
Wann ein Zitronenhalswickel bei Halsschmerzen sinnvoll ist (und wann nicht)
Bei Halsschmerzen in der Erkältungszeit lohnt es sich, altbewährte Hausmittel wie Zitronenhalswickel auszuprobieren, bevor man zu Medikamenten greift. Schließlich hat er keine Nebenwirkung und ist im schlimmsten Fall nur zu schwach. Solche einfachen Anwendungen haben den Vorteil, dass sie schnell verfügbar und in der Regel gut verträglich sind.
Ein Zitronenhalswickel eignet sich besonders, wenn man bei beginnenden oder leichten Halsschmerzen, Heiserkeit oder entzündungsbedingten Schluckbeschwerden eine unkomplizierte, äußere Anwendung sucht. Sinnvoll ist es, ihn durch weitere pflanzliche Maßnahmen - innerlich und äußerlich - sowie durch ausreichende Ruhe zu begleiten.
Unabhängig vom Hausmittel gilt jedoch: Treten Halsschmerzen zusammen mit hohem Fieber, starken Schluckbeschwerden, Atemproblemen oder deutlich geschwollenen Lymphknoten im Halsbereich auf, ist eine medizinische Abklärung notwendig ist. Auch wenn keine Besserung eintritt und sich das Krankheitsgefühl verstärkt, sollte ein Therapeut aufgesucht werden.
Wie ein Zitronenhalswickel wirkt
In der äußeren Anwendung zeigen Zitronen 2 Eigenschaften, die sie gegen Halsschmerzen interessant machen: Sie wirken leicht zusammenziehend und kühlend. Ist der Hals gereizt, warm oder etwas geschwollen, kann die kühlende Wirkung als angenehm entlastend empfunden werden. Der zusammenziehende Effekt entsteht durch die natürlichen Säuren der Zitrone und kann die Schwellung im Hals reduzieren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Zitronenhalswickel bei Halsschmerzen
Der Zitronenhalswickel ist schnell vorbereitet und lässt sich auch dann gut machen, wenn man sich nicht ganz fit fühlt. Du brauchst dafür nur wenige Dinge:
Zutaten
- 1 nicht zu große Bio-Zitrone (wenn die Scheiben zu groß sind, liegen sie schlecht am Hals an)
- ein feines Baumwolltuch
- einen Schal
- ein Messer
- ein Schneidebrett
Anleitung
- Schneide die Zitrone zunächst in gleichmäßige Scheiben. Je kleiner der Hals ist, desto kleiner sollte auch die Zitrone gewählt werden, damit die Scheiben bequem anliegen.
- Breite dann das Baumwolltuch aus und lege es flach auf den Tisch. Stell Dir vor, die Zitronenscheiben sollen mit einen dünnen Stoffschicht bedeckt, wie eine Perlenkette am vorderen Hals anliegen.
- Lege nun 3, 4 Zitronenscheiben nebeneinander auf das Tuch (s. Foto). Lass dabei einen oberen Stoffrand frei, den Du gleich umschlägst. Die Zitronenscheiben sollen nur vorne am Hals und etwas seitlich anliegen - nicht hinten im Nacken.
- Klappe nun den oberen Stoffrand nach unten und den unteren Stoffrand nach oben, sodass die Zitronenscheiben nicht herausfallen können. Lege den Wickel anschließend so um den Hals, sodass die Rückseite der Zitronenscheiben (dort, wo nur 1 Stoffschicht ist), dem Hals zugewandt ist.
- Fixiere den Wickel mit einem Schal, sodass er nicht verrutscht. Lass ihn etwa eine halbe Stunde wirken und erneuere den Wickel bei Bedarf ein- oder mehrmals, solange es sich angenehm anfühlt.
- Halte Deinen Hals in den nächsten Tagen mit einem Schal warm.
