
Kalorienreduzierte Lebensmittel, Getränke und Süßigkeiten enthalten meist Sorbit (E 420), das bei einer Fructoseintoleranz äußerst schlecht bekömmlich ist, denn es blockiert das Transportsystem GLUT-5, welches für die Aufnahme von Fruchtzucker im Dünndarmverantwortlich ist. Wer ohnehin bereits eine eingeschränkte GLUT-5-Aktivität besitzt, dem steht dann überhaupt kein Kontingent mehr für die Verdauung von Fructose zur Verfügung. Doch Light-Produkte stehen beim Verbraucher hoch im Kurs. Da Lebensmittel mit Sorbit als Zuckerquelle als »zuckerfrei« bezeichnet werden dürfen, wird dieser Zuckerstoff für eine Vielzahl von Fertigprodukten verwendet.
Aber nicht nur Diätkost enthält Sorbit!
- Natürlicherweise findet man Sorbit in einigen Früchten wie Pflaumen, Kirschen, Birnen, Äpfel, Aprikosen, Rosinen oder Pfirsichen.
- Auch diverse Bier- und Weinsorten können Sorbit enthalten.
- Genauso wie Bonbons und alle Arten von Diabetikerprodukten und zuckerfreier Diätkost.
- Wie Fructose wird auch Sorbit als Hilfsstoff in pharmazeutischen Erzeugnissen verwendet.
- Bei der Herstellung von Ketchup, Senf und Mayonnaisen, Marinaden und Dressings wird es ebenfalls oft zugesetzt.
- In Backwaren, wie Kuchen, Muffins, Toasts und Biskuits sowie bei Süßwaren wird Sorbit als Feuchthaltemittel eingesetzt, da es die Eigenschaft hat, Wasser anzuziehen!
Auch zahlreiche Arzneimittel und sogar manche Müslimischungen kommen heutzutage nicht mehr ohne Sorbit aus. Und schon allein der Verzehr von ein oder zwei sorbithaltigen Kaugummis nach einer fructosehaltigen Mahlzeit kann deren Verträglichkeit deutlich herabsenken. Auf der Verpackung solcher »Zahnpflegekaugummis« muss der Satz »kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken« zu lesen sein, da Lebensmittel mit mehr als 10 Prozent Gesamtsorbitanteil auch bei gesunden Menschen Durchfall auslösen können. Als verträgliche Obergrenze geht man bei gesunden Personen übrigens von 20 g pro Einzelportion bzw. von 50 g pro Tag aus. Wer unter einer Fructose- oder Sorbitintoleranz leidet, muss aber bereits ab einer Menge von 1–2 g pro Tag mit Beschwerden rechnen.
Weitere Zuckeraustauschstoffe
Aus den beschriebenen Gründen ist es für alle Betroffenen ratsam, sorbithaltige Nahrungsmittel so konsequent wie möglich vom Speiseplan zu verbannen. Gleiches gilt übrigens auch für die seltener verwendeten Zuckeraustauschstoffe Mannit (E 421), Isomalt (E 953) und Xylit (E 967). Auch diese Stoffe blockieren das Transportsystem GLUT-5.
Mannit findet man natürlicherweise in Champignons, in Shiitake-Pilzen, Feigen, in einigen Meeresalgen und in Schwarzwurzeln in höheren Konzentrationen. Es wird in der Lebensmittelindustrie wie Sorbit eingesetzt und steht im Verdacht, in größeren Mengen bei empfindlichen Personen Erbrechen auszulösen.
Isomalt wird als Zuckeraustauschstoff in verschiedenen zuckerfreien oder kalorienreduzierten Süßwaren und Lebensmitteln verwendet. Man findet ihn, wie auch Sorbit, beispielsweise in Backwaren, Desserts, Speiseeis, Bonbons, Kaugummis und Schokolade. Auch Isomalt gehört zur Gruppe der schwer verdaulichen Kohlenhydrate.
Xylit kommt natürlicherweise u.a. in Pflaumen und auch in der Birkenrinde vor. Es wird in der Lebensmittelindustrie chemisch aus Holzzucker (Xylose) gewonnen. Xylit wird oft für Kaugummis und Bonbons verwendet, weil es einen kühlenden Effekt auf der Zunge bewirkt. Zudem wirkt Xylit karieshemmend. Ab einer gewissen Menge wirkt Xylit, wie auch Sorbit, abführend.
Keine Probleme bei Süßstoffen
Süßstoffe haben eine 30- bis 3000-mal höhere Süßkraft als Haushaltszucker. Sie liefern, anders als Zuckeraustauschstoffe, keine Energie und beeinflussen auch nicht den Insulin- und Blutzuckerspiegel. Außerdem wirken Süßstoffe auch bei übermäßigem Verzehr nicht abführend. Nach aktueller Gesetzgebung sind zurzeit neun Süßstoffe zugelassen. In der Zutatenliste von Lebensmittelverpackungen heißen sie Acesulfam, Aspartam, Aspartam-Acesulfam-Salz, Cyclamat, Neohesperidin DC, Neotam, Saccharin, Sucralose und Thaumatin. Alle Sorten verhalten sich im Falle einer Fructoseintoleranz neutral, das heißt, sie beeinflussen die Fructoseverdauung nicht und werden vom Körper nahezu unverändert wieder ausgeschieden. Zwar enthalten flüssige Süßstoffe einen geringen Fructosegehalt (unter 1 Prozent), aber gemessen an der Gesamtmenge eines mit Süßstoff versetzten Lebensmittels ist dieser Wert kaum noch feststellbar und kann bedenkenlos vernachlässigt werden.
Quelle: Köstlich essen Fructoseintoleranz
kcl



