Vitamin DVorsicht bei hochdosierten Vitamin-D-Präparaten

Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D helfen gesunden Menschen nicht, können in Einzelfällen aber schaden, infomiert das BfR in einer Stellungnahme.
 

Eine Pille wird zwischen den Fingern in die Sonne gehalten
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Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D sollten nicht ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden.

Hochdosierte Vitamin-D-Präparate mit Tagesdosierungen von 100 Mikrogramm oder mehr sind bei Gesunden nicht notwendig und können langfristig zu negativen Effekten führen. Zu diesem Schluss kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Durch die körpereigene Bildung werden nicht immer ausreichende Vitamin-D-Spiegel erreicht. Daher kann eine zusätzliche Aufnahme von Vitamin D über Präparate für bestimmte Personengruppen, insbesondere in den Wintermonaten, sinnvoll sein.

Das BfR empfiehlt Gesunden, auf Nahrungsergänzungsmittel mit bis zu 20 µg Vitamin D pro Tagesdosis zurückzugreifen. Diese Menge sei auch ohne Sonnenexposition ausreichend und gesundheitlich unbedenklich.

Hochdosierte Präparate sollten nicht ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden. Einige klinische Studien haben bei langfristiger Einnahme hochdosierter Vitamin-D-Präparate (100 µg) eine stärkere Abnahme der Knochendichte bei älteren Frauen, ein erhöhtes Sturzrisiko und eine Verschlechterung der Herzfunktion bei herzkranken Menschen im Vergleich zu einer Kontrolle beobachtet.

In exzessiven Mengen eingenommen kann es zu einer Vitamin-D-Vergiftung kommen. Diese zeigt sich durch eine ausgeprägte Erhöhung der Calciumwerte im Blut. Symptome einer solchen Hypercalcämie können z.B. Müdigkeit, Muskelschwäche, Übelkeit, Herzrhythmusstörungen und Gewichtsverlust sein. Besteht die Hypercalcämie für längere Zeit, kann es zu Nierensteinen und einer Nierenverkalkung bis hin zu einer (irreversiblen) Abnahme der Nierenfunktion kommen.

Kombination aus Vitamin D und K2

Besonders kritisch schätzt das BfR hochdosierte Vitamin-D-Präparate in Kombination mit Vitamin K ein. Diese Kombination sei nicht ausreichend erforscht: Die Aussage, Vitamin K2 könne das Risiko von Gefäßverkalkung senken, ist wissenschaftlich nicht belegt.

Das BfR empfiehlt, Vitamin K in Nahrungsergänzungsmitteln auf höchstens 80 µg Vitamin K1 oder 25 µg Vitamin K2 pro Tagesdosis zu begrenzen.

Personen, die blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sollten Vitamin K nur unter ärztlicher Kontrolle einnehmen.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)