
Studien belegen, dass eine erfolgreich abgeschlossene Wurzelbehandlung das relative Risiko zur Entstehung von koronaren Herzerkrankungen senken kann. Zahnärztliche Fachgesellschaften haben den Forschungsstand in Form von Kompaktempfehlungen zusammengefasst.
Hintergrund
Als apikale Parodontitis wird eine Entzündung der Wurzelspitze des Zahns bezeichnet. Oft entsteht sie als Folge einer unbehandelten Karies, die sich in den Wurzelkanal ausbreitet. Es ist belegt, dass eine Assoziation zwischen apikalen Parodontitiden und koronaren Herzerkrankungen besteht. So weisen Patienten mit apikalen Parodontitiden ein 1,4-4-fach erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Ein Kausalzusammenhang konnte bislang nicht nachgewiesen werden.
Zahngesundheit beeinflusst systemische Gesundheit
Eine Erkrankung an apikaler Parodontitis führt laut den Expert*innen zu:
- einer Erhöhung von Entzündungsmarkern im Blut
- vermehrtem oxidativem Stress
Diese Faktoren begünstigen wiederum arteriosklerotische Gefäßveränderungen und die Entstehung koronarer Herzerkrankungen.
Die Behandlung und Eliminierung von Infektionen im Zahninneren erfolgt mittels Wurzelkanalbehandlung. Es wurde belegt, dass der oxidative Stress und die Werte der Entzündungsmarker durch eine erfolgreiche Wurzelbehandlung gesenkt werden konnten.
Fazit
Damit sank das relative Risiko zur Entstehung einer koronaren Herzerkrankung um 84% und das Risiko daran zu versterben um 49%, jeweils im Vergleich zu bestehenden endodontischen Infektionen.
Vor allem empfiehlt die DGZMK aber, die Patienten über gemeinsame Risikofaktoren einer apikalen Parodontitis und koronaren Herzerkrankungen aufzuklären. Dazu zählen ungesunde Lebensgewohnheiten wie Alkohol- und Nikotinkonsum und fettreiche Ernährung. Aber auch systemische Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 1, Hypertonie, entzündliche Darmerkrankungen und terminale Niereninsuffizienz.
Im Format Kompaktempfehlungen haben Expert*innen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET) Empfehlungen zum aktuellen Forschungsstand veröffentlicht.


