
Natürlich hat Butter mit mehr als 200 mg pro 100 g einen sehr hohen Cholesteringehalt. Butter enthält auch viele gesättigte Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel im Blut in die Höhe treiben können. Auf der anderen Seite enthält Butter aber auch einige kurzkettige und ungesättigte Fettsäuren, die ihrerseits wieder das Cholesterin senken können.
Komplex zusammengesetzte Lebensmittel dürfen wir nicht einfach nach einzelnen Inhaltsstoffen beurteilen, vielmehr müssen wir das Lebensmittel in seiner Gesamtheit würdigen. Nun möchte ich keineswegs behaupten, dass Butter völlig neutral oder sogar senkend auf den Cholesterinspiegel wirkt. Reichliche Butterzufuhr – und das hat man in »Fütterungsversuchen« an Menschen mit exzessiv hohen Buttermengen herausgefunden – lässt das Cholesterin aber auch nicht so stark steigen wie befürchtet.
Ist Margarine besser?
Da Margarine aus pflanzlichen Ölen und Fetten hergestellt wird, ist sie praktisch cholesterinfrei. Der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren wirkt cholesterinsenkend. Das Problem: Bei der Härtung entstehen Transfettsäuren, die Ihr Cholesterin in die Höhe treiben. Wenn Sie sich für Margarine entscheiden, dann wählen Sie eine Reform- oder Diätmargarine, die aufgrund ihrer besonderen Herstellung garantiert frei von Transfettsäuren ist. Denn wenn Sie die Butter durch eine transfettsäurereiche Margarine ersetzen, dann treiben Sie den Teufel mit dem Beelzebub aus.
Und was kommt aufs Brot?
Machen Sie’s doch wie die Bewohner der Mittelmeerländer. Der griechische Schafshirte kann auf der Weide weder Margarine noch Butter für sein Fladenbrot verwenden, da ihm das Fett bei den sommerlichen Temperaturen wegschmelzen würde. Also träufelt er ein paar Tropfen kalt gepresstes Olivenöl auf sein Brot. Dazu ein paar Knoblauchzehen und ein paar Tomaten – fertig ist ein nahrhaftes, schmackhaftes und cholesterinsenkendes Mahl. Das Olivenöl erniedrigt das schädliche LDL, ohne das gute HDL zu beeinflussen. Knoblauch wirkt auf die Gerinnung prinzipiell ähnlich wie Aspirin. Und Tomaten enthalten das antioxidativ stark wirksame Lycopin. Nun schmeckt Olivenöl gut zu Käse, Soja oder Hefeaufstrichen. Ein Honigbrötchen mit Olivenöl ist aber vielleicht doch nicht jedermanns Sache. Hier sei die Butter (oder die Reform- oder Diätmargarine) erlaubt – Sie müssen sie ja nicht zentimeterdick aufs Brötchen streichen.
Warum Halbfettmargarine Quatsch ist
»Aber damit können wir doch viel Fett und damit Kalorien einsparen!« Bei Halbfettmargarine wird mit viel Chemie Fett durch Wasser ersetzt. Sie bezahlen also Geld für Wasser und belasten Ihren Organismus mit Chemikalien. Warum schmieren Sie nicht gleich die Butter oder Margarine halb so dick aufs Brot? Damit erreichen Sie dasselbe.
Ist Ghee günstiger als Butter?
Ghee (ayurvedische, geklärte Butter, sprich: Gi) entsteht, wenn Butter stundenlang gekocht wird. Dadurch weichen Wasser und Eiweiß aus der Butter. Das Cholesterin bleibt allerdings vollständig erhalten – im Gegenteil: Dadurch, dass das Wasser restlos entfernt wird, steigt die Konzentration an Cholesterin sogar um etwa zehn bis 20 Prozent. Für Ghee gilt daher prinzipiell dasselbe wie für die Butter: Sparsame Verwendung ist erlaubt. Die äußerliche Anwendung von Ghee treibt übrigens nicht das Cholesterin in die Höhe.
Quelle: Cholesterin - Endlich Klartext
kcl




