Sport im SommerSport bei Hitze?

Wichtig ist ein temperaturangepasstes Konzept und ein verantwortungsvoller Umgang mit dem eigenen Körper, erklärt Professorin Angela Teichert.

Älteres Paar joggt im Park
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Sport sollte bei hohen Temperaturen in die Morgen- oder Abendstunden gelegt werden.

„Ein temperaturangepasstes Konzept ist der Schlüssel zum Sommertraining“, rät Prof. Angela Teichert von der SRH Fernhochschule. Und: „Hohe Temperaturen verlangen Aufmerksamkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Körper. Werden grundlegende Regeln beachtet, könne man den Sommer hervorragend nutzen “um fit zu bleiben, neue Sportarten auszuprobieren und gemeinsam mit anderen aktiv zu sein.”

Besser mit Funktionskleidung sporteln

Die natürliche Kühlung unseres Körpers funktioniert anders, als viele vermuten: „Schweiß kühlt den Körper nicht dadurch, dass er auf der Haut liegt, sondern indem er verdunstet“, erklärt Teichert, ausgebildete Fitnesstrainerin und Professorin für Soziale Arbeit an der SRH Fernhochschule. „Ein leichtes, lockeres und atmungsaktives Funktionsshirt nimmt den Schweiß auf, verteilt ihn über eine größere Fläche und unterstützt so die Verdunstungskühlung. Tropft der Schweiß dagegen direkt von der nackten Haut ab, geht ein Teil dieses natürlichen Kühleffekts verloren.“

Das Trainingsverhalten den Bedingungen anpassen

Hitze müsse keineswegs bedeuten, vollständig auf Bewegung zu verzichten. Leistungssportler nutzen gezieltes Training bei hohen Temperaturen seit Jahren, um zusätzliche Trainingsreize zu setzen und ihren Körper auf Wettkämpfe vorzubereiten. Auch Freizeitsportler können davon profitieren, „vorausgesetzt, sie bringen eine solide Trainingsbasis mit und passen ihr Trainingsverhalten den Bedingungen an“, ordnet Teichert ein.

Das eigene Wärmeempfinden und die „Aushaltbarkeit“ auch hoher Temperaturen können deutlich verbessert werden. „Unser Körper kann lernen, mit Hitze besser umzugehen. Dafür braucht er allerdings Zeit, um sich anzupassen“, sagt Teichert. „Wer regelmäßig trainiert, ausreichend trinkt und sein Pensum schrittweise steigert, schützt seinen Organismus vor Dehydration und kann auch an warmen Tagen sinnvoll Sport treiben.“

4 Tipps für die Sommer-Trainingseinheit

  • Entscheidend ist vor allem, das Training an die äußeren Bedingungen anzupassen.
  • Die Sportwissenschaft empfiehlt, körperliche Belastungen möglichst in die frühen Morgen- oder Abendstunden zu verlegen.
  • Ausreichendes Trinken vor, während und nach dem Sport ist genauso wichtig, wie kurze Erholungspausen im Schatten.
  • Helle, atmungsaktive Kleidung, eine leichte Kopfbedeckung, Sonnencreme und gegebenenfalls das Kühlen der Handgelenke helfen dabei, den Kreislauf zu entlasten.

Wann sollte auf Sport verzichtet werden?

Bei sehr hohen Temperaturen schlägt der gesundheitliche Nutzen von Sport ins Gegenteil um. Als Faustregel gilt:

  • Ab Temperaturen von etwa 30 bis 35 Grad sollte die Trainingsintensität angepasst werden.
  • Treten Schwindel, Kopfschmerzen oder andere Anzeichen einer Überhitzung auf, sollte das Training sofort beendet, die Hitze verlassen und der Körper langsam (!) heruntergekühlt werden.
  • Nach dem Sport empfiehlt Teichert eine lauwarme und keine eiskalte Dusche. „Lauwarmes Wasser unterstützt den Körper dabei, seine Temperatur gleichmäßig zu regulieren. Große Temperaturunterschiede können dagegen den Kreislauf zusätzlich belasten.“

Gemeinsame Aktivitäten im Freien unterstützt die soziale Gesundheit

„Der Sommer schafft ideale Voraussetzungen und die Möglichkeit für viele verschiedene Sportarten, gemeinsam aktiv zu werden. Ob beim Beachvolleyball, Schwimmen, Tennis, Stand-up-Paddling oder einer Laufrunde am frühen Morgen – gemeinsamer Sport motiviert, stärkt das Wir-Gefühl und fördert soziale Kontakte“, so die sportbegeisterte Professorin.

Als Professorin für Soziale Arbeit erlebt sie immer wieder, wie eng sportliche Aktivität und soziale Gesundheit miteinander verbunden sind: „Wer sich gemeinsam bewegt, motiviert sich gegenseitig, achtet aufeinander und bleibt häufig langfristig aktiver als Menschen, die allein trainieren.“

Quelle: SRH Fernhochschule

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