
Die jährliche Grippeschutzimpfung ist nicht nur für die Atemwege wichtig – sie kann auch das Risiko für Herzinfarkte senken. Darauf machen Kardiolog*innen des Deutschen Herzzentrums der Charité aufmerksam. „Eine Grippeimpfung gehört zur Herzinfarkt-Vorsorge“, betont Prof. Ulf Landmesser. „Das ist inzwischen sehr gut belegt – wird aber immer noch unterschätzt.“
Entzündung als Risikofaktor
Eine Influenza-Infektion löst im Körper eine starke Immunreaktion aus. Diese Entzündung kann die Gefäße belasten, Ablagerungen destabilisieren und Blutgerinnsel fördern – alles Faktoren, die Herzinfarkte oder Schlaganfälle begünstigen. Die Impfung verhindert nicht nur die Infektion selbst, sondern auch diese gefährlichen Prozesse. „Eine Impfung schützt zweifach: Sie verhindert die Infektion – und sie verhindert, dass diese Entzündungsreaktionen überhaupt entstehen“, erklärt Prof. Bettina Heidecker.
Neue Leitlinien: Impfung als vierte Säule
Ein aktuelles Konsensuspapier im European Heart Journal empfiehlt die Grippeimpfung ausdrücklich als Teil der Herzinfarktprävention. Neben Blutdruckkontrolle, Fettstoffwechseltherapie und Blutzuckermanagement gilt sie als „vierte Säule der Herzinfarktprävention“.
Für wen ist die Impfung besonders wichtig?
Menschen mit koronarer Herzkrankheit, nach Herzinfarkt oder mit Herzschwäche sollten die Impfung fest einplanen. Auch ein späterer Termin lohnt sich: „Auch eine Impfung im Dezember oder Januar ist aber noch sinnvoll, solange die Grippewelle andauert“, so Prof. Felix Schönrath. Der Schutz baut sich innerhalb von zwei Wochen auf.
Quelle: Deutsches Herzzentrum der Charité
kcl


