Mundgesundheit Phytotherapie und Mundgesundheit

Die Mundgesundheit wirkt sich auf die allgemeine Gesundheit aus. Experten beleuchten in 6 Beiträgen Ansätze der Phytotherapie für die Mundgesundheit.

Inhalt
Zahnprothese und Zahnarztinstrumente für die zahnärztliche Behandlung.
megaflopp/stock.adobe.com
Im Zuge der Prophylaxe sollte viel umfassender über Zusammenhänge zwischen Zahngesundheit und körperlicher Gesundheit informiert werden.

Einleitung

Mundgesundheit stellt ein komplexes Zusammenspiel zwischen verschiedenen Faktoren dar, das nicht nur die Mundhöhle mit Hart- und Weichgewebe betrifft, sondern auch weitreichende Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden eines Individuums haben kann. Die enge Verbindung zwischen Mundhöhle und systemischem Gesundheitszustand wird immer deutlicher, insbesondere durch das mittlerweile vertiefte Verständnis der Zusammenhänge zwischen parodontalen und systemischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, rheumatoider Arthritis und anderen chronischen pathologischen Zuständen. Insofern ist Mundgesundheit im weitesten Sinne nicht nur ein zahnärztliches Problem, sondern ist auch in einem größeren Zusammenhang der Prävention vieler generalisierter Erkrankungen zu sehen. Da sich die meisten Menschen in Deutschland schon im Kindes- und Jugendalter in regelmäßiger zahnärztlicher Kontrolle befinden, hausärztliche Vorsorgeleistungen aber oft erst ab dem mittleren Erwachsenenalter in Anspruch nehmen, sind die Zahnärzte und Zahnärztinnen oft die ersten, die durch Erkrankungen der Mundhöhle auf beginnende systemische Erkrankungen bei ihren Patienten und Patientinnen hingewiesen werden.

Interessanterweise finden sich in der traditionellen Medizin recht viele Hinweise für die Verwendung einer Vielzahl an pflanzlichen Therapeutika bei Erkrankungen des Mund- und Rachenraums. Und es erscheint auch spannend, dass solche Anwendungen schon über sehr lange Zeiträume im volksheilkundlichen Bereich weitergegeben werden und sich heute auch in relativ vielen zulassungsrelevanten HMPC-Monografien der Europäischen Arzneimittelagentur wiederfinden. Auf der anderen Seite bietet der Arzneischatz an chemischen definierten Wirkstoffen für den Einsatz bei Erkrankungen des Mund-Rachenraums relativ wenig Ansatzpunkte. Häufigster Vertreter hierbei ist das Antiseptikum Chlorhexidin. Dieser stark antibakterielle, aber unspezifische Wirkstoff wird heute aufgrund seines Nebenwirkungsrisikos (Veränderungen des Zahnhartgewebes, Verfärbung der Zähne, Beeinträchtigung des Geschmackempfindens etc.) kritisch bewertet und steht in vielen Industrieländern als Arzneimittel nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Auf der anderen Seite ist vielen zahnärztlich Tätigen gar nicht bewusst, welche alternativen Zubereitungen oder Arzneimittel aus dem phytotherapeutischen Bereich zur Verbesserung der Mundgesundheit zur Verfügung stehen.

Aus diesen Gründen wurde das Thema „Phytotherapie und Mundgesundheit“ im Rahmen von 6 Vorträgen eines wissenschaftlichen eSymposiums am 11. Juni 2025 der GPT, in Zusammenarbeit mit ÖGPHYT und SMGP im interdisziplinären Austausch zwischen Zahnärzten, Medizinern, Mikrobiologen und Apothekern von unterschiedlichen Seiten beleuchtet, und auch, um mögliche innovative Ansätze zur Prävention und Behandlung von Mundkrankheiten zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Im Rahmen dieses Symposiums wurde deutlich, dass durch die Kombination von naturheilkundlichem Wissen mit moderner medizinischer Forschung sich eine gute Chance bietet, neue Therapieansätze zu identifizieren, die nicht nur die Symptome von Mundkrankheiten lindern, sondern auch die zugrunde liegenden Ursachen bekämpfen. Diese interdisziplinäre Herangehensweise ermöglicht es, die Mundgesundheit als integralen Bestandteil der allgemeinen Gesundheit zu verstehen und effektive Strategien zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden zu entwickeln.

Gesund beginnt im Mund: Die Mundhöhle als Pforte zum System Mensch

Univ.-Prof. Dr. Georg Conrads, Orale Mikrobiologie und Immunologie, Universitätsklinikum der RWTH Aachen

Die zentrale Rolle der Mundhöhle als Eingangstor zum gesamten menschlichen Organismus wird häufig nur unvollständig gesehen. Nahrungsaufnahme durch Mund und Vorbereitung der Speise für den weiteren Weg ins Gastrointestinum ist eine Aufgabe der Mundhöhle, aber auch die sehr komplexe orale Mikrobiologie und Immunologie müssen berücksichtigt werden. Das Mundmikrobiom z. B. steht nicht nur im Kontext zahnmedizinischer Erkrankungen, sondern hat darüber hinaus weitreichende Bedeutung für die allgemeine Gesundheit des Menschen.

Ein zentrales Thema des Vortrags ist die weiterhin große Relevanz von Karies, insbesondere bei Kindern im Alter von 1–9 Jahren. Von den Milchzähnen kann sie über die Persistenz der Erreger auf die permanenten Zähne übertragen werden und damit die Lebensqualität ein Leben lang beeinträchtigen. Karies gilt als klassische Zivilisationskrankheit, die eng mit dem übermäßigen Konsum von Saccharose verknüpft ist. Trotz moderner Fluoridierungs-Prophylaxe ist Karies keineswegs überwunden und stellt v. a. in sozioökonomisch benachteiligten Gruppen eine große gesundheitliche und finanzielle Belastung dar. Die Ätiopathogenese basiert auf spezifischen biochemischen Eigenschaften der beteiligten Bakterien: Diese sind saccharolytisch (sie verwerten Zucker), acidogen (sie produzieren Säuren), acidotolerant und azidurisch (sie überleben auch in saurem Milieu). Führend unter den kariogenen Keimen sind Streptococcus mutans, Streptococcus sobrinus, bestimmte Laktobazillen sowie Bifidobacterium dentium. Besonders betont wird der negative Einfluss von Zucker auf die Zusammensetzung des Speichels und des Mikrobioms: Bereits geringe Mengen Saccharose können das Gleichgewicht der oralen Mundflora erheblich stören. Dies ist aber reversibel, solange der Zuckerreiz nicht persistiert bzw. die Mundhygiene optimal ist.

Ein innovativer Ansatz zur Kariesprävention stellt die Phytoprophylaxe mit Stevia rebaudiana dar, die einen pflanzlichen Süßstoff mit antikariogener Wirkung liefert: Stevia, konkreter die in der Pflanze enthaltenen Diterpenglykoside (Stevioside) süßen, ohne den bakteriellen Stoffwechsel negativ zu beeinflussen, was diese Extrakte zu einer vielversprechenden natürlichen Alternative zu Saccharose macht.

Ein weiteres Kernthema im Bereich Mundgesundheit ist die Parodontitis, eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparats, die insbesondere ältere Menschen betrifft und damit einen immer höheren Anteil der Bevölkerung in Deutschland und Europa. Ihre Entstehung ist multifaktoriell und hängt u. a. von der Immunlage, der Ernährung, Stress und Rauchen ab. Die Entzündung führt zu einem Ungleichgewicht von Aufbau- und Abbauprozessen des Gewebes, was letztlich in der Zerstörung von Kollagen und Knochen resultiert. Zu den wichtigsten pathobiontischen Keimen in diesem Zusammenhang zählen Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythia, Treponema denticola sowie Prevotella intermedia und Aggregatibacter actinomycetemcomitans. Besonders hervorgehoben wird Porphyromonas gingivalis als „Master der Dysbiose“, ein gramnegatives anaerobes Bakterium, das in der Lage ist, das orale Mikrobiom massiv in Richtung einer krankmachenden, entzündungsfördernden Flora zu verschieben.

Besonders eindrücklich ist die Verknüpfung der Parodontitis mit systemischen Erkrankungen. Die bakterielle Entzündung der Mundhöhle ist nicht lokal begrenzt, sondern kann über Verdauungstrakt, Blutbahn und Entzündungsmediatoren den gesamten Körper beeinflussen. Zu den assoziierten Krankheiten zählen:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall durch bakterielle Endotoxine (LPS), reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und die systemische Zytokinantwort
  • Komplikationen in der Schwangerschaft, etwa Frühgeburten oder geringes Geburtsgewicht
  • Diabetes mellitus, wobei P. gingivalis die glykämische Kontrolle stört
  • rheumatoide Erkrankungen, da bakterielle Enzyme und Spaltprodukte wie Citrullin Autoimmunreaktionen begünstigen
  • neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer-Demenz und Morbus Parkinson, die ebenfalls mit systemischer Entzündung und bakteriellen Endotoxinen in Verbindung stehen
  • Niereninsuffizienz, aktuell Gegenstand eines Sonderforschungsbereichs (in der Antragsphase) am Universitätsklinikum Aachen. Mund- und Nierengesundheit sind mutual verbunden.

Ein weiterer spannender Aspekt ist die Rolle der Mundflora bei der Medikamentenverwertung. Die Zusammensetzung der Duodenalflora – also der bakteriellen Besiedlung des oberen Dünndarms – ist eng an die Mundflora gekoppelt. Dies begründet sich mit dem Speichelmikrobiom, welches geschluckt wird und nach der Magenpassage teils den oberen Dünndarm besiedelt. Eine gestörte Mundflora kann daher sekundär auch die Resorption und Wirksamkeit von Medikamenten im Duodenum beeinträchtigen. Ebenso steht sie mit der Glutensensitivität in Verbindung. Eine gesunde orale Mikrobiota kann helfen, Beschwerden wie Blähungen, Müdigkeit oder Hautprobleme bei glutenhaltiger Ernährung zu vermeiden.

Auch der Blutdruck wird durch die Mundflora beeinflusst. Bestimmte Bakterien wie z. B. Rothia-Arten sind in der Lage, Nitrat aus der Nahrung zu reduzieren und damit die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) anzuregen, das gefäßerweiternd wirkt und so zur Blutdruckregulation beiträgt. Eine gestörte orale Flora kann diesen Prozess negativ beeinflussen.

Als pflanzlich-natürliche Therapieoptionen werden insbesondere Eugenol-haltige ätherische Öle vorgestellt. Eugenol – enthalten z. B. in Gewürznelken, Muskatnuss, Basilikum oder Lorbeer – wirkt antiseptisch und anästhetisch und wird in der Zahnmedizin zur Wurzelfüllung (z. B. Zinkoxid-Eugenol) eingesetzt.

Fazit

  • Die Pflege einer gesunden Mundflora ist essenziell für die allgemeine Gesundheit.
  • Der übermäßige Zuckerkonsum hat weitreichende negative Effekte auf das orale Mikrobiom und sollte reduziert werden.
  • Der gezielte Einsatz pflanzlicher Wirkstoffe wie Stevia oder Eugenol kann eine sinnvolle Ergänzung in der Prävention und Therapie darstellen.
  • Antimikrobielle Mundspülungen sollten nur so kurz und gezielt wie nötig eingesetzt werden, um die nützliche Mikrobiota zu schützen.
  • Eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse und Gewürzen trägt zur Stabilisierung der Mundflora bei und unterstützt so den gesamten Organismus.

Pflanzliche Drogen und Naturstoffe bei Mund- und Rachenerkrankungen

Prof. Dr. Andreas Hensel, Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie, Universität Münster

Zu den häufigen entzündlichen Erkrankungen im Bereich der Mundschleimhaut gehören:

  • Stomatitis (unspezifische Schleimhautentzündung)
  • Gingivitis (Zahnfleischentzündung)
  • Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates)
  • Stomatitis aphthosa (Aphthen)
  • Mundtrockenheit (Xerostomie, Sicca-Syndrom)

Diese Krankheitsbilder können akut oder chronisch verlaufen und beeinträchtigen das Wohlbefinden, die Nahrungsaufnahme und die Lebensqualität. Häufig verwendete Drogen zur Behandlung von Mundschleimhaut- und Rachenentzündungen sowie leichten Blutungen im Mundraum finden sich in [Tab. 1]. Andere, eher selten eingesetzte pflanzliche Drogen sind z. B. Gänsefingerkraut, Spitzwegerichblätter, Brombeerblätter oder auch Sanddornfrüchte. Prinzipiell lassen sich hier Drogen identifizieren, die schwerpunktmäßig aufgrund ihres Gehaltes an ätherischen Ölen und/oder Gerbstoffen charakterisiert sind. Für etliche Bestandteile ätherischer Öle aus den genannten Drogen sind nennenswerte antibakterielle, antivirale und antientzündliche Wirkungen gut dokumentiert (z. B. aus Salbeiblättern 1,8-Cineol mit deutlicher keimhemmender und antientzündlicher Komponente, Matricin, Bisabolol und Bisabololoxide mit deutlicher antiinflammatorischer Wirkung, wundheilungsfördernde Effekte der Flavonoide und Polysaccharide aus Ringelblumenblüten etc.).

Besonders interessant sind sicherlich Gerbstoffdrogen, da Tannine als Polyphenole aufgrund der Interaktion mit Proteinen zu Enzymhemmungen führen können, durch Abdichtung von Kapillarschäden blutstillend und sekretionshemmend wirken, deutliche Reizmilderung bewirken, antimikrobielle Effekte aufweisen, aber auch spezifische Effekte auf die Physiologie von Haut- und Schleimhautzellen haben können. Gerade Letzteres führt zu erhöhten Proliferationsraten von Keratinozyten sowie der Induktion der terminalen Hautzelldifferenzierung zu funktionalen Barrierezellen [1]. Ein hierfür gut untersuchter Gerbstoff ist das Agrimoniin (Frauenmantelkraut, Tormentillwurzelstock) oder die oligomeren galloylierten Proanthocyanidine aus Hamamelisblättern oder Ratanhiawurzel. Reizlindernde Polysaccharide finden sich in Aloe-vera-Gel, aber auch in Spitzwegerichzubereitungen.

Nun ist natürlich die Herstellung von Gurgeltees aus solchen Drogen nicht unbedingt jedermanns Sache. Allerdings gibt es im Apothekenbereich optimierte Rezepturen, die bei Nachfrage seitens des Kunden in der Apotheke zur Verfügung gestellt werden können. So beschreibt z. B. der Deutsche Arzneimittelcodex DAC und das Neue Rezeptur Formularium NRF als Sammlung optimierter und bewährter Rezepturen eine Stomatitis-Lösung zur Anwendung in der Mundhöhle, die Dexpanthenol, Lidocain und Kamillosan®-Konzentrat enthält und damit schmerzstillende, reizlindernde und antientzündliche Wirkungen aufweist. Zwei weitere Rezepturen (Tormentill-Myrrhe-Adstringens, und Ratanhia-Myrrhe-Adstringens) beschreiben leicht herstellbare Gurgellösungen mit hohem Gerbstoffanteil.

Im Bereich der Fertigarzneimittel finden sich im deutschen Markt etliche zugelassene Präparate ([Tab. 2]). Auch im Bereich der Nicht-Arzneimittel finden sich empfehlenswerte Präparationen. So stellt das Kosmetikum RephaOs® ein Mundspray aus Myrrhe, Tormentillwurzelstock, Ratanhiawurzel, Minzöl, Eukalyptusöl, Nelkenöl und Minzöl dar, für das antibakterielle Effekte gegen P. gingivalis, Prevotella intermedia und Aggregatibacter sp. dokumentiert sind. Interessant ist, dass die Extraktmischung eine Hemmung proteolytischer Virulenzfaktoren von P. gingivalis bewirkt, wodurch sich die antimikrobielle und antiphlogistische Wirkung dieses Kosmetikums durchaus erklären lassen. Der hohe Gerbstoffanteil dürfte wiederum für die beschriebenen adstringierenden und antiexsudative Effekte verantwortlich sein.

Ein weiteres Präparat aus dem Lebensmittelbereich ist Sanddorn-Fruchtfleisch, welches bei onkologischen Patienten bei Mucositis empfohlen wird.

Rotöl Jukunda, ein lichtbehandeltes Ölmazerat aus Johanniskraut, wird bei Zahnfisteln sowie nach Operationen im Mund- und Rachenraum eingesetzt.

Pflanzenbasierte Adjuvanzien in der Parodontitistherapie: Potenziale und Grenzen

Prof. Dr.med. Dr.med. dent. Thomas Beikler, Poliklinik für Parodontologie, Präventive Zahnmedizin und Zahnerhaltung, Universitätsklinikum Eppendorf, Hamburg

Während die Prävalenz von Karies bei älteren Kindern und jüngeren Erwachsenen in den letzten drei Dekaden kontinuierlich durch präventive Maßnahmen gesenkt werden konnte, stellt die Parodontitis im deutschsprachigen Raum immer noch ein großes Problem dar [2] [3]. Gemäß der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS VI) weisen 64% der jüngeren Erwachsenen eine behandlungsbedürftige Parodontitis im Schweregrad Stadium II (46%), Stadium III (14%) und Stadium IV (4%) auf [3]. Noch ausgeprägter finden sich Parodontalerkrankungen bei jüngeren Seniorinnen und Senioren, von denen 77% eine behandlungsbedürftige Parodontitis aufweisen (24% Stadium II, 26% Stadium III, 26% Stadium IV) [3]. Hochgerechnet auf Deutschland bedeutet dies, dass konservativ geschätzt mindestens 20 Mio. Menschen parodontal erkrankt sind und eine Behandlung benötigen. Erstaunlicherweise werden allerdings im Jahr 2023 lediglich 1,1 Mio. Fälle von Parodontalbehandlung gegenüber den Krankenkassen abgerechnet. Daraus lässt sich folgern, dass die Majorität dieser Erkrankung weitestgehend zahnärztlich unbehandelt bleibt [4]. Dass dies gravierende Folgen für den Zahnerhalt, für die Mundgesundheit, aber auch für den Gesamtorganismus hat, ist naheliegend. Die hohe Prävalenz und die mit der Erkrankung assoziierten direkten und indirekten Kosten erfordern effektive Präventions- und Therapieansätze.

Die Entstehung der Parodontitis ist multifaktoriell und durch eine schleichende Verschiebung der Eubiose hin zu einem dysbiotischen mikrobiellen Zustand charakterisiert. Hinzu kommen auch genetische und systemische Einflüsse wie Diabetes mellitus sowie umweltbedingte Faktoren (z. B. Rauchen, Stress), die für die Entwicklung der mikrobiellen Dysbiose eine zentrale Rolle spielen. Insbesondere die Entwicklung des sog. „red complex“, eine Bakterientriade aus Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythia und Treponema denticola, wird mit dem Auftreten ausgeprägter Symptome der Periodontitis und dem Fortschreiten der Erkrankung in Korrelation gebracht. Das Gleichgewicht zwischen Eubiose und Pathobionten wird durch die sich entwickelnde immunologische Dysregulation gestört, was in Folge zu einer überschießenden Entzündungsreaktion mit Hart- und Weichgewebsverlust führt, aber auch über die veränderte Mundflora systemische Effekte auf den Gesamtorganismus bewirken kann. Im oralen Bereich führt die unbehandelte Erkrankung letztendlich zur fortschreitenden Entzündung des Gewebes, der Degradation des Zahnhalteapparates und zum Zahnverlust.

Effektiv, aber problematisch: Chlorhexidin

Der Goldstandard im Bereich der Parodontitis-Therapie ist das nicht-chirurgische und chirurgische Vorgehen. Adjuvant können antimikrobielle Substanzen, wie beispielsweise chlorhexidinhaltige Produkte (CLX), eingesetzt werden. Dieser Wirkstoff stellt zwar ein effizientes antimikrobielles Agens dar, allerdings bewirkt er relevante Zell- und Gewebeschädigungen und führt häufig auch zu Verminderung des Geschmacksempfindens. In vielen Ländern wird CLX deswegen nicht mehr verwendet oder die entsprechenden Produkte unterliegen der Rezeptpflicht und damit strikter zahnärztlicher Kontrolle. Da neben CLX wenig alternative Behandlungsmöglichkeiten bestehen, wird ein phytopharmakologischer Ansatz heute als durchaus relevante Alternative angesehen. Pflanzliche Extrakte, häufig mit Tannin-ähnlichen Polyphenolen angereichert, gewinnen zunehmend an Bedeutung in der Parodontitistherapie [5]. Sie zeigen sowohl antimikrobielle als auch immunmodulatorische Wirkungen [5]. Zu den bekannten Mechanismen zählen:

  • Hemmung proinflammatorischer Zytokine (TNF-α, IL-6, IL-8)
  • Reduktion von COX-1 und COX-2
  • Inhibition der NF-κB-Signaltransduktion
  • Hemmung bakterieller proteolytischer Enzyme wie z. B. die Hauptvirulenzfaktoren von P. gingivalis, die Gingipaine
  • Reduktion der bakteriellen Adhäsion und Biofilmbildung

Pflanzenbasierte Extrakte mit Einsatz im Bereich der Parodontalerkrankungen stammen z. B. aus Sauerampfer und grünem Tee (Camellia sinensis, unfermentiert). Mehrere klinische Untersuchungen zeigen, dass Grüntee-Extrakte durchaus den Gingival-Index (GI) signifikant reduzieren können [6].

Im Fokus: Sauerampfer

Neuere experimentelle Studien untersuchen den Proanthocyanidin-reichen Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa L.), eine Pflanze, die in der traditionellen Literatur immer wieder für den Einsatz bei entzündlichen Prozessen im Mundbereich beschrieben ist. Da Extrakte aus Sauerampfer in präklinischen Untersuchungen gute antivirulente Effekte (Hemmung der bakteriellen Interaktion mit Mundschleimhautzellen, Reduktion der proteolytischen Aktivität der Gingipaine) gegenüber P. gingivalis gezeigt hatten, und definierte galloylierte Proanthocyanidine als verantwortliche Inhaltsstoffe identifiziert werden konnten, wurden weitere Untersuchungen an gesunden Probanden durchgeführt [7] [8]. Innerhalb einer randomisierten kontrollierten Studie unter Verwendung einer Sauerampfer-Mundspüllösung (0,8% Aceton-Wasser-Extrakt) konnte eine signifikante Reduktion von Plaque- und Sulkus-Blutungs-Index (SBI) nach 7 und 14 Tagen gezeigt werden [8]. Es ergaben sich keine Hinweise auf zytotoxische Effekte in der klinischen Anwendung. Diese Ergebnisse belegen das Potenzial von Rumex acetosa als adjuvante Maßnahme in der Parodontitistherapie.

„Ölziehen“

Eine andere Prophylaxe- und Behandlungsmethode stellt das sog. „Ölziehen“ dar, bei der unterschiedliche pflanzliche Öle (z. B. Kokos-, Sesam-, Olivenöl) mit relevantem Polyphenolgehalt zwischen den Zahnzwischenräumen durchgezogen werden [9]. Auch für diese traditionelle Behandlungsweise ergeben sich in Metaanalysen durchaus positive Effekte in Bezug auf gingivale Entzündungsparameter wie dem Gingival-Index nach 4- und 8-wöchiger Therapiedauer [10].

Präventive und therapeutische Strategien

Pflanzliche Adjuvanzien können sowohl in der Prävention (supragingival) als auch in der Therapie (supra- und subgingival, z. B. nach professioneller Zahnreinigung) eingesetzt werden. Ihre Wirkung entfaltet sich v. a. in der Modulation des Mikrobioms und der Entzündungsantwort.

Fazit

Phytopharmakologische Substanzen bieten vielversprechende adjuvante Optionen in der Parodontitistherapie. Ihre antiinflammatorischen und antimikrobiellen Eigenschaften ergänzen die konventionelle mechanische Therapie. Besonders Substanzen wie Polyphenole aus grünem Tee, hochwertigen Ölen und Rumex acetosa zeigen signifikante Effekte in klinischen Studien. Weitere Forschung ist jedoch notwendig, um standardisierte Applikationsformen und Dosierungen zu etablieren.

Pflanzliche Präparate in der Oralchirurgie: Evidenzbasierte Anwendungen und neue Perspektiven

Prof. Dr. med. dent. Dr. phil. Margrit-Ann Geibel, Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Ulm

Die Verwendung pflanzlicher Präparate in der Oralchirurgie hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Besonders im Rahmen der postoperativen Nachsorge und der Behandlung periimplantärer Entzündungen stellen Phytopharmaka eine wirksame und gut verträgliche Alternative zu synthetischen Antiseptika wie Chlorhexidin (CHX) dar. Dieser Beitrag beleuchtet praxisrelevante Indikationen, die Zusammensetzung pflanzlicher Mundtherapeutika sowie deren Wirksamkeit am Beispiel einer randomisierten klinischen Vergleichsstudie.

