KindergesundheitHonig: Riskant für Babys?

Honig ist ein beliebtes Hausmittel für Halsbeschwerden bei Kindern. Doch vom Honigkonsum für Babys im ersten Lebensjahr rät die Stiftung Kindergesundheit ab.

Biene auf Honigwabe
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Honig ist ein beliebtes Hausmittel bei Erkältung. Babys im ersten Lebensjahr sollt er aber nicht gegeben werden.

Viele Familien setzen bei Halsschmerzen und Husten ihrer Kinder auf Hausmittel wie warme Milch mit Honig. Doch die Stiftung Kindergesundheit warnt eindringlich davor, Babys im ersten Lebensjahr Honig zu geben. Der Grund: Honig kann mit Botulismus-Erregern verunreinigt sein, was zu lebensbedrohlichen Folgen führen kann.

Beliebtes Produkt mit Risiken

Deutsche verbrauchen jährlich über 78.000 Tonnen Honig. Doch während Honig als gesund gilt und sogar antike Heilpraktiken umfasst, bergen moderne Erkenntnisse über seine Zusammensetzung und potenzielle Gefahren neue Einsichten.

Gesundheitsmythen vs. Realität

Honig besteht hauptsächlich aus Zucker und Wasser. Die alten Überzeugungen über seine heilenden Eigenschaften werden heute kritischer betrachtet. Expert*innen warnen vor den gesundheitlichen Risiken eines hohen Honigkonsums, darunter Übergewicht, Karies und Diabetes.

Besondere Gefahr für Babys

Besonders gefährlich ist verunreinigter Honig für Säuglinge. Ihre unreife Darmflora und Immunabwehr machen sie anfälliger für Infektionen. Botulismus-Erreger im Honig können im Darm von Babys wachsen und das hochgiftige Botulinumtoxin produzieren.

Prävention ist entscheidend

Eltern sollten Säuglingen unter einem Jahr keinesfalls Honig geben, auch nicht in Getränken oder auf Schnullern. Speziell behandelte Säuglingsnahrung mit Honig ist jedoch unbedenklich, da sie die gefährlichen Bakterien abtötet.

Erkennung und Behandlung von Botulismus

Symptome einer Botulismusvergiftung bei Babys sind Trinkschwäche, Schluck- und Sprachstörungen sowie Muskelschwäche. Eine rechtzeitige intensiv-medizinische Behandlung ist entscheidend, um lebensbedrohliche Atemstörungen zu verhindern.

Fazit

Obwohl Fälle von Säuglingsbotulismus in Deutschland selten sind, ist es wichtig, die potenziellen Gefahren von Honig für Babys zu kennen und zu vermeiden. Jeglicher Verdacht auf Botulismus sollte sofort gemeldet werden, um eine angemessene medizinische Versorgung sicherzustellen.

Quelle: Stiftung Kindergesundheit