DemenzAuch unter 65-Jährige sind betroffen

Fast 6 Prozent der an Demenz erkrankten Menschen in Deutschland (rund 106.000 Menschen) sind jünger als 65 Jahre. 

Illustration: Frauenkopf, aus dem Nebel-Wölkchen herausfliegen
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Die wirksamste Maßnahme gegen Demenz ist bislang die Prävention. Bislang wurden 14 beeinflussbare Risikofaktoren identifiziert.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat neue Zahlen zur Demenz vorgestellt: Demnach werden in den kommenden Jahren immer mehr Menschen betroffen sein.

Steigende Lebenserwartung - mehr Demenz-Neuerkrankungen

In Deutschland leben derzeit rund 1,84 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Die meisten leiden an der Alzheimer-Krankheit. Im Laufe des Jahres 2023 sind zwischen 364.000 und 445.000 Menschen neu an einer Demenz erkrankt.

Infolge der steigenden Lebenserwartung kommt es zu weitaus mehr Neuerkrankungen als zu Sterbefällen unter den bereits an Demenz Erkrankten. Aus diesem Grund nimmt die Zahl der Demenzerkrankten auch in den kommenden Jahrzehnten kontinuierlich zu. Je nachdem, wie sich die Altersstruktur der Bevölkerung insgesamt entwickelt, wird sich die Zahl der Menschen mit Demenz über 65 Jahren bis zum Jahr 2050 auf 2,3 bis 2,7 Millionen erhöhen.

Alle zwei Jahre aktualisiert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) ihr Informationsblatt zur Häufigkeit von Demenzerkrankungen in Deutschland. Prof. Dr. René Thyrian und Dr. Iris Blotenberg vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) haben dafür auf der Basis aktueller Bevölkerungsdaten die wichtigsten Zahlen zu Demenzerkrankungen berechnet. Das Informationsblatt steht auf der Internetseite der DAlzG zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Demenz betrifft auch Menschen unter 65 Jahren

Das Risiko für eine Demenz steigt ab dem 80. Lebensjahr deutlich an. Aber: Fast 6 Prozent der Betroffenen in Deutschland – rund 106.000 Menschen – sind jünger als 65 Jahre. Diese Gruppe wird erst seit wenigen Jahren zunehmend wahrgenommen. Vielfach fehlt es an geeigneten Unterstützungsangeboten für sie und ihre Familien.

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Der Anteil von Menschen mit Demenz unterscheidet sich zwischen den Bundesländern deutlich. Dies liegt an den Unterschieden in der Altersstruktur der Länder:

  • In Hamburg und Berlin, die bundesweit den niedrigsten Altersdurchschnitt haben, haben weniger als 1,8 Prozent der Bevölkerung eine Demenz.
  • Der Anteil in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen liegt prozentual mit mehr als 2,4 Prozent am höchsten.

Demenz-Erkrankungen werden weiter zunehmen

„Wie stark der Anteil an Menschen mit Demenz in den nächsten Jahrzehnten ansteigt, hängt ganz wesentlich davon ab, wie sich der Altersdurchschnitt der Bevölkerung und der Umgang mit Risikofaktoren entwickelt“, so Prof. Thyrian.

„Wenn die Lebenserwartung in Deutschland nur moderat wächst, wir höhere Zuwanderungsraten haben und die Geburtenrate deutlich ansteigt, und wir dadurch im Jahr 2050 eine relativ junge Bevölkerung haben, würde die Zahl der Demenzerkrankten bis dahin auf rund 2,3 Millionen ansteigen. Wenn die Geburtenrate aber auf dem heutigen Stand bleibt, die Lebenserwartung stärker steigt und weniger Menschen nach Deutschland zuwandern, läge die Zahl der Betroffenen 2050 bei rund 2,7 Millionen.“

Derzeit sind 14 beeinflussbare Risikofaktoren für Demenzerkrankungen bekannt. Wie stark sich bessere Prävention in diesem Bereich auswirkt, lasse sich aber schwer vorhersagen.

Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft