EntspannungsübungVagusatmung und Körperreise: Entspannung – aber wie?

Übungen wie Körperreisen und Vagusatmung können sehr erfolgreich zur Entspannung beitragen – auch in den Wechseljahren. So geht's richtig!

Frau im Lotussitz in Meditation
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Natürliche Entspannung: Da Atmung ein lebensnotwendiger Reflex ist, passiert die Atmung bis auf wenige Ausnahmen nebenbei. Einfach so, unbewusst. (Symbolbild)

In den Wechseljahren wird Ihnen der eigene Körper manchmal fremd. Es fühlt sich so an, als würden Sie den Kontakt zu sich selbst verlieren. Das ist normal, das geht vielen Frauen so. Durch das Erkunden des eigenen Körpers mit bewusster, achtsamer Vorstellungskraft, wird es einfacher, den eigenen Körper wiederzuerkennen. Durch die Fokussierung auf Empfindungen, Atem und Energie in verschiedenen Körperregionen entsteht eine tiefgreifende Verbindung zwischen Geist und Körper. Körperreisen ermöglichen nicht nur eine bewusste Wahrnehmung physischer Empfindungen und Blockaden, sondern eröffnen auch einen Raum für Selbstreflexion, Heilung und die Entfaltung eines tieferen Verständnisses für das eigene Sein, das ja in den Wechseljahren oftmals in Frage gestellt wird. 

Ihre Körperreise Schritt für Schritt

Eine Körperreise bringt Sie in wenigen Minuten zurück in Ihren Körper und kann bei regelmäßiger Praxis dabei helfen, sich mit seinem veränderten Körper anzufreunden und ihn zu akzeptieren.

  1. Vorbereitung: Setzen oder legen Sie sich in eine bequeme Position und schließen Sie Ihre Augen, um sich auf die innere Erfahrung zu konzentrieren. Beginnen Sie mit einigen tiefen Atemzügen, um sich zu entspannen.
  2. Bewusste Entspannung: Lenken Sie nun Ihre Aufmerksamkeit auf den gesamten Körper und spüren Sie nach, ob es irgendwo Anspannungen oder Blockaden gibt. Mit jedem Ausatmen lassen Sie diese Spannungen los.
  3. Fokus auf den Herzbereich: Legen Sie nun Ihre Hände auf Ihr Herz. Spüren Sie, wie sich Ihre Brust bei jedem tiefen Atemzug hebt und senkt. Lenken Sie Ihre gesamte Aufmerksamkeit nun auf Ihr Herz und stellen Sie sich vor, wie dieser Bereich von einer sanften, beruhigenden Energie umgeben ist.
  4. Visualisation von Licht oder Wärme: Nun stellen Sie sich vor, wie sich in Ihrer Brust ein warmes, helles Licht ausbreitet. Dieses Licht repräsentiert Heilung und Wohlbefinden.
  5. Beachtung von Empfindungen: Welche Empfindungen nehmen Sie nun wahr? Achten Sie auf jegliche Wärme, Kühle oder andere Empfindungen, die sich zeigen. 
  6. Dankbarkeit und Heilung: Jetzt senden Sie liebevolle Gedanken und Dankbarkeit an Ihr Herz und visualisieren, dass es gesund und ausgeglichen ist. Diese Liebe und Dankbarkeit lassen Sie durch den gesamten Brustraum strömen. 
  7. Atemfokus: Konzentrieren Sie sich nun auf den Atem im Brustbereich. Atmen Sie tief und ruhig ein und aus, wobei Sie sich vorstellen, wie frische Energie mit jedem Atemzug in die Lunge fließt.
  8. Abschluss: Langsam kehren Sie mit der Aufmerksamkeit in den physischen Körper zurück. Sie können spüren, wie sich die entspannende Energie im gesamten Körper ausbreitet. Danach öffnen Sie langsam die Augen und kommen in Ihrem Tempo im Hier und Jetzt wieder an.

Extratipp: Nutzen Sie ätherische Öle!

Wenn Sie noch mehr Sinne während der Körperreise ansprechen möchten, eignen sich ätherische Öle, um noch tiefer zu entspannen. Geben Sie 1 bis 2 Tropfen Patchouli, Lavendel oder Vetiver in die Handflächen, verreiben Sie sie und legen Sie die Hände wie einen Trichter über Mund und Nase. Nun atmen Sie mehrmals ruhig und tief ein und aus.

Vagusatmung

Sie atmen ca. 23 000mal pro Tag, das sind im Durchschnitt 16 Atemzüge pro Minute. Da Atmung ein lebensnotwendiger Reflex ist, passiert die Atmung bis auf wenige Ausnahmen nebenbei. Einfach so, unbewusst. Dabei ist jeder Atemzug so viel mehr als nur der reine Sauerstoffaustausch. Über 20 000-mal am Tag erinnert Sie Ihr Körper daran, dass Sie leben. Jeder Atemzug ist ein Geschenk und ein Moment der Verbindung mit Ihnen Selbst. Gerade in der Lebensmitte kann sich Ihre Atmung je nach Stresslevel, Hormonlage und Fitnesszustand verändern, da Ihr Körper sensibler auf innere und äußere Veränderungen reagiert. Oftmals atmen Sie zu flach oder zu hektisch, was Ihren Körper stresst. Im Umkehrschluss können Sie die bewusste Atmung, wie beispielsweise die Vagusatmung, dazu nutzen, gezielt zu entspannen.

Die Vagusatmung, auch als diaphragmatische Atmung bekannt, ist eine spezifische Art des Atmens, bei der die Atmung tief in den Bauchraum verlagert wird. Diese Art des Atmens kann den 10. Hirnnerv, den Vagusnerv, einen wichtigen Bestandteil des parasympathischen Nervensystems, stimulieren, der ja einen direkten Einfluss auf die Entspannung hat. Die Vagusatmung führt über die Aktivierung des Vagusnervs zu einer Reduzierung des Stresshormons Cortisol. Auch Schmerzen können durch eine tiefe und gleichmäßige Atmung gelindert werden, nicht umsonst wird bei Geburten die richtige Atemtechnik von Müttern als sehr hilfreich empfunden. Alle Entspannungstechniken nutzen die bewusste, kontrollierte Atmung, um das Nervensystem auszubalancieren und den Geist zu beruhigen. 

Vagus-Atemübung Schritt für Schritt

Sitz- oder Liegeposition:
Setzen Sie sich in eine bequeme Position oder legen Sie sich hin. Dabei entspannen Sie die Schultern und schließen sanft die Augen, wenn Sie mögen.

Tiefe Atmung:
Nun atmen Sie tief durch die Nase ein, füllen den Bauch mit Luft und lassen dann die Luft langsam durch den Mund ausströmen. Konzentrieren Sie sich darauf, dass der Atem tief in Ihren Bauchraum gelangt und flache Brustatmung vermieden wird.

Verlängerte Ausatmung:
Die Ausatmung wird betont, indem sie länger ist als die Einatmung. Dazu zählen Sie langsam bis vier oder mehr beim Ausatmen. Dies kann dazu beitragen, das parasympathische Nervensystem zu aktivieren.

Achtsamkeit auf Ihren Bauch:
Ihre Aufmerksamkeit richten Sie auf Ihren Bauch. Sie können dafür visualisieren, wie sich mit jedem Ihrer Atemzüge eine entspannende Wärme in Ihrem Bauch ausbreitet.

Positive Visualisierung:
Jetzt stellen Sie sich vor, wie sich Stress und Spannung aus Ihrem Bauchraum lösen. Hier können Sie visualisieren, wie eine beruhigende Energie oder ein helles Licht diesen Bereich durchdringt und eine heilende Wirkung entfaltet.

Beruhigende Affirmationen:
Diese Art der Atmung lässt sich gut mit beruhigenden Affirmationen kombinieren. Dafür wiederholen Sie leise in Gedanken: »Ich bin genug« oder »Ich wertschätze mich und meinen Körper in Liebe.«

Wiederholung:
Diese Atemübung wiederholen Sie für 5 bis 10 Minuten oder so lange, wie es angenehm ist. Besonders in Zeiten von Stress sollten Sie diese Übung täglich wiederholen.

Quelle: Naturheilpraxis Wechseljahre
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kcl