
Für viele gehört Fisch an Weihnachten zur Tradition. Doch die Auswahl nachhaltiger Produkte wird immer schwieriger. Überfischung, zerstörte Lebensräume und hoher Beifang belasten die Bestände. Die aktuelle „Guter Fisch“-Liste soll Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung geben.
Die „Guter Fisch“-Liste: Mehr Auswahl, aber weiterhin Vorsicht
Erstmals seit ihrer Einführung umfasst die Liste 14 Arten. Neu hinzugekommen sind unter anderem Sardelle aus der Biskaya und die chilenische Schildmakrele. Auch Rot- und Ketalachs aus Alaska sowie regionale Plattfische wie Scholle und Flunder sind empfehlenswert – allerdings nur aus bestimmten Fanggebieten und mit nachhaltigen Fangmethoden.
Bedrohter Zustand vieler Bestände
„Der Zustand der Speisefische in deutschen Gewässern wird leider nicht besser: Der Bestand des Dorschs ist jetzt endgültig zusammengebrochen, der des Nordsee-Herings schrumpft, und für den westlichen Ostsee-Hering sollte eigentlich ein Fangverbot gelten“, warnt Dr. Rainer Froese, Meeresökologe am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.
Auch die Klimakrise verschärft die Lage. „Wärmeres, sauerstoffärmeres Wasser setzt insbesondere Fischen wie Hering und Kabeljau zu“, erklärt Dr. Philipp Kanstinger, Fischereiexperte beim WWF.
Verantwortung der Verbraucherinnen und Verbraucher
Ein bewusster Einkauf kann helfen, die Umweltverträglichkeit der Fischerei zu verbessern. „Mit Hilfe unserer Liste kann jede und jeder selbst entscheiden, welcher Fisch zu Weihnachten auf dem Tisch landet“, betont Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.
So funktioniert die Kennzeichnung
Für unverarbeiteten Fisch und Tiefkühlprodukte sind Angaben zu Art, Fangmethode und Fanggebiet verpflichtend. Diese sollten mit der Liste verglichen werden. Im Zweifel empfiehlt sich eine gezielte Nachfrage. Besonders problematisch sind Grundschleppnetze, die den Meeresboden zerstören und viel Beifang verursachen.
Fazit: Bewusster Konsum schützt die Meere
Die „Guter Fisch“-Liste bietet eine wertvolle Orientierung, doch sie ersetzt nicht die Verantwortung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Wer auf nachhaltige Herkunft achtet, trägt dazu bei, bedrohte Bestände zu entlasten und die Meeresökosysteme zu bewahren. Ein Festessen kann so nicht nur Genuss, sondern auch ein Beitrag zum Schutz der Natur sein.
Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg
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