KrebstherapieNebenwirkungen komplementär behandeln

In der supportiven Onkologie werden zunehmend Verfahren aus dem Bereich der Naturheilkunde ergänzend eingesetzt, um Nebenwirkungen zu lindern. Eine Übersicht der wichtigsten Symptome und dessen komplementäre Therapiemöglichkeiten.

Inhalt
Rote und blaue Dominosteine, die aufgereiht sind.
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Die Nebenwirkungen während einer Chemotherapie können für die Betroffenen sehr belastend sein.

Motive der Patienten

Krebspatient*innen haben ein hohes Bedürfnis nach Mitbestimmung und Beteiligung am Behandlungsverlauf sowie am eigenen Genesungsprozess [30] [40]. Im Rahmen der europaweiten CAWAC-Initiative (Caring about Women and Cancer) wurden 799 deutsche gynäkologische Krebspatientinnen zu ihren Erfahrungen mit der Erkrankung und Therapie befragt [22]. Dabei gab die Hälfte der Frauen an, von sich aus auf ergänzende Maßnahmen wie Entspannungs- und Meditationstechniken oder bestimmte Diäten zurückzugreifen. Allerdings geschiehe dies oft, ohne dass die konkreten Maßnahmen mit den behandelnden Ärzten abgesprochen werden.

Evidenz für Bewegung

Insbesondere für Brustkrebs gibt es zunehmend valide Evidenz für die positiven Effekte des persönlichen Verhaltens auf die Lebensqualität und den Erkrankungsverlauf. So kann etwa körperliche Bewegung nicht nur therapiebedingte Nebenwirkungen positiv beeinflussen [27] [34] [44], sondern scheint auch mit einer Verlängerung der rückfallfreien Überlebenszeit bzw. Senkung der Mortalität bei Brustkrebspatientinnen einherzugehen [1] [12] [18] [21].

Schätzungen zufolge wenden im Durchschnitt 40–50% der Patienten mit einer Krebserkrankung im Laufe ihrer Therapie oder danach komplementäre Therapiemethoden an. Generell wenden Frauen signifikant häufiger komplementäre Therapien an [5]. Bei den Brustkrebspatientinnen sind es mit über 90% sogar deutlich mehr (http://prio-dkg.de/komplementaere-und-alternative-medizin/).

Es gibt jedoch keine einheitlich anerkannte Definition von alternativen und komplementären Methoden. Die im Rahmen eines EU-Projekts aufgebaute Plattform CAM-Cancer (CAM: Complementary and Alternative Medicine) definiert CAM als Methoden, die nicht der medizinischen Standardbehandlung entsprechen und die entweder anstelle (alternativ) oder zusätzlich zur Standardmedizin (komplementär) angewendet werden [10].

Bei vielen anerkannt ist die Einteilung des US-amerikanischen National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH), die CAM nach ihrem Ursprung in vier Gruppen einteilt:

CAM

Komplementärmedizin im englischsprachigen Raum:

Gruppe von unterschiedlichen medizinischen und medizinnahen Systemen, Praktiken und Produkten, die nicht Teil der konventionellen Medizin sind:

  • Whole Medical Systems (Homöopathie, TCM, Ayurveda…)
  • Mind-Body Medicine (Meditation, Achtsamkeitstraining, Tai Chi, Qigong, Yoga …)
  • Biological Based Practises (Vitamine, Nahrungsergänzungen, Heilpflanzen …)
  • Manipulative and Body-Based Practises (Osteopathie, Bewegungstherapien)

(Quelle: National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH). nccih.nih.gov/health/integrative-health)

Die Gründe, warum Krebspatienten komplementäre Therapien in Anspruch nehmen, sind vielfältig. In einer Patientenbefragung gaben 25% an, dass sie darauf zielen, die Chemotherapie besser zu vertragen. 69% der Patienten gaben schlichtweg an, dass sie sich etwas Gutes tun wollen [16]. Dabei nahmen unter den 835 Befragten der o.g. Studie 53% Vitamine und Spurenelemente ein. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Phytotherapeutika (26%, z. B. Ingwer, Echinacea, Baldrian, medizinische Tees) und homöopathische Mittel (6%). Jeweils mehr als zehn Meldungen entfielen auf Enzymzubereitungen, Mistel-, Eigenblut- und Sauerstofftherapie sowie Krebsdiäten. Allerdings wurden auch hier nur bei 59% der Patienten die komplementären Therapien in den Patientenakten dokumentiert [16].

Die grundsätzliche Unterteilung in die o.g. vier CAM-Gruppen sagt aber noch nichts darüber aus, ob eine Heilmethode empfehlenswert, wirksam und sicher ist. Sie hilft nur, die Heterogenität übersichtlicher zu gestalten. Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es Verfahren mit geringer, aber auch solche mit hoher Evidenz für einen Nutzen.

Hier entwickelt sich ein Widerspruch: Sollte man nur CAM-Verfahren einsetzen, die evidenzbasiert sind? Heißt das dann, dass man nur Ergebnisse von randomisierten klinischen Studien akzeptiert und das persönliche Urteil des Arztes und seine jahrelangen Erfahrungen außer Acht lässt?

Genau das besagt im Prinzip die „Evidenz-Hierarchie“, mit denen sich Evidenzen sortieren lassen. Die Expertenmeinung und mögliche pathophysiologische Argumente gelten als gering (Evidenzstufe 5); besser angesehen sind kontrollierte Kohortenstudien (Stufe 3), noch besser randomisiert-kontrollierte Studien (Stufe 2) und schließlich systematische Übersichtsarbeiten bzw. Metaanalysen über randomisiert-kontrollierte Studien (Stufe 1), die jedoch auch „störanfällig“ sind.

Die Definition des Chochrane Center Deutschland (https://www.cochrane.de/de/ebm) besagt jedoch, dass in der Praxis EbM die Integration individueller klinischer Expertise mit der bestverfügbaren externen Evidenz aus systematischer Forschung bedeutet. Weiter heißt es dort: „EbM stützt sich auf drei Säulen: die individuelle klinische Erfahrung, die Werte und Wünsche des Patienten und den aktuellen Stand der klinischen Forschung.“ Leider wird dies im klinischen Alltag und im Umgang mit den Patienten nicht ausreichend berücksichtigt und zu sehr auf die „Evidenz-Hierarchie“ und das Vorhandensein von randomisierten placebokontrollierten Studien fokussiert.

Anke Ernst et al. vom Deutschen Krebsforschungszentrum versuchen in ihrem Beitrag [10] eine Antwort darauf zu geben. Sie schreiben, dass es zwar keine hochwertigen, randomisierten und kontrollierten klinischen Studien mit CAM gibt, die eine Wirksamkeit gegen Krebs zeigen, aber dass dies nicht heißt, dass es überhaupt keine CAM geben könnte, die möglicherweise gegen Krebs wirken. Supportive oder sekundär präventive Methoden können aufgrund der besseren Studienlage oftmals leichter eingeschätzt werden [10].

Die Autoren weisen zu Recht auch darauf hin, dass es wichtig ist, herauszufinden, was der Patient mit der Methode erreichen möchte. Hat er oder sie das Ziel, die Krebserkrankung damit zu heilen? Oder möchte er einfach „etwas für sich tun“? Oder das „Immunsystem stärken“? Oder möchte der Patient während einer Therapie belastende Symptome lindern und die Lebensqualität dadurch verbessern?

Letztendlich geht es darum, gemeinsam mit dem Patienten zu versuchen, das individuelle Anliegen zu verstehen, um dann, abgeleitet von den Präferenzen des Patienten, sowohl die wissenschaftliche Evidenz als auch das klinische Urteil des Therapeuten mit in die Empfehlung zu integrieren, um gemeinsam zu einer tragfähigen Entscheidung zu kommen.

Beratung und Behandlung

Prioritäten setzen

Schritt 1: Zeitpunkt (Therapiephase/Erkrankungsphase)

  • zur Erhaltung der Lebensqualität?
  • zur Behandlung von Beschwerden?
  • in Kombination zur konventionellen Therapie?
  • zur Rückfallprophylaxe?

Schritt 2: Was ist empfehlenswert?

  • Methodenorientierte Betrachtung (Beispiele)
    • Ernährung
    • Bewegung
    • Body-Mind-Verfahren
  • Symptomorientierte Betrachtung (Beispiele)
    • Erschöpfung
    • Parästhesien
    • Schleimhautentzündungen

Vorsicht Wechselwirkungen

Einen besonderen Stellenwert in der Betreuung stellt die komplementärmedizinische Beratung während einer Chemotherapie dar, zumal nicht selten bei bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln Interaktionen auftreten können.

Ein klassisches Beispiel ist Johanniskraut, das bei milden Depressionen eingesetzt wird, aber als Induktor des Cytochrom P450 in der Leber den Abbau von Medikamenten beschleunigt und damit eine Chemotherapie unwirksamer machen kann.

Wechselwirkungen

Beeinflussung von Entgiftungsenzymen (z. B. Cytochrom-P450-System) während Chemotherapie durch:

  • Grapefruit, Grapefruitsaft
  • Johanniskraut
  • Traubensilberkerze
  • Ginkgo, Ginseng
  • Echinacin
  • Artemisia, Moringa, Amygdalin
  • Vitamin-C-Infusionen (48 Stunden Abstand)
  • Vorsicht bei größeren Mengen von Aroniabeere, Aroniasaft, Pfeffer und Knoblauch
  • Enzyme nicht mit Bevacizumab (Avastin), da verstärkte Blutungsneigung
  • Grüner Tee und Vitamin C nicht unter Bortezomib
  • Gerbstoffe von grünem und schwarzem Tee sowie Kaffee in Kombination mit oral eingenommenen Medikamenten (z. B. Tablettenchemo) können zu schwerlöslichen Komplexen im Magen-Darm-Trakt führen: Hier wird ein Abstand von 2–3 Stunden empfohlen.

(siehe auch [19])

Die gegenteilige Wirkung tritt bei der Grapefruit und ihrem Saft ein. Diese Frucht ist ein Inhibitor des sogenannten CYP3A4-Enzyms. Werden gleichzeitig Zytostatika verabreicht, ist deren Bioverfügbarkeit erhöht, da die Regulierung durch das Enzym über den sog. First-Pass-Effekt entfällt. Es treten dann bei den meisten Patienten deutlich mehr Nebenwirkungen auf. Das betrifft bereits kleine Mengen (ein Glas Saft), und der Effekt hält sogar mehrere Tage lang an. Solche Wechselwirkungen sind auch für einige andere Früchte bekannt, wie z. B. für falsch gelagerte Sellerie oder Pastinakenknollen sowie speziell für die Seville Orange, jedoch nicht für die bei uns übliche Apfelsine/Orange [29]. Übrigens ist von Grapefruit nicht nur in Zusammenhang mit einer Chemotherapie abzuraten, sondern auch dann, wenn andere Medikamente oral eingenommen werden, wie z. B. Tamoxifen, Blutdrucksenker, Psychopharmaka, Statine, Antiarrhythmika oder das Immunsuppressivum Ciclosporin.

Vorsicht ist auch bei Gerbstoffen aus grünem und schwarzem Tee sowie Kaffee geboten. Denn diese können in Kombination mit oral eingenommenen Medikamenten (z. B. Tablettenchemo) zu schwer löslichen Komplexen im Magen-Darm-Trakt führen, sodass weniger Wirkstoff aufgenommen wird. Hier empfehlen Pharmakologen, einen Abstand von 2–3 Stunden einzuhalten [31].

Aber auch Magenschutzmedikamente können die Bioverfügbarkeit von anderen Arzneimitteln unter eine therapeutisch wirksame Dosis bringen. So senkt z. B. die Einnahme von Omeprazol die Aufnahme von Erlotinib um 50% [31]. Hier ist es ähnlich wie beim Kaffee besser, einen zweistündigen Abstand zu anderen Medikamenten einzuhalten.

Selten wird daran gedacht, dass auch das Rauchen die Wirksamkeit von Krebsmedikamenten einschränkt. Der Körper nimmt dann deutlich weniger Erlotinib oder Irinotecan auf, wenn die Patienten ihren Nikotinabusus beibehalten [31].

An Beschwerden orientieren

Während einer konventionellen Therapie steht die Linderung von Beschwerden an erster Stelle. Bei der Anamnese der Patienten sollte die Art der konventionellen Therapie, die Art und das Stadium der Erkrankung, der Allgemeinzustand, das Gewicht, die Verdauung und vorliegende Unverträglichkeiten mit berücksichtigt werden.

Besonders stark untergewichtige Patienten mit ungewolltem Gewichtsverlust sollte eine Ernährungsberatung empfohlen werden. Denn ein guter Ernährungsstatus ist die Grundlage für jede weitere Therapie [14].

Ernährung

Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass während einer Chemo- bzw. Strahlentherapie die Ernährung in dieser Zeitphase entlastend, nicht zusätzlich belastend gestaltet werden sollte. Als weniger empfehlenswert gelten hier: Rohkost, Säfte pur (insbesondere Obstsäfte), grobe Vollkorn (-produkte), Hülsenfrüchte, Kohl, Kartoffeln als Bratkartoffel, Pommes frites oder Kroketten, Geräuchertes, Gepökeltes, Hartkäse, Milchprodukte, Fast-Food, Fertigprodukte mit künstlichen Zusatzstoffen, Weißmehlprodukte, Industriezucker, Bohnenkaffee, „saure“ Teesorten wie Früchte-, Malve- und Hagebuttentee, stark kohlensäurehaltige Mineralwässer.

Außerdem gilt: Wenn die Blutleukozyten unter 1500/µl fallen, sollte mit der Einnahme von Lebendbakterien in Darmsanierungspräparaten pausiert werden, da theoretisch ein Risiko für systemische Infektionen gegeben ist. Da die Studienlage zum Risiko probiotischer Präparate unter Chemotherapie generell nicht eindeutig ist [15], wird geraten, auch bei normaler Anzahl an Blutleukozyten mit der Einnahme von Lebendbakterien eher vorsichtig zu sein. Alternativ können lysierte Bakterienextrakte (s.u. Kapitel Durchfälle) sowie präbiotische Stoffe (Flohsamen, Chicoreewurzel, Akazienfaser) eingesetzt werden.

Bei Neigung zu Blähungen oder Durchfällen werden milchsauer vergorene Lebensmittel oder Extrakte häufig nicht so gut vertragen. Hier ist es ratsam, wenn überhaupt, mit einer minimalen Menge einschleichend zu beginnen.

Vor allem nach Abschluss der Chemotherapie ist die Pflege des Magen-Darm-Traktes wichtig. Bei chronischen Beschwerden ist daher immer eine Bestimmung der Darmflora zu empfehlen.

Nahrungsergänzungsmittel

Bei der Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln gilt:

  • Am besten ist eine pflanzlich basierte, individuell abgestimmte Ernährung!
  • So naturbelassen wie möglich (3 Portionen Gemüse, 2 Portionen Obst am Tag)
  • Nahrungsergänzungsmittel auf pflanzlicher Basis sind besser als isolierte Einzelgaben
  • Isolierte Einzelgaben sind besser, wenn bei bestimmten Vitaminen und Spurenelementen Mangelzustände vorliegen
  • Wichtig: erst testen, dann an den Blutspiegel angepasst verabreichen: Vitamin D, Vitamin B12, Selen

Die folgenden Ratschläge sollen Anregungen sein, welche naturheilkundlichen Maßnahmen individuell bei bestimmten Beschwerdebildern eingesetzt werden können. Die Wirkung einiger Maßnahmen ist durch Studien belegt. Aber auch erfahrungsheilkundlich basierte Mittel können, wenn keine Interaktionen mit der konventionellen Therapie zu erwarten sind, durchaus sinnvoll sein.

Haarausfall

Zytostatika schädigen häufig die Haarwurzelzellen. Bei vielen Betroffenen fallen daher vorübergehend sämtliche Haare aus. Die Wirkung der Zytostatika muss abklingen, damit sich die Haarwurzelzellen erholen können. Nach Abschluss der Chemotherapie kann das „neue“ Haarwachstum gefördert werden. Aber man braucht viel Geduld. Komplementäre Therapien oder „Wundermittel“, die das Wachstum der Haare fördern, werden zwar häufig beworben, allerdings ohne dass hierzu valide Studien vorliegen. Absolut unbedenklich kann eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren (wie z. B. Leinsamen, Leinöl, Hanföl) ist, empfohlen werden. Für die Pflege der „neuen“ Haare sollten sanfte und schadstofffreie Shampoos aus der Palette der Naturkosmetik empfohlen werden.

Hautprobleme

In Zusammenhang mit Bestrahlungen treten häufig Hautreaktionen auf. Nach Abschluss der Strahlentherapie können Patienten mit der äußeren Anwendung von Weleda Hauttonikum Lotion, Combudoron-Flüssigkeit oder Combudoron-Gel, Aloe-vera-Gel oder Calendula-Salbe beginnen. In einer Überprüfung der Cochrane Collaboration [23] ist die Anwendung von Calendula gegen Hautentzündungen unter Bestrahlung sogar nützlich. Während der Bestrahlung sollten solche Maßnahmen aber unbedingt vorher mit dem Strahlentherapeuten abgesprochen werden.

Wenn der Körper aufgrund der Therapien schon genügend zu verarbeiten hat, ist es wichtig, ihm weitere Belastungen zu ersparen. Empfehlen Sie Ihren Patienten deshalb zertifizierte Naturkosmetik.

Übelkeit/Erbrechen

Während und nach einer Chemotherapie treten gehäuft Übelkeit und Brechreiz auf. Bei latenter Übelkeit hilft auf einfache Weise Akupunktur oder Akupressur [7] [11]. Vor und nach einer Infusion kann man je 3 Kügelchen Nux vomica C 30 im Mund zergehen lassen. Ingwer als Tee oder in Form von Kapseln [6] oder Aromatherapie mit Zitronenöl kann die Übelkeit ebenfalls lindern. Achten Sie aber darauf: Bei magenempfindlichen Menschen kann Ingwer auch zu Unverträglichkeiten führen.

Bitte beachten Sie, dass es wichtig ist, dass der Patient die verschriebenen Begleitmedikamente, die das Erbrechen lindern sollen, auch tatsächlich einnimmt. Bei leichter Übelkeit können vor allem die homöopathische Begleittherapie, Zitronenöl und das Akupressurband hilfreich sein. Im Akutfall sind bei Erbrechen meistens nur pharmakologische Präparate ausreichend hilfreich.

Übelkeit/Erbrechen

  • Jeweils direkt vor und nach einer Chemo-Infusion je 3 Globuli Nux vomica C30 im Mund zergehen lassen
  • Akupressur-Therapie mittels „Sea-Band“, www.akupressur-band.de, dies hilft vor allem bei andauernder Übelkeit – als einfache Maßnahme versuchsweise selber den Punkt (sog. Pericard 6) am Unterarm stimulieren
  • Zitronenöl im Aroma-Stick

Mundschleimhautentzündung

Entzündungen der Mundschleimhaut sind häufige Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Am besten, man schützt die Mundschleimhäute bereits, bevor Beschwerden auftreten. Zu diesem Zweck können Patienten während der laufenden Chemo-Infusion Eiswürfel lutschen (ideal mit Ananas: einfach ein Stück Ananas oder kleine Stückchen in Eiswürfelform mit Wasser einfrieren).

Wichtig ist auch das konsequente Gurgeln und Spülen des Mund- und Rachenraums. Hierzu eignen sich Spülungen mit Kamillen- oder Salbei-Extrakt [37], OPC-basierten Mundspüllösungen [20] oder erfahrungsheilkundlich die topische Anwendung von Silicea-Balsam oder Sanddornfruchtfleischöl. Ein preisgünstiges Mittel ist auch das Spülen mit einem Teeaufguss aus blauen Malvenblüten. Besonders Teeaufgüsse bergen allerdings wegen des eher adstringierenden Effekts die Gefahr, das Austrocknen der Mundschleimhaut zu verstärken.

Bei schwerwiegenden Beschwerden kann als Therapieversuch das Spülen mit Traumeel S empfohlen werden (5-mal täglich eine Ampulle (à 2,2 ml) mindestens 30 Sek. im Mund spülen und anschließend schlucken), auch wenn es bisher nur eine Studie mit 32 Patienten darüber gibt [38]. Ebenfalls kleinere Studien zeigten positive Effekte durch Aloe vera [36].

Zur Entgiftung und bei sehr trockenen Mundschleimhäuten ist als tägliches Ritual das Ölkauen sinnvoll. Während einer Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich bitte das Ölkauen nicht anwenden, da immer Ölreste auf der Mundschleimhaut verbleiben und diese durch die Strahlentherapie ähnlich wie in einer Bratpfanne überhitzt werden können.

Während einer Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich ist die Anwendung von Honig effektiv: je 20 ml 15 Min. vor, 15 Min. nach und 6 Std. nach Bestrahlung (z. B. mit Waldhonig, Lindenblütenhonig). Eine kleine Studie zeigte hier, dass dadurch das Auftreten von schwerwiegenden Schleimhautentzündungen mehr als halbiert wurde [2].

Außerdem zeigte eine Studie an Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren, dass die Gabe von Selen (500 µg als Natriumselenit) parallel zur Strahlentherapie zu einer Verringerung der Schluckbeschwerden und Schleimhautentzündungen führte [4].

Mundschleimhaut

  • Schutz vor Entzündung:
  • Mundspülen mit z. B. blauen Malvenblüten, Salbeiextrakt, Kamilleextrakt, OPC-basierten Mundspüllösungen (www.sima.bio)
  • Sanddornfruchtfleischöl 3–5×täglich 3–5 Tropfen

Durchfälle

Durch Chemotherapien sowie bei Bestrahlungen des Bauchraums werden auch gesunde Darmzellen geschädigt. Dies kann zu Verdauungsstörungen führen. Bei Bestrahlungen des Bauchraums treten häufig anhaltende Durchfälle auf. Bei der Chemotherapie können Durchfälle oder Verstopfungen wechseln.

Bei Durchfällen mindert die Behandlung mit Colibiogen (morgens 1 Teelöffel 1/2 Stunde vor den Mahlzeiten, bei schweren Durchfällen bis zu 3-mal täglich) Durchfälle während einer Chemotherapie oder nach einer Strahlentherapie. Untersucht wurde dieser Effekt bisher aber nur bei Patienten mit kolorektalen Karzinomen, die eine 5-FU-haltige Chemotherapie erhielten [43]. Die Erfahrung zeigt jedoch eine Wirkung auch bei allen anderen Tumorerkrankungen.

Auch eine geeignete Ernährung kann die Beschwerden lindern: Bananen, Apfelmus, geriebene Äpfel bzw. Karotten und/oder getrocknete Heidelbeeren.

Wenn Patienten im Bauchraum bestrahlt werden, denken Sie auch an eine Seleneinnahme. Denn eine Untersuchung des Strahlentherapeuten Dr. Mücke konnte bei Patientinnen mit Unterleibstumoren zeigen, dass unter Natriumselenitgabe bei prätherapeutischem Selenmangel (Selen im Vollblut < 85 μg/l) weniger häufig durch die Bestrahlung bedingte Durchfälle auftraten [35], ohne dass die Wirksamkeit der Strahlentherapie negativ beeinflusst wurde.

Bei Durchfällen denken Sie bitte auch daran, Präparate zu empfehlen, die auch über die Mundschleimhaut aufgenommen werden können.

Verstopfung

Eine Verstopfung ist meistens die Folge der Gabe von Schmerzmitteln oder Antiemetika. Ein Magnesiummangel oder eine Schilddrüsenunterfunktion kann jedoch eine Verstopfung noch verstärken.

Bei einer Verstopfung können ähnlich wie bei Durchfällen einfache Hausmittel helfen: Abends zwei Backpflaumen in einem Glas Wasser einweichen, diese am Morgen essen und den Saft trinken. Außerdem regt ein Glas lauwarmes Wasser (morgens nüchtern getrunken) die Verdauung an. Bitte motivieren Sie Ihre Patienten auch, an ausreichend Flüssigkeit (2–2,5 l täglich) zu denken, was noch ergänzt werden kann durch die Einnahme von Flohsamenschalen und/oder Ballaststoffen aus der Chicoreewurzel oder der Akazienfaser.

Wenn die Beschwerden nach der Chemotherapie oder Strahlenbehandlung des Bauches weiterhin fortbestehen, sollte man in jedem Fall an eine Darmsanierung mit eventuell vorheriger Bestimmung der Darmflora denken.

Polyneuropathie

Polyneuropathie bezeichnet die Schädigung der Nervenbahnen. Sie können unter anderem durch bestimmte Zytostatika (z. B. Cisplatin, Carboplatin, Oxaliplatin, Taxol, Taxotere) ausgelöst werden. In der Regel sind Nerven mit langen Leitungsbahnen betroffen, also die von Händen und Füßen. In der konventionellen Medizin werden symptomatisch Schmerzmittel, Antidepressiva und Antikrampfmittel eingesetzt, die wiederum Nebenwirkungen haben. Von naturheilmedizinisch orientierten Therapeuten werden häufig L-Carnitin, Selen, B-Vitamine, Vitamin E oder alpha-Liponsäure empfohlen; ein Patentrezept scheint es jedoch hier nicht zu geben, zumal viele der durchgeführten Studien zu widersprüchlichen Ergebnissen kommen.

Generell ist bei einer nervenschädigenden Chemotherapie das 3- bis 4-mal tägliche Eincremen mit cannabinoidhaltigem Hanföl oder Cremes (www.sima.bio, kapdolen.de) oder anderen schmerzlindernden Ölen, die Lavendel, Kampfer und Eisenhut enthalten, empfehlenswert. Und zwar wird dies am besten angewandt, bevor eine orale Therapie mit alpha-Liponsäure und Co. (s. o.) eingesetzt wird.

Beim Eincremen ist es sehr wichtig, die betroffenen Stellen je 8–10 Minuten einzumassieren (ggf. auch einen Noppenball verwenden)! Und am besten, man beginnt mit der lokalen Applikation bereits eine Woche vor Beginn der neurotoxischen Chemotherapie.

Auch krankengymnastische Maßnahmen haben eine große Bedeutung, wie z. B. Massagen und wechselnde Temperaturreize mit warmem und kaltem Wasser. Die lokale Anwendung eines Peelings kann ebenfalls schmerzlindernd sein: Einmal täglich Hände und/oder Füße mit 2 Teilen Olivenöl und 1 Teil Zucker für 10 Minuten einreiben, danach gut abspülen.

Polyneuropathie

  • Lokal Cannabinoide als Hanföl (PNP-Öl: www.sima.bio) oder Creme (RaLife Creme) 3–4 x tgl. Hände und Füße einmassieren; Wala Aconit Schmerzöl
  • Wenn obige Maßnahmen nicht wirken: alpha-Liponsäure (Thioctacid 600 mg 1 Tabl./Tag) + Vitamin B1 (Milgamma protekt 1 Tabl. morgens)

Hand-Fuß-Syndrom

Unter dem Hand-Fuß-Syndrom versteht man entzündliche Hautveränderungen an den Handinnenflächen und Fußsohlen. Es tritt meist infolge einer bestimmten Chemotherapie auf, insbesondere unter Capecitabin (Xeloda), aber auch unter 5-Fluorouracil, liposomalen Doxorubicin und den neuen Immuntherapien. Häufig schuppt die Haut zusätzlich ab, wird taub oder kribbelt und entwickelt eine Überempfindlichkeit für Wärme.

Die betroffenen Hautareale werden mit Feuchtigskeitslotionen und mit calendulahaltigen bzw. harnstoffhaltigen Salben behandelt. Außerdem können das lokale Aufsprühen von Apfelessig bzw. kühle oder auch warme Bäder hilfreich sein, z. B. die Anwendung eines 15- bis 20-minütigen warmen Hand- und Fußbades, dem ein Auszug aus jeweils 10 g Ringelblumen- und Kamillenblüten sowie Salbeiblättern (mit 1,5 l kochendem Wasser übergießen, zugedeckt 10 min ziehen lassen, Extrakt mit 1,5 l kaltem Wasser verdünnen) zugesetzt wurde.

Ähnlich wie bei der Polyneuropathie ist das lokale Auftragen von cannabinoidhaltigem Hanföl oder Cremes empfehlenswert.

Hand-Fuß-Syndrom

  • Cannabinoide als Hanföl (Haut Hanföl: www.sima.bio) 3–4 x tgl. einmassieren; Imlan Creme plus; Calendula Salbe 20%; Apfelessig
  • ggf. HFS-Bad oder Bad mit einem Auszug aus Ringelblumen- und Kamillenblüten sowie Salbeiblättern

Arthralgien

Die bei Mammakarzinompatientinnen unter Aromatasehemmern auftretenden Gelenkschmerzen sind schwer zu behandeln und waren in der BIG 1–98-Studie häufigster Grund für einen Therapieabbruch [9]. Ein Ansatz ist nicht nur der Switch auf eine andere antihormonelle Therapie, wie z. B. Tamoxifen, oder die zweifelhafte Gabe von Antidepressiva, sondern vor allem die Einbeziehung von komplementären Maßnahmen aus der Naturheilkunde.

