
Menschen mit schwerer Herzinsuffizienz und linksventrikulärem Herzunterstützungssystem (LVAD) profitieren von einem angepassten körperlichen Training. So lautet das Ergebnis der Ex-VAD-DZHK11-Studie. Bei den Patient*innen verbesserten sich die Lebensqualität und die submaximale Belastungsfähigkeit signifikant nach dem 12-wöchigen Bewegungstraining.
Bewegungstraining bei LVAD-Patient*innen empfehlenswert
Die multizentrische, prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie wurde an 8 deutschen Zentren durchgeführt. Es nahmen 64 zu 97 % männliche Patient*innen teil.
Sie trainierten 3 Monate lang 3-mal pro Woche. Das Bewegungsprogramm setzte sich aus einem vordefiniertem Ausdauer- und Widerstandstraining sowie zusätzlichen freien Übungen zur Verbesserung von Flexibilität, Gleichgewicht und Koordination zusammen.
- Nach dem 12-wöchigen Training verbesserten sich Lebensqualität und submaximale Belastungsfähigkeit (entspricht am ehesten der Belastung im Alltag).
- Auch die maximale Leistungsfähigkeit der Mitglieder der Trainingsgruppe verbesserte sich leicht, jedoch nicht signifikant.
Mögliche Risiken durch das Training bewertete ein Data Safety Monitoring Board. Die Mitglieder beobachteten bei der trainierenden Studiengruppe keine Auffälligkeiten. Vielmehr erwies sich das Bewegungsprogramm als sehr sicher.
„Auch wenn die vorliegenden Daten darauf hindeuten, dass die Patienten allein trainieren könnten, sollten diese hochkomplexen Patienten in einem Setting üben, bei dem ein Arzt oder eine Ärztin anwesend sind, zum Beispiel in einer ambulanten Reha“, so Prof. Frank Edelmann vom Herzzentrum der Charité.
Fazit
Edelmann empfiehlt für Patient*innen mit im Endstadium der Herzschwäche unbedingt ein Bewegungstraining. Aktuell gibt es keine strukturierten Bewegungsangebote für diese Patientengruppe. Vielmehr raten Ärzt*innen ihnen, sich nicht zu sehr zu belasten und vorsichtig zu sein.
Bislang wird ein abgestimmtes Bewegungstraining in den Leitlinien nur für Herzinsuffizienz-Patient*innen empfohlen. Die Studienautor*innen gehen jedoch angesichts der aktuellen Ergebnisse davon aus, dass ein Bewegungstraining für Herzschwäche-Patient*innen mit LVAD in die Leitlinien aufgenommen werden wird. Das bedeute jedoch noch nicht, dass die Krankenkassen die Kosten übernähmen, bis dahin sei es noch ein langer Weg.
Geplant sind nun größere Studien, die die Patient*innen über einen längeren Zeitraum beobachten, um die Ergebnisse der EX-VAD-DZHK11-Studie zu bestätigen.
Studie: Ex-VAD-DZHK11 (Exercise Training in Patients with Left Ventricular Assist Device)
In der Ex-VAD-Studie wird überprüft, ob ein abgestimmtes körperliches Training Fitness und Lebensqualität von Patient*innen mit LVAD verbessern kann.
Die Studienteilnehmer*innen nehmen an einem 12-wöchigen Sportprogramm teil. Es beinhaltet:
- 3-mal pro Woche Fahrradergometer-Training
- nach 4 Wochen ergänzt ein zugeschnittenes Krafttraining den Übungsplan
Zusätzlich werden Biomarker im Blut und Untersuchungen zur Herzfunktion und -struktur erhoben.
Alle Parameter werden auf Veränderungen in der Lebensqualität der Studienteilnehmer*innen ausgewertet. Nach Abschluss der Trainingsphase werden die Studienteilnehmer weitere zwölf Wochen regelmäßig untersucht, um Langzeiteffekte zu erfassen.
Quelle: DZHK-Studie Ex-VAD
Quelle: Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung

