
Wer gut schläft, sich ausgewogen ernährt und regelmäßig bewegt, lebt nicht nur länger – sondern bleibt auch länger gesund. Zu diesem Ergebnis kommt eine australische Forschungsgruppe, die Daten von rund 60.000 Teilnehmenden der UK Biobank ausgewertet hat. Die Studie deutet darauf hin, dass bereits überschaubare Anpassungen in diesen drei Bereichen deutliche Effekte auf Lebens¬erwartung und Krankheitsrisiken haben können.
So wurde untersucht
Für die Analyse begleiteten die Forschenden Männer und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 64 Jahren über etwa acht Jahre. Eine Teilgruppe trug eine Woche lang ein Messgerät am Handgelenk, das Schlaf und körperliche Aktivität objektiv erfasste. Die Qualität der Ernährung wurde anhand eines Index bewertet, der unter anderem den Konsum von Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Ölen und zuckerhaltigen Getränken berücksichtigte. Auf Grundlage dieser Daten berechnete das Team sowohl die voraussichtliche Lebensdauer als auch die krankheitsfreien Lebensjahre.
Länger leben – und länger gesund bleiben
Die Ergebnisse zeigen klare Zusammenhänge: Menschen, die täglich sieben bis acht Stunden schlafen, sich mehr als 40 Minuten moderat bis intensiv bewegen und abwechslungsreich sowie ausgewogen essen, leben den Berechnungen zufolge über neun Jahre länger als Personen mit ungünstigen Lebensgewohnheiten. Ebenso verlängert sich der Zeitraum, in dem sie gesund bleiben, um etwa denselben Wert.
Kleine Schritte mit messbarem Nutzen
Auffällig ist, dass schon geringe tägliche Veränderungen einen spürbaren Effekt zeigten. Laut den Berechnungen verlängerten fünf Minuten mehr Schlaf, zwei Minuten zusätzliche Bewegung und eine halbe Portion mehr Gemüse (oder 1,5 Portionen Vollkorn) pro Tag die Lebenserwartung um rund ein Jahr. Wer ausschließlich seine Schlafdauer optimieren würde, müsste dafür etwa 25 Minuten pro Tag hinzufügen.
Ein praktikabler Ansatz – mit Einschränkungen
Die Forschenden betonen, dass alltagstaugliche, kleine Anpassungen in Schlaf, Ernährung und Bewegung eine realistische Möglichkeit bieten, „die Chancen für ein langes, gesundes Leben zu erhöhen“. Zugleich weisen sie darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die keine direkte Ursache Wirkung Beziehungen nachweisen kann. Weitere Untersuchungen sollen klären, welche Rolle zusätzliche Faktoren wie Rauchen oder Alkoholkonsum spielen.
Quelle: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)
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