Studienergebnisse zeigen, dass eine zusätzliche Vitamin-D-Gabe [24] [25] [39] oder sogar sportliche Aktivität [21] helfen kann. Versuchsweise kann man auch Arzneitees oder Fertigpräparate aus Weidenrinde, Teufelskralle, Eschen- und Zitterpappelrinde oder Akupunktur einsetzen. Insbesondere Akupunktur ist sehr gut wirksam und auch durch Studien belegt [8].

Aus meiner Erfahrung heraus profitieren viele Frauen auch durch eine proteolytische Enzymtherapie. Positive Rückmeldungen von Patientinnen erreichen mich auch zur Einnahme von Hagebuttenextrakt oder -pulver. Prof. Harold Burstein aus Boston empfiehlt zur leichten Besserung von Gelenkbeschwerden die Gabe von antiinflammatorisch wirkenden Omega-3-Fettsäuren (16. St. Gallen International Breast Cancer Conference, März 2019).

Fatigue

Das Cancer-related Fatigue-Syndrom hat eine besondere Bedeutung, da es sehr stark die Lebensqualität beeinträchtigt, häufig auftritt und oft nur unbefriedigend behandelt wird [42].

Der einfachste Ratschlag an Patienten ist zunächst einmal, sich zu körperlicher Aktivität (Bewegung an frischer Luft, Krafttraining) aufzuraffen, auch wenn es schwerfällt [41].

Die komplementäre Therapie zielt auf eine Aktivierung des Immunsystems durch eine Misteltherapie [26], den Ausgleich von Nährstoffdefiziten, die Stärkung der Entgiftungsorgane und eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren (wie z. B. Fischöl, Leinsamen, Leinöl, Hanföl) ist. Auch regelmäßige Kneipp-Güsse oder Bürstenmassagen zur Kreislaufanregung können helfen, das Körpergefühl zu verbessern. Außerdem gibt es Hinweise für einen positiven Effekt von Akupunktur [13] und Entspannungsverfahren [45] auf das Fatigue-Syndrom.

Yoga ist inzwischen ebenfalls eine gut untersuchte Methode [32]. In einem systematischen Review mit 245 Studien zu Fatigue zeigte Yoga die höchsten Effekte, gefolgt von aerobem Training kombiniert mit Krafttraining, Krafttraining und aerobem Training alleine [17]. In einer Metaanalyse waren die gemessenen Effekte bei Krebspatienten jedoch eher gering ausgeprägt [3]. Dies liegt vielleicht daran, dass auch der Zeitpunkt der Anwendung entscheidend ist. So ist Yoga möglicherweise nach Abschluss einer Chemotherapie effektiver als während einer Chemotherapie [33].

Zusammenfassend scheint es am besten zu sein, beim Fatigue-Syndrom mit seinen vielfältigen Beschwerden ein multimodales Vorgehen anzuwenden. Das Forschungsinstitut Havelhöhe (http://www.fih-berlin.de/) hat hierfür ein Behandlungskonzept entwickelt, das aus Psycho-, Schlafedukation und -restriktion sowie einer individuellen Schlafberatung, Eurythmie- und Maltherapie-Interventionen über 10 Wochen besteht. Die Wirksamkeit dieses Konzeptes in Bezug auf eine Verbesserung von Fatigue und Schlafqualität konnte inzwischen gezeigt werden. Dabei war der Effekt des multimodalen Vorgehens besser als bei einem alleinigen trainergeleiteten Ausdauertraining [28].

Weniger ist mehr – treffen Sie individuelle Entscheidungen

Es kann sinnvoll sein, einige der empfohlenen Maßnahmen zeitgleich durchzuführen, um den Therapieerfolg zu sichern. Wägen Sie individuell ab, welche Ihnen nützlich erscheinen. Häufig reichen auch einzelne Maßnahmen, wenn diese von den Patienten konsequent beibehalten werden.

Die Kommunikation mit den behandelnden Onkologen ist essenziell, um mögliche Medikamenteninteraktionen zu vermeiden. Idealerweise sollten entsprechende Informationen über komplementäre Therapiemaßnahmen sowohl vom Onkologen routinemäßig erfragt als auch vom Verordner aktiv mitgeteilt werden.

Dr. med. Nicole Weis

Interessenkonflikt: Die Autorin erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

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  3. Boehm K, Ostermann T, Milazzo S, Büssing A. Effects of yoga interventions on fatigue: a meta-analysis. Evid Based Complement Alternat Med 2012; 2012: 124703
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