ImmunsystemGrippesaison: Warum Bewegung jetzt besonders wichtig ist – und wann nicht

Bewegung ist die beste Medizin – gerade im Winter. Warum und wann Aktivität das Immunsystem stärkt und Erkältungen vorbeugt, erfahren Sie hier.

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Winterzeit ist Infektzeit

Die körperliche Aktivität vieler Menschen nimmt in der kalten Jahreszeit deutlich ab. Dabei sind regelmäßige Spaziergänge, Radfahren oder moderates Joggen essenziell, um Kreislauf und Immunsystem zu stärken. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) rät: Wer gesund durch die Erkältungszeit kommen möchte, sollte gerade im Winter auf Bewegung und eine ausgewogene Lebensweise achten.
„Regelmäßige Aktivität stärkt das Immunsystem und senkt auch langfristig das Risiko für Herz- und Stoffwechsel-Erkrankungen“, erklärt die DGIM-Vorsitzende Professorin Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel. Selbst moderate Aktivitäten wie ein flotter Spaziergang, Gartenarbeit oder Yoga seien sinnvoll, um auch in der dunklen Jahreszeit in Schwung zu bleiben.

Warum das Immunsystem im Winter Unterstützung braucht

Die kalte Jahreszeit bringt Bedingungen mit sich, die Atemwegsinfekte begünstigen: weniger Tageslicht, längere Aufenthalte in Innenräumen, trockene Heizungsluft und eine erhöhte Konzentration von Krankheitserregern. „Frische Luft hält die Atemwege feucht, trainiert die Abwehr und tut vielen Menschen auch psychisch gut“, so Führer-Sakel.

Erkältung oder Grippe? Wann Sport erlaubt ist – und wann nicht

Viele fragen sich bei Atemwegsbeschwerden, ob sie ‚nur‘ erkältet sind oder eine echte Grippe haben. Eine Erkältung beginnt meist langsam mit Schnupfen und leichtem Halskratzen, oft ohne Fieber. Bei solchen milden Symptomen besteht kein generelles Sportverbot. Die Grippe setzt dagegen plötzlich ein: hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie ausgeprägte Erschöpfung sind typisch.
„Wer sich abgeschlagen fühlt, sollte das Trainingspensum reduzieren. Bei Fieber, starkem Husten oder Gliederschmerzen ist eine Pause notwendig“, sagt Professor Dr. med. Georg Ertl, Internist und Generalsekretär der DGIM. Dass man eine Erkältung „ausschwitzen“ könne, hält er für einen Irrtum: „Bei einem beginnenden Infekt ist Wärme angenehm, aber Fieber oder ausgeprägte Beschwerden sind ein Stopp-Signal.“
Der Wiedereinstieg nach einem fiebrigen Infekt sollte frühestens eine Woche nach Abklingen aller Symptome erfolgen, um Spätfolgen wie Herzmuskelentzündungen zu vermeiden.

Antibiotika sind keine Lösung bei Erkältungen

„Die meisten Atemwegsinfektionen sind viral bedingt; Antibiotika wirken aber nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren“, betont Ertl. Dennoch würden sie in Deutschland bei Erkältungen noch zu häufig verschrieben – mit Risiken wie Nebenwirkungen und Resistenzentwicklung, ohne die Genesung zu beschleunigen.
Stattdessen empfehlen die DGIM-Expertinnen und Experten: ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, genügend Flüssigkeit und tägliche Aufenthalte im Freien. „Wer seinen Körper gut versorgt, sich fit hält und auf Erholung achtet, schafft gute Voraussetzungen, Infekte zu vermeiden und schneller zu überwinden“, fasst Führer-Sakel zusammen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

kcl