführen. Ganz bestimmt werden Sie auf sehr viele Möglichkeiten stoßen. Wenn es Ihnen schwerfällt, fragen Sie Freunde nach Ideen! Bestimmt gibt es auch in Ihrem Bekanntenkreis jemanden, der schon Rückenbeschwerden hatte und tolle Lösungsvorschläge bereithält. Neben den Routinen, die sich nicht unmittelbar ändern lassen, weil eine Anschaffung oder größere Änderungen nötig sind, notieren Sie bitte ein Datum, zu dem Sie diesen Schritt vollzogen haben möchten. Das ist, als würden Sie mit sich selbst einen Vertrag schließen. Teilen Sie dieses Vorhaben und das geplante Datum gerne anderen mit, um es noch verbindlicher werden zu lassen.
Schritt 3: Belohnen Sie sich!
Routinen funktionieren besonders gut, wenn sie unser Verlangen nach Belohnungen stillen. Überlegen Sie sich, wie oder womit Sie sich belohnen werden, wenn Sie erste Veränderungen erfolgreich umgesetzt haben. Dabei sollten unbedingt auch erste und kleine Schritte mit belohnt werden. Das kräftigt Ihr Durchhaltevermögen auf dem Weg zu mehr Rückengesundheit!
Seien Sie auf eine ganz gesunde Art anders!
Quelle: Der Rücken-Doc: Bandscheibenvorfall
kcl



