
Schon wenig Bewegung reduziert das Risiko, an Demenz zu erkranken. Das konnten Forschende der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health zeigen.
Die Wissenschaftler*innen fanden heraus: 35 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche können das Risiko eine Demenz zu entwickeln, um 41 % reduzieren, im Vergleich zu 0 Minuten. Und das auch bei gebrechlichen alten Menschen mit erhöhtem Risiko.
Bereits 35 Minuten pro Woche machen einen Unterschied
Die Forschenden nutzen für ihre Studie die Daten britischer Erwachsener aus der UK Biobank, einer Langzeitstudie mit rund 500.000 Teilnehmer*innen. Sie analysierten Daten von knapp 90.000 Erwachsenen. Die meisten davon waren im Alter 50 Plus und hatten Aktivitätstracker getragen, mit denen ihre physische Aktivität gemessen wurde. Im Nachbeobachtungszeitraum von rund 4 Jahren wurde bei 735 Teilnehmer*innen eine Demenz diagnostiziert.
In der Analyse wurden die Aktivitätstracker der Teilnehmenden verglichen: moderate bis intensive körperliche Aktivität auf der einen und keine körperliche Aktivität auf der anderen Seite.
Der Zusammenhang zwischen mehr Aktivität und geringerem Demenzrisiko war auffällig:
- Bereits die Teilnehmer*innen in der geringsten körperlichen Aktivitätskategorie (1 bis 34,9 Minuten pro Woche) wiesen eine sichtbare Risikoreduktion auf - um rund 41 %.
- Bei einem wöchentlichen Bewegungsumfang zwischen 35 und 69,9 Minuten betrug die Risikoreduktion 60 %.
- Bei 70 bis 139,9 Minuten waren es 63 %.
- Ein Bewegungsumfang von 140 und mehr Minuten pro Woche hing mit einer Risikoreduktion für Demenz von 69 % zusammen.
Dieser Zusammenhang zwischen mehr körperlicher Aktivität und geringerem Demenzrisiko zeigte sich auch bei gebrechlichen älteren Teilnehmenden. Das lege nahe: Auch gebrechliche ältere Menschen können ihr Demenzrisiko durch angepasste Bewegung senken, so die Studienleiterin Amal Wanigatunga.
Wenig Bewegung ist besser als keine
Offiziell werden 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche bzw. 20 Minuten täglich empfohlen. Ein Minimum für Bewegung ist bislang unklar. Gerade für ältere Menschen, die gebrechlich sind, seien die offiziellen Bewegungsumfänge jedoch entmutigend, weil sie nicht erreichbar sind.
Deshalb: Wenig Bewegung ist besser als keine. Demnach könne auch ein Bewegungsumfang von 5 Minuten täglich schon das Demenzrisiko senken, so Wanigatunga.
Ni
Quelle: Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health


