
Am Klinikum Bayreuth wurde ein neuer, innovativer Snoezelenraum an der Betriebsstätte Hohe Warte eröffnet. Dieses besondere Raumkonzept wird seit Jahren erfolgreich in der Behandlung von behinderten Menschen und Demenzkranken eingesetzt. Nun wird es im Klinikum Bayreuth für verschiedene symptombelastete Patientengruppen zur Verfügung stehen.
Snoezelen: schnüffeln und dösen
Der Begriff Snoezelen stammt aus dem Niederländischen und verbindet die Wörter snuffelen (schnüffeln) und doezelen (dösen). Das Konzept zielt darauf ab, die sensible Wahrnehmung zu verbessern und gleichzeitig Entspannung zu fördern.
Der Raum ist mit vielfältigen Lichtquellen, Projektoren, Wasser- und Farbdrehscheiben sowie einer bequemen Sitz- und Liegelandschaft ausgestattet. Zudem kann der Raum durch wohlriechende Düfte, entspannende Musik aus dem Angebot des Therapie-Teams oder auch mitgebrachte Klänge noch angenehmer gestaltet werden.
Das Klinikum Bayreuth hat das Konzept um ein Vibrationswasserbett erweitert. Das ermöglicht, die gehörte Musik auch zu spüren. Besonders bei Schmerzpatient*innen, querschnittgelähmten Patient*innen und chronisch Erkrankten kann diese multisensorische Erfahrung zur Schmerzlinderung beitragen. Denn Entspannung lindert in vielen Fällen den Schmerz.
75 Prozent der Patient*innen berichten Symptombesserungen
Das Konzept basiert auf langjähriger Forschung und Entwicklung, unter anderem durch Stefan Scharnagel vom Zentrum für Integrative Medizin am Klinikum Bayreuth. Seit 2014 vermittelt Scharnagel Wissen in Fortbildungen an Pflegekräfte im ganzen Bundesgebiet sowie in Österreich und der Schweiz.
Erste Anwendungen im Snoezelenraum an der Klinik Hohe Warte zeigen vielversprechende Ergebnisse:
- Rund 75 Prozent der Patient*innen berichten von einer Verbesserung ihrer Symptomatik.
- Bei knapp 90 Prozent der Patient*innen konnte die Zufriedenheit deutlich gesteigert werden.
Zudem hat die BG Unfallklinik Duisburg Interesse gezeigt, das Konzept zu übernehmen und eigene Schulungen durchzuführen.
Mit positiven Stimulationen negative Gefühle lindern
Das Ziel des Snoezelenraums ist es, durch positive Stimulationen aller Wahrnehmungskanäle im limbischen System des Gehirns negative Gefühle zu lindern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Damit leistet das neue Angebot einen wertvollen Beitrag zur ganzheitlichen Behandlung und Verbesserung der Lebensqualität der Patient*innen.
Finanziert hat das neue Angebot der Freundeskreis des Klinikums Bayreuth, der Rotary Club Bayreuth-Wilhelmine sowie die Commerzbank, die Motor Gruppe Sticht und das Bauunternehmen W. Markgraf, sie spendeten den Erlös eines Benefizkonzertes. Beigetragen haben weiter Popp-Parket und Bodenbeläge GmbH, die Bayreuther Naturheilpraxis und Lebensraum Küche GmbH.
Neben Stefan Scharnagel hat sich Prof. Dr. Rainer Abel, Direktor der Klinik für Orthopädie und der Klinik für Querschnittgelähmte, für den Snoezelenraum eingesetzt. Die Kosten für die Einrichtung des Raumes, der sich im unmittelbaren Umfeld des neuen Therapiezentrums an der Klinik Hohe Warte befindet, lagen bei rund 12.000 Euro.
Quelle: Klinikum Bayreuth


