
An der Berliner Charité wurde ein neues Zentrum zur Erforschung und Bewertung von Traditioneller und Integrativer Medizin eingerichtet: das Charité Competence Center for Traditional and Integrative Medicine (CCCTIM). Damit entsteht die europaweit größte Einrichtung für diese Verfahren auf universitätsmedizinischem Niveau.
Die Integrative Medizin verbindet evidenzbasierte konventionelle Medizin mit naturheilkundlichen und traditionellen Behandlungsmethoden. Ziel des neuen Zentrums ist, die Wirkmechanismen integrativer Therapien besser zu verstehen, neue integrative Therapiekonzepte zu entwickeln und die Zusammenarbeit zwischen den Fachdisziplinen zu fördern.
Laut WHO nutzen rund 80 Prozent der Bevölkerung weltweit Traditionelle Medizin. International führende Kliniken integrieren zunehmend naturheilkundliche Methoden.
Bei einem feierlichen Kick-off-Meeting präsentierte das Team um Prof. Georg Seifert, Leitung CCCTIM, die Vision des Zentrums: "Wir errichten hier ein integrativmedizinisches Kompetenzzentrum mit klarem wissenschaftlichem Fokus. Wir haben die Möglichkeit, hier Akzente zu setzen und mitzugestalten."
Inspiriert von naturheilkundlichen Methoden, traditionellem Wissen und unterstützt durch modernste Wissenschaft sollen innovative Konzepte die Transformation hin zu einem präventiven Gesundheitssystem vorantreiben. Damit ist das CCCTIM Teil des Strategiebausteins Prävention der "Charité Strategie 2030", der Gesundheit als aktiven Prozess der Anpassung und Prävention versteht und den Menschen in all seinen Dimensionen sieht.
Gefördert wird der Aufbau dieses innovativen Projekts durch die Friede Springer gGmbH und durch die Software AG – Stiftung
Wissenstransfer in Versorgung und Lehre
Um integrativmedizinische Konzepte wissenschaftlich zu evaluieren, sollen ein Studienzentrum aufgebaut und eine CCCTIM-Hochschulambulanz angeschlossen werden. Ein weiterer Fokus liegt auf der Förderung des Wissenstransfers in Versorgung und Lehre, wie Dekan Prof. Joachim Spranger erläutert: "Mit dem CCCTIM schaffen wir eine wissenschaftlich fundierte Plattform, um die Potenziale traditioneller und naturheilkundlicher Verfahren systematisch zu erforschen und in Kombination mit bewährter konventioneller Medizin im Sinne einer Integrativen Medizin nutzbar zu machen."
Gesundheit von Mensch und Natur
Auch vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Gesundheitswesen sowie Veränderungen von Klima und Biodiversität gewinnt die integrative Medizin an Relevanz – als Konzept, das die Gesundheit von Mensch und Natur in einer systemischen Gesamtperspektive betrachtet.
"Den globalen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen, ist eine komplexe Aufgabe, die neue Ansätze erfordert. Deshalb unterstütze ich dieses innovative Projekt gerne und freue mich, dass sich die Charité diesem wichtigen Thema widmet", so Dr. Friede Springer.
Der Bedarf an wissenschaftlicher Beschäftigung mit Integrativer Medizin wird auch in der Ausrichtung der Weltgesundheitsorganisation sichtbar: Mit dem WHO Global Traditional Medicine Centre wurde ein Bereich integriert, um evidenzbasierte Therapien der Naturheilkunde und der Traditionellen Medizin weiterzuentwickeln und wissenschaftlich zu untersuchen. Dies soll die Lebensqualität verbessern sowie eine ganzheitliche, nachhaltige Gesundheitsversorgung und Prävention für alle fördern.
Aktuell ist das CCCTIM auf dem Weg, den offiziellen Status eines WHO Collaborating Centres zu erhalten.
Quelle: Charité – Universitätsmedizin Berlin


