HitzeschutzMit diesen Tipps schützen Sie sich an Hitzetagen

Mit einfachen Maßnahmen kann sich jede*r Einzelne schützen. Auch Arztpraxen können das gesundheitliche Risiko für vulnerable Patient*innen an Hitzetagen senken.

Man übergießt sich mit Wasser aus einer Flasche.
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Maßnahmen zum Hitzeschutz lassen sich einfach in den Alltag integrieren.

Allein in Deutschland kommt es jährlich zu tausenden Hitzetoten [1] [2]. Daher ist es wichtig zu wissen, wie man die eigene Gesundheit an Hitzetagen schützen kann. Auch Arztpraxen können zum Schutz ihrer Patient*innen beitragen.

Tipps für den Alltag

Wie sich jede*r Einzelne und Risikogruppen an heißen Tagen schützen können [3] [4]:

Wohnräume kühl halten
  • Lassen Sie die Fenster geschlossen und dunkeln Sie Räume durch Jalousien oder Vorhänge ab.
  • Setzen Sie Ventilatoren oder Klimaanlagen ein.
  • Hängen Sie feuchte Tücher auf oder stellen Sie ein Gefäß mit Wasser auf, um die Raumluft abzukühlen.
  • Lüften Sie am besten morgens und nachts.
Körper abkühlen und vor Hitzebelastung schützen
  • Benutzen sie kühlende Lotionen oder Bodysprays, am besten eignen sich Wassersprays.
  • Tragen Sie leichte, helle und atmungsaktive Kleidung, damit Luft besser am Körper zirkulieren kann. Kopf und Gehirn mit Kopfbedeckung schützen.
  • Legen Sie feuchte Umschläge um Arme, Beine, Nacken oder Stirn. Kalte Duschen oder Bäder helfen auch.
  • Tragen Sie Sonnencreme vor dem Rausgehen auf (am besten Lichtschutzfaktor 30 oder höher).
  • Halten Sie sich möglichst im Schatten auf und meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und heiße Räumlichkeiten. Vermeiden Sie auch nicht-klimatisierte Fahrzeuge.
  • Halten Sie sich an Hitzetagen möglichst wenig draußen zwischen 11 und 17 Uhr auf. Erledigungen und Termine sowie sportliche Aktivitäten auf morgens oder abends beschränken.
  • Für eine erholsame Nacht sollten Sie im kühlsten Raum schlafen, Ihr Bettzeug kühlt halten und leichte Kleidung tragen.
Ausreichend trinken und leicht essen
  • Trinken Sie stündlich ein Glas Leitungs- und Mineralwasser oder gekühlten, ungezuckerten Tee.
  • Meiden Sie Kaffee und zuckerhaltige sowie alkoholische Getränke, da sie dem Körper Flüssigkeit entziehen
  • Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt.
  • Nehmen Sie leichte, kühlende Mahlzeiten (z.B. Suppen, Salate) und Lebensmittel mit hohem Wasseranteil (z.B. Obst und Gemüse) zu sich.
  • Reduzieren Sie den Konsum eiweißreicher Nahrungsmittel (z.B. Fleisch, Fisch, Nüsse, Hülsenfrüchte), da sie die Körperwärme erhöhen.
Medikamente kühl lagern und auf Hitzeverträglichkeit prüfen
  • Lagern sie ihre Arzneimittel an einem Ort mit einer Höchsttemperatur von 25 Grad, denn werden Medikamente nicht ordnungsgemäß aufbewahrt, können sie ihre Wirkung verlieren.
  • Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, ob sich ihre Medikamente auf die Hitzeverträglichkeit auswirken. Besonders Entwässerungsmittel, Beruhigungsmittel, betäubende Mittel oder Antidepressiva können sich negativ auf Ihre Hitzeverträglichkeit auswirken.

Achten Sie auf hitzebedingte Beschwerden

Sollten Sie an heißen Tagen an Übelkeit, Krämpfen, erhöhter Körpertemperatur, Bläse, Fieber, Erbrechen oder Kreislaufproblemen leiden, kontaktieren Sie ihren Arzt oder ihre Ärztin oder wählen Sie den Notruf [4].

