PertussisKeuchhusten – starke Zunahme von Infektionen

Keuchhusten breitet sich rasant aus – besonders Babys sind gefährdet. Warum Impfungen jetzt wichtiger denn je sind – und wer sich schützen sollte.

Hand mit blauen Gummihandschuhen hält eine Pertussi-Blutprobe im Labor
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Keuchhusten auf dem Vormarsch: Gefahr für Babys und Erwachsene wächst

Die Zahl der Keuchhustenfälle in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf ein Rekordhoch gestiegen: Laut Robert Koch-Institut wurden 2024 insgesamt 25.271 Erkrankungen gemeldet – mehr als doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor. Besonders alarmierend: Am häufigsten betroffen waren Säuglinge unter einem Jahr. Die Stiftung Kindergesundheit warnt eindringlich vor den Folgen: „Die starke Zunahme von Infektionen bedroht vor allem Babys und ihre Familienangehörigen.“

Vom Kinder- zum Erwachsenenleiden

Keuchhusten, medizinisch Pertussis, galt lange als typische Kinderkrankheit. Doch das hat sich geändert: Heute treten rund 60 Prozent der Fälle bei Erwachsenen auf. Das Durchschnittsalter der Erkrankten ist von 15,1 Jahren (1995) auf 41,7 Jahre (2008) gestiegen. Jährlich müssen laut Hochrechnungen mindestens 1.100 Erwachsene wegen Keuchhusten stationär behandelt werden. Besonders gefährlich: Eltern oder Großeltern können unbemerkt ihre Kinder oder Enkel infizieren – mit potenziell lebensbedrohlichen Folgen.

Tückische Symptome und lange Krankheitsdauer

Bei Erwachsenen äußert sich Keuchhusten oft nur durch einen hartnäckigen Husten, der im Schnitt 48 Tage andauert – in Extremfällen sogar bis zu 72 Wochen. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder Sprechen. „Nahezu jeder Kontakt zu einer erkrankten Person führt zu einer Ansteckung“, warnt die Stiftung.
Besonders dramatisch ist die Situation für Neugeborene: Sie verfügen nicht über den sogenannten Nestschutz – also Antikörper, die sie über die Mutter erhalten. „Etwa jedes zweite keuchhustenkranke Kind muss in einem Krankenhaus stationär behandelt und überwacht werden“, so die Stiftung Kindergesundheit. Die Erkrankung beginnt meist mit einem harmlos klingenden Husten, der sich mit herkömmlichen Mitteln nicht bessert. Im weiteren Verlauf kommt es zu heftigen Hustenanfällen mit Atemnot, Erbrechen und glasigem Schleim. Die Symptome treten häufig nachts auf und können über Wochen anhalten. 

Impfung schützt – auch für Erwachsene wichtig

Die Stiftung Kindergesundheit betont die Bedeutung der Impfung: „Eltern sollten wissen: Keuchhusten lässt sich durch Impfungen verhindern.“ Die STIKO empfiehlt eine Grundimmunisierung im Säuglingsalter sowie eine Impfung für Schwangere im dritten Trimester – unabhängig vom bisherigen Impfstatus. Auch enge Kontaktpersonen von Babys sollten ihre Impfung alle zehn Jahre auffrischen.

Quelle: Stiftung Kindergesundheit

kcl