Oralchirurgische Eingriffe, insbesondere im Bereich der dentoalveolären und implantologischen Versorgung, sind häufig mit entzündlichen Begleiterscheinungen verbunden. Traditionell werden hierfür CHX-haltige Antiseptika eingesetzt. Angesichts möglicher Nebenwirkungen wie Dysgeusie, Schleimhautirritationen und der zunehmenden Nachfrage nach natürlichen Alternativen vollzieht sich derzeit ein Paradigmenwechsel hin zu pflanzlich basierten Mundtherapeutika. Pflanzliche Produkte kommen in der Oralchirurgie vor allem in 3 Bereichen zum Einsatz:

  • Entzündungshemmung: zur Kontrolle perioperativer Entzündungen der oralen Mukosa
  • Wundheilungsförderung: postoperativ nach Extraktionen oder Implantationen
  • Mundhygienische Prävention: zur Verbesserung der Schleimhautgesundheit im Bereich natürlicher Zähne und Implantate

Im Zentrum stehen dabei Präparate mit pflanzlichen Inhaltsstoffen wie z. B. Salbeiblätter, Thymiankraut, Aloe-vera-Polysaccharide, Kamillenflavonoide, Myrrhe, ergänzt durch ätherische Öle (z. B. Pfefferminzöl), Glycerin und natürliche Aromen. Postoperativ wird in der ambulanten dento-alveolären Chirurgie mittlerweile Salbeitee zur Mundspülung empfohlen.

Lassen sich Antibiotika vermeiden?

Interessant aus oralchirurgischer Sicht bei der Behandlung von Mund-Antrum-Verbindungen (MAV) nach Extraktion von Zähnen im Oberkiefer, bei denen die Kieferhöhle eröffnet wurde, ist eine Möglichkeit der Vermeidung von Antibiose und Ersatz durch Phytopharmaka, die in weiteren Studien untersucht werden sollte: Die S2k-Leitlinie zur odontogenen Sinusitis (AWMF-Reg.-Nr. 007-086, 2019) [11] betont, dass leichte bakterielle Infektionen bei immunkompetenten Patient:innen nicht zwingend antibiotisch behandelt werden sollten. Pflanzliche Präparate bieten hier ein nebenwirkungsarmes Interventionsspektrum, das auch prophylaktisch eingesetzt werden kann.

Eigene Untersuchungen bestätigten den wirksamen Einsatz von pflanzlichen Alternativen zu dem klassischerweise verwendeten CHX bei Entzündungen am Implantat. In einer randomisierten klinischen Studie [12] wurde die entzündungshemmende Wirkung der Präparate Aperisan® und Repha-Os® im Vergleich zu CHX bei 46 implantatversorgten Patient:innen mit periimplantärer Mukositis untersucht. Studiendesign: über die Dauer von 4 Wochen mit Applikation von CHX, Repha-Os® und Aperisan®; anschließend 8 Wochen Nachbeobachtung; untersuchte Messgrößen: Plaque-Index (PI), Approximalraum-Plaque-Index (API), Sulkus-Blutungs-Index (SBI), Bleeding on Probing (BOP), Sondierungstiefe (ST), Attachmentlevel (AT).

Die Studie konnte eine Plaquereduktion an Implantaten belegen: Aperisan®>Repha-Os®>CHX (über gesamten Zeitraum betrachtet). Der Entzündungsmarker (SBI) ergab eine Überlegenheit von CHX>Repha-Os®≈Aperisan® (statistisch signifikant; p<0,05).

In der Langzeitwirkung zeigte Aperisan® die stabilste Verbesserung der Plaque- und Entzündungsparameter über 3 Monate. Unsere Studie kam zu dem Ergebnis, dass pflanzliche Präparate bei vergleichbarer Plaquekontrolle zu CHX gleichwertig sind, dabei aber besser verträglich und langfristig wirksam. Insbesondere in der Nachsorge implantologischer Eingriffe stellen sie eine effektive Alternative dar.

Fazit

Pflanzliche Mundtherapeutika auf der Basis von z. B. von Salbeiblättern, Thymiankraut, Aloe vera, Kamillenblüten, Myrrhe oder Pfefferminzblättern sind gut verträglich, klinisch wirksam und stellen eine sinnvolle Ergänzung in der postoperativen und präventiven oralchirurgischen Therapie dar. Angesichts des Paradigmenwechsels weg von CHX hin zu naturbasierten Produkten bedarf es weiterer randomisierter Studien, um optimale Dosierung, Kombinationsmöglichkeiten und Langzeiteffekte standardisiert zu erfassen.

Stomatika aus dem Pflanzenreich: Bewährte Rezepturen bei entzündlichen Erkrankungen der Mundhöhle

Mag. Ilona E. Leitner, St. Lucas Apotheke, Wien

Der Wunsch nach Linderung von Entzündungen der Mundschleimhaut, bei Stomatitis, Aphthen und Pharyngitis ist ein häufiges Thema in der Apotheke. Die Anwendung pflanzlicher Stomatika stellt eine lokal wirksame, schleimhautschonende und entzündungshemmende Therapieoption auf ärztliche Verordnung oder zur Selbstmedikation dar. Aus pharmazeutischer Sicht sind dabei Aspekte wie Anwenderfreundlichkeit, Haltbarkeit und rasche Herstellung in der Apotheke zentral. Sie bieten eine individuelle, patient:innenzentrierte Behandlungsmöglichkeit mit hoher Akzeptanz. Die praxisnahe Umsetzung durch Apotheker:innen ermöglicht eine hochwertige Selbstmedikation und ergänzt ärztliche Therapiekonzepte sinnvoll.

Rezeptursammlung der ÖGPHYT

Mundzubereitungen sind ein Teil von Rezepturen, die die Arbeitsgruppe „Phytotherapie“ der ÖGPHYT auf Basis traditioneller Anwendungen pflanzlicher Inhaltsstoffe aus bekannter Literatur gesammelt, auf zeitgemäßen Einsatz, Lieferbarkeit der Bestandteile und Kostengünstigkeit geprüft hat. Sie stellen eine individuell abgestimmte Alternative zu den im Handel befindlichen Erzeugnissen dar. Bei sachgemäßer Anwendung sind sie, abgesehen von individuellen allergischen Reaktionen, nebenwirkungsfrei. Die Rezepturen können direkt übernommen oder nach Bedarf für den jeweiligen Patienten individuell modifiziert und dosiert werden. Wissenschaftlich fundierte Daten liegen leider nur unzureichend vor.

Die Zubereitungen umfassen Teemischungen, alkoholische Mundspülungen und topische Zubereitungen, die häufig von Apothekenkund:innen nachgefragt werden und sich für die phytotherapeutische Selbstmedikation eignen.

Teemischungen sind besonders gut verträglich. Sie werden von den Konsument:innen als Infus direkt vor der Anwendung als Spülung oder Gurgellösung zubereitet und wirken durch die enthaltenen Gerbstoffe, Schleimstoffe und ätherischen Öle reizlindernd, entzündungshemmend und antimikrobiell. Sie enthalten beispielsweise Bittere Fenchelfrüchte, Eibischwurzel, Eibischblätter und Thymiankraut.

Alkoholische Mundspülungen kombinieren alkoholische Tinkturen aus klassischen Heilpflanzen und sind im ÖAB als standardisierte Rezepturen dokumentiert. Myrrhen-, Salbei-, Kamillen- und Tormentilltinktur wirken in wässriger Verdünnung antiphlogistisch, adstringierend und antimikrobiell.

Halbfeste Zubereitungen haften länger auf der Schleimhaut und verlängern so die Kontaktzeit der Wirkstoffe. Ihre Herstellung erfolgt in der Apotheke unter standardisierten Bedingungen. Die in kleinen Tuben abgefüllten Gele können sofort angewendet und z. B. auf Reisen mitgenommen werden. Die enthaltenen Wirkstoffe von Myrrhe und Ratanhia sind entzündungshemmend, antimikrobiell und durch Zusatz von Nelkenöl verlässlich schmerzstillend.

Die Sammlung der Zubereitungen ist auf der Homepage der ÖGPHYT abrufbar (https://www.phytotherapie.at).

Mundgesundheit und Phytotherapie in der zahnärztlichen Praxis

Dr. med. dent. Joyce Terstegge, Neuss

Die Bedeutung der Phytotherapie in der zahnärztlichen Praxis nimmt stetig zu – nicht nur aufgrund wachsender wissenschaftlicher Evidenz, sondern auch infolge eines gesteigerten gesellschaftlichen Interesses an sanften, nebenwirkungsarmen Therapieoptionen.

Die Mundgesundheit ist ein wichtiger Teil der allgemeinen Gesundheit. Über das orale Mikrobiom und inflammatorische Prozesse kann sie auch systemische Erkrankungen im Körper beeinflussen. Orale Erkrankungen wie Gingivitis, Mukositis und orale Schleimhautentzündungen wie beispielsweise Aphthen können zunehmend mit naturheilkundlichen Therapien behandelt werden. Ziele solcher Behandlungen sind die positive Beeinflussung von Entzündungen, Schmerzlinderung, Förderung der Wundheilung und auch die Unterstützung der Mundhygiene. Phytotherapeutika werden in Teemischungen, Tinkturen, Spüllösungen oder Gelen verarbeitet und sind teils als Monopräparate, teils als standardisierte Präparate verfügbar.

Pflanzliche Arzneimittel, die traditionell zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen im Mundbereich eingesetzt werden, sind heute vielfach wissenschaftlich belegt. Zu den wichtigsten Arzneipflanzen zählen:

  • Kamillenblüten (Matricaria recutita): entzündungshemmend, wundheilungsfördernd
  • Salbeiblätter (Salvia officinalis): adstringierend, antibakteriell, antiviral
  • Myrrhe (Commiphora myrrha): schmerzlindernd, entzündungshemmend
  • Ratanhiawurzel (Krameria triandra): stark adstringierend
  • Tormentillwurzel (Potentilla erecta): antibakteriell
  • Eibischwurzel (Althaea officinalis) und Malve (Malva sylvestris): schleimhautschützend, reizlindernd

Bei Aphthen stehen als Wirkprinzipen phytotherapeutischer Mittel die Schmerzlinderung, die Entzündungshemmung sowie Förderung der Schleimhautregeneration im Vordergrund (z. B. Salbeiblätter, Kamillenblüten, Aloe vera, Myrrhe, Rhabarberwurzel). Bei Mukositis mit den Leitsymptomen Rötung, Schmerzen, Schluckbeschwerden, Schleimhautulzerationen, Schwellung, Brennen und Mundtrockenheit sollten die Schmerzen verringert, die Reizung gelindert und die Zellregeneration gefördert werden (z. B. Kamillenblüten, Salbeiblätter, Aloe vera, Myrrhe, grüner Tee, Sanddornfruchtöl). Zur Behandlung der Xerostomie kann man darauf hinarbeiten, den Speichelfluss anzuregen, die Schleimhaut zu befeuchten und Inflammation zu reduzieren (z. B. Sanddornfruchtöl, Ingwerrhizom, Malvenblüten, Aloe vera, Salbeiblätter).

Die Anwendung pflanzlicher Arzneimittel erfolgt meist lokal und ist sowohl in der Selbstmedikation als auch als Begleittherapie in zahnärztlichen Praxen etabliert. Die Phytotherapie stellt eine sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Zahnmedizin dar. Es kann eine wirksame und nebenwirkungsarme Ergänzung zu chemisch definierten Arzneimitteln sein, um damit die Heilungszeit zu verkürzen und die bakterielle Last zu reduzieren. Die Anwendung phytotherapeutischer Mittel sollte unter zahnärztlicher Kontrolle erfolgen, insbesondere dann, wenn keine Besserung oder sogar eine Verschlechterung der Symptome eintritt.

Andreas Hensel

Georg Conrads

Thomas Beikler

Margrit-Ann Geibel

Ilona E. Leitner

Joyce Terstegge

  1. Dauer A, Rimpler H, Hensel A. Polymeric proanthocyanidins from the bark of Hamamelis virginiana. Planta Med 2003; 69: 89-91
  2. Jordan AR, Meyer-Lueckel H, Kuhr K. et al. Caries experience and care in Germany: results of the 6th German Oral Health Study (DMS • 6). Quintessence Int. 2025. 56. S30-S39
  3. Eickholz P, Holtfreter B, Kuhr K. et al. Prevalence of the periodontal status in Germany: results of the 6th German Oral Health Study (DMS • 6). Quintessence Int. 2025. 56. S40-S47
  4. Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung. KZBV Jahrbuch 2024. Berlin; 2024
  5. Kaymaz K, Hensel A, Beikler T. Polyphenols in the prevention and treatment of periodontal disease: A systematic review of in vivo, ex vivo and in vitro studies. Fitoterapia 2019; 132: 30-39
  6. Heuzeroth G, Kaufmann ME, Herter-Aeberli I. et al. Weighing up the potential of „superfoods“ compounds of green tea or turmeric as adjuncts in comparison to established therapeutical approaches for periodontal disease. Clin Oral Investig 2025; 29: 61
  7. Schmuch J, Beckert S, Brandt S. et al. Extract from Rumex acetosa L. for prophylaxis of periodontitis: inhibition of bacterial in vitro adhesion and of gingipains of Porphyromonas gingivalis by epicatechin-3-O-(4β→8)-epicatechin-3-O-gallate (procyanidin-B2-Di-gallate). PLoS One 2015; 10: e0120130
  8. Selbach S, Klocke A, Peters U. et al. Microbiological and clinical effects of a proanthocyanidin-enriched extract from Rumex acetosa in periodontally healthy carriers of Porphyromonas gingivalis: a randomized controlled pilot study. Planta Med 2023; 89: 1052-1062
  9. Javed D, Dixit AK, Anwar S. et al. Ayurvedic and herbal plaque control agents in gingivitis: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. J Educ Health Promot 2023; 12: 378
  10. Zürcher C, Vukoje K, Kleiner EM. et al. The plaque reducing efficacy of oil pulling with sesame oil: a randomized-controlled clinical study. Clin Oral Investig 2025; 29: 53
  11. S2K-Leitlinie Odontogene Sinusitis maxillaris. AWMF-Registernummer: 007-086. Zugriff am 10.07.2025 unter: register.awmf.org/de/leitlinien/detail/007-086
  12. Moos M. Entzündungshemmende Wirkung pflanzlich basierter Mundtherapeutika auf peri-implantäre Mukositis [Dissertation]. Mainz: Johannes Gutenberg-Universität;; 2018. Online: d-nb.info/1162716231