Tipps für Ärzt*innen

Das deutsche Gesundheits- und Sozialwesen ist nicht ausreichend auf Hitzewellen vorbereitet. Es fehlt an der Umsetzung von kommunalen und institutionellen Maßnahmen zum Hitzeschutz [1].

Was Arztpraxen tun können, um Patient*innen vor Hitze zu schützen [5]:

Um Risikofaktoren Bescheid wissen
  • Informieren Sie sich und Ihre Mitarbeiter*innen welche Risikofaktoren die Sterblichkeit und Morbidität bei Hitze erhöhen (z.B. Schwangerschaft, fortgeschrittenes Alter, Pflegebedürftige, Covid-19-Erkrankung, schwere körperliche Aktivitäten). Besonders Risikopatient*innen fällt die Wärmeregulation oder Verhaltensanpassung aufgrund der genannten Einschränkungen schwer.
  • Informieren Sie sich, wie sich verschiedene Medikamente auf die Temperaturregulation auswirken. Manche Medikamente können das Risiko erhöhen, in einer Hitzewelle zu sterben.
Risiken und Präventionsmaßnahmen weitergeben
  • Geben Sie Ihren Patient*innen genaue Trinkmengen an, an denen sie sich orientieren können. Volumenverluste durch Schwitzen sollten um 150 Prozent ausgeglichen werden.
  • Informieren Sie ältere Patient*innen, dass für sie ausreichend trinken nicht genügt. Sie müssen sich zusätzlich z.B. durch feuchte Umschläge, kalte Duschen oder Ventilatoren abkühlen.
  • Informieren Sie Ihre Patient*innen, dass Medikamente bei zu hohen Lagertemperaturen ihre Wirkung verlieren können.
Praxisabläufe an die Temperatur anpassen
  • Vereinbaren Sie, wenn möglich, bei besonders vulnerablen Patient*innen Hausbesuche.
  • Vereinbaren Sie Termine mit Risikopatient*innen abends oder morgens, wenn die Temperaturen kühler sind.
  • Verschieben Sie, wenn möglich, körperlich belastende Untersuchungen an heißen Tagen.
  • Halten Sie die Temperatur ihrer Praxis unter 26 Grad. Beim Einsetzten von Klima- und Lüftungsanlagen, sollten Sie darauf achten, dass diese einen Filter haben, um die Ansteckungsgefahr von Covid-19, durch Aerosole, zu senken. Ventilatoren können Sie bis zu einer Temperatur von 35 Grad einsetzen.

Das gilt bei der Versorgung von Risikopatient*innen

Können Risikopatient*innen nicht täglich durch Pflegepersonal oder Angehörige aufgesucht werden, ist es besonders wichtig Kontakt (auch telefonisch) zu halten. Erkundigen Sie sich über das Wohlbefinden, die Wohnungstemperatur und geben sie Tipps zum Trinkverhalten und Kühlhalten der Innenräume [5].

Weitere Informationen für den Hitzeschutz 

Sarah Bersa

Literatur

[1] Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V. (k.D.). Handlungsfeld Hitze. Im Internet: https://www.klimawandel-gesundheit.de/handlungsfelder-und-projekte/hitze/ (10.05.2023)

[2] Umweltbundesamt (25.01.2023). Gesundheitsrisiken durch Hitze. Im Internet: https://www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-gesundheit/gesundheitsrisiken-durch-hitze#indikatoren-der-lufttemperatur-heisse-tage-und-tropennachte (10.05.2023)

[3] Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V. (k.D.). Hitzeschutz: individuelle Verhaltenstipps. Im Internet: https://hitze.info/hitzeschutz/verhaltenstipps/ (10.05.2023)

[4] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (k.D.). Was tun bei Hitze? Im Internet: https://www.klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz/empfehlungen-bei-hitze/ (10.05.2023)

[5] Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V. Informationen für Ärzt*innen zu Gesundheitsschutz in Hitzewellen bei Covid-19 Pandemie. (2022). 2022-07-Hitze-Infoblatt-Aerztinnen.pdf