Worauf Du achten solltest: Sicherheit, Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Menschen mit empfindlicher Haut oder Hauterkrankungen am Hals sollten vorsichtig sein, da der Zitronensaft die Haut zusätzlich reizen kann. Die natürlichen Säuren der Zitrone können bei manchen Menschen ein Brennen oder leichtes Jucken auslösen, besonders wenn die Haut ohnehin schon strapaziert ist. Bei offenen Stellen, Ekzemen oder einer bekannten Allergie gegen Zitrusfrüchte ist der Zitronenwickel deshalb nicht geeignet.
Achte außerdem darauf, wie sich der Wickel während der Anwendung anfühlt. Wenn die Haut unangenehm reagiert oder sich deutlich rötet, sollte die Anwendung abgebrochen werden. Auch für Kleinkinder und Säuglinge ist der Wickel aufgrund der Zitronensäure nicht geeignet.
Ergänzende einfache Maßnahmen gegen Halsschmerzen
Neben dem Zitronenwickel gibt es weitere unkomplizierte Anwendungen, die bei leichten Halsschmerzen unterstützend wirken können:
- Gurgeln mit Salzwasser: Eine isotonische oder leicht hypertonische Salzlösung kann die Schleimhäute beruhigen und abschwellend wirken. (ca. 1 TL Salz auf 250 lauwarmes Wasser)
- Gurgeln mit Salbeitee (Salvia officinalis): Salbei wirkt antimikrobiell und entzündungshemmend und ist ein alter Klassiker bei Halsschmerzen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum
- Kaltauszüge oder Tees mit schleimstoffhaltigen Heilpflanzen wie Eibischwurzel (Althaea officinalis) oder Malvenblüten (Malva sylvestris): sie kühlen und schützen die Rachenschleimhaut, wirken der Entzündung entgegen und sind reizlindern
- Propolisspray: wird wegen seiner antimikrobiellen Eigenschaften geschätzt und ist besonders für unterwegs sehr praktisch
- Ingwertee (Zingiber officinale): lindert die Schmerzen und Entzündung im Halsbereich und wirkt antimikrobiell
Fazit: Zitronenhalswickel als ergänzendes Hausmittel bei Halsschmerzen
Ich mag die Halswickel mit Zitrone, weil sie so schön einfach in der Handhabung sind. Es braucht nur eine einzige Zutat und sie wirklich gut helfen, wenn die Halsschmerzen gerade erst beginnen. Und Zitronen hat man doch eigentlich fast immer zu Hause, oder?
Probiere es einfach mal aus und sammle Deine eigenen Erfahrungen. So wirst Du Dir mit der Zeit bei leichten Beschwerden gut selbst helfen können, ohne gleich zu Medikamenten greifen zu müssen.
Wichtiger Hinweis!
Wie jede Wissenschaft ist die Heilpflanzenkunde ständigen Entwicklungen unterworfen. Soweit in diesem Beitrag medizinische Sachverhalte, Anwendungen und Rezepturen beschrieben werden, handelt es sich naturgemäß um allgemeine Darstellungen, die eine individuelle Beratung, Diagnose und Behandlung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine/einen Apothekerin nicht ersetzen können. Jede/Jeder Nutzende ist für die etwaige Anwendung und vorherige sorgfältige Prüfung von Dosierungen, Applikationen oder sonstigen Angaben selbst verantwortlich. Autoren und Autorinnen und Verlag haben große Sorgfalt darauf verwendet, dass diese Angaben bei ihrer Veröffentlichung dem aktuellen Wissensstand entsprechen. Eine Haftung für Schäden oder andere Nachteile ist jedoch ausgeschlossen.
Für die meisten Heilpflanzen fehlen Studien zu Unbedenklichkeit bei der Anwendung in der Schwangerschaft und während der Stillzeit, sowie bei Säuglingen, (Klein-)Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Alle beschriebenen Anwendungen sollten daher, sofern nicht ausdrücklich im Beitrag anders beschrieben, bei diesen Personen und in diesen Lebensphasen nicht ohne ärztliche Zustimmung angewendet werden.
Ruby Nagel
Heilpraktikerin mit dem Schwerpunkt Pflanzenheilkunde


