Naturgestützte AchtsamkeitKrankenkasse fördert Waldbaden in Bayern

In Bayerns Kur- und Heilwäldern können Präventionsangebote künftig mit Zuschuss der Krankenkasse genutzt werden.

Nadelwald mit Bergen im Hintergrund
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Das Naturgestützte Achtsamkeitstraining kann künftig von ausgebildeten Kursleiter*innen als bezuschusste Präventionsmaßnahme durchgeführt werden.

In Bayerns Kur- und Heilwäldern können Präventionsangebote künftig mit Zuschuss der Krankenkasse genutzt werden. Möglich macht das eine neue Kooperation des Bayerischen Heilbäder-Verbands (BHV) mit der UNESCO-Biosphärenregion Berchtesgadener Land. Gemeinsam wollen sie naturbasierte Gesundheitsangebote wissenschaftlich fundiert weiterentwickeln – als Modellprojekt für ganz Bayern.

Naturgestützte Achtsamkeit mit Kassenanerkennung

Das Naturgestützte Achtsamkeitstraining, das in der Biosphärenregion entwickelt wurde, ist seit 2024 von der Zentralen Prüfstelle Prävention der Gesetzlichen Krankenkassen zertifiziert. Damit können ausgebildete Kursleiter*innen ihre Angebote als Präventionsmaßnahme durchführen. Und die Teilnehmer*innen erhalten Zuschüsse von ihrer Krankenkasse. Die konkreten Angebote werden künftig direkt in den Orten mit zertifizierten Kur- und Heilwäldern buchbar sein.

Wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt

Zum Auftakt der Kooperation fand in Pfronten im Allgäu eine zweitägige Schulung im Naturgestützten Achtsamkeitstraining statt – mit 12 Fachkräften aus Tourismus, Psychosomatik und Gesundheitswesen. Entwickelt wurde das Konzept im Rahmen des wissenschaftlich begleiteten Projekts „Green Care – Natur und psychische Gesundheit“ in der Biosphärenregion. Das Konzept wurde von den Bayerischen Staatsministerien für Umwelt und für Gesundheit gefördert.

„Die Teilnehmer*innen konnten die Natur als Kraftquelle mit allen Sinnen erfahren – und lernen, wie sie diese Erfahrung professionell an andere weitergeben können“, sagen die Kursleiterinnen Meike Krebs-Fehrmann und Cora Gärtner.

Kur- und Heilwälder aktuell in 13 bayerischen Orten

Der Bayerische Heilbäder-Verband engagiert sich seit Jahren für das Thema Waldgesundheit. In Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Waldmedizin und Naturtherapie der Ärztegesellschaft für Präventionsmedizin und klassische Naturheilverfahren Kneippärztebund vergibt er die Zertifikate Bayerischer Kurwald und Heilwald. Diese zeichnen Orte aus, an denen die Natur gezielt als Gesundheitsraum genutzt wird – mit Achtsamkeitstraining, Sinnesübungen, Atemarbeit und sanften Bewegungsformen.

In Bayern gibt es in 13 Orten zertifizierte Kur- und Heilwälder: Bad Wörishofen, Bad Füssing, Bad Kötzting, Bad Alexandersbad, Bad Bayersoien, Bad Berneck, Bad Birnbach, Bad Neualbenreuth, Bad Reichenhall, Bischofsgrün, Pfronten, Treuchtlingen und Bad Weißenstadt.

Eine eigene Fortbildungsveranstaltung hatte es auch bereits zum Thema „Stressbewältigung im Wald“ gegeben.

Schulungen in ganz Bayern geplant

Mit der neuen Kooperation will der Bayerische Heilbäder-Verband diese Arbeit nun weiter in die Fläche bringen: In mehreren Heilbädern – darunter Bad Birnbach – sind bereits weitere Schulungen geplant.
„Wir wollen so die Gesundheitskompetenz im ganzen Freistaat stärken. Die Kur- und Heilwälder sind dafür ideale Orte“, so Frank Oette vom Bayrischen Heilbäder-Verband. In ihm sind mehr als 70 Kurorte, Heilbäder und Kurbetriebe zusammengeschlossen.

Quelle: Kompetenzzentrum für Waldmedizin und Naturtherapie