Früher DarmkrebsDarmkrebs unter 50: Zusammenhang mit Adipositas und Stoffwechsel

Eine Studie hat Risikofaktoren für frühen Darmkrebs untersucht: Demnach können Stoffwechselerkrankungen das Darmkrebsrisiko erhöhen.

Monitor mit Darminnerem auf dem Screen
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Die Darmkrebsvorsorge gehört zu den wichtigsten Instrumenten der Früherkennung.

Immer mehr Menschen unter 50 Jahren erkranken an Darmkrebs. Eine Metaanalyse des Universitätsklinikums Freiburg von internationalen Studien mit Daten von mehr als 117.000 Patient*innen liefert nun Hinweise auf mögliche Ursachen.

Demnach könnten Stoffwechselerkrankungen wie starkes Übergewicht oder Typ-2-Diabetes das Risiko für Darmkrebs in jüngeren Jahren erhöhen.

Stoffwechselerkrankungen als möglicher Risikofaktor

Die Auswertung zeigt vor allem einen Zusammenhang zwischen starkem Übergewicht und Darmkrebs in jüngeren Jahren:

  • Menschen mit Adipositas haben ein rund 45 Prozent höheres Risiko, bereits vor dem 50. Lebensjahr an Darmkrebs zu erkranken.
  • Vor allem Übergewicht in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter wird in mehreren Studien mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko in Verbindung gebracht.
  • Bei Männern zwischen 20 und 49 Jahren zeigt sich zudem ein Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes. In einigen Studien erreichten Betroffene ein Darmkrebsrisiko, das sonst erst ab etwa 50 Jahren in der Allgemeinbevölkerung beobachtet wird.
  • Hinweise gibt es außerdem auf einen möglichen Einfluss von erhöhten Blutfetten und Bluthochdruck – besonders dann, wenn beide Erkrankungen gleichzeitig auftreten.

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„Der Anstieg von Darmkrebs bei jüngeren Menschen ist eine Entwicklung, die wir sehr ernst nehmen müssen. Unsere Analyse zeigt, dass Erkrankungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und Fettstoffwechselstörungen diese Entwicklung antreiben könnten“, sagt Studienleiter PD Dr. Gabriel Seifert vom Universitätsklinikums Freiburg. „Das macht deutlich, wie wichtig ein früher Blick auf Risikofaktoren ist“, ergänzt Prof. Dr. Stefan Fichtner-Feigl. „Die frühzeitige Behandlung von Stoffwechselerkrankungen könnte helfen, das Darmkrebsrisiko zu senken. Sie sollte daher auch aus chirurgisch-onkologischer Sicht in Prävention und Therapie berücksichtigt werden.“

Prävention und individuelle Therapien

„Der Darmkrebsmonat März erinnert daran, wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen sind. Vor allem die Darmspiegelung kann Vorstufen von Darmkrebs entdecken und entfernen, bevor überhaupt ein Tumor entsteht“, sagt Prof. Dr. Robert Thimme. „Zugleich sehen wir große Fortschritte in der Behandlung: Dank moderner molekularer Analysen können wir Therapien zunehmend individuell auf die Patient*innen zuschneiden.“

Gleichzeitig arbeiten Forschende des Universitätsklinikums Freiburg an neuen Ansätzen, um Behandlung und Nachsorge bei Darmkrebs zu verbessern:

  • Dazu gehören Bluttests, die Spuren von Tumor-Erbgut im Blut nachweisen können. Sie könnten künftig helfen, Rückfälle früher zu erkennen und den Erfolg von Therapien besser zu überwachen.
  • Auch der Effekt von strukturierten Bewegungsprogrammen während und nach einer überstandenen Behandlung wird untersucht. Regelmäßige körperliche Aktivität könnte dazu beitragen, die Erholung zu unterstützen und die Sterblichkeit zu verringern.

Das Tumorzentrum Freiburg bietet speziell für Darmkrebs-Patient*innen mit Adipositas eine Spezialsprechstunde an. Auf diese Weise können Darmkrebs und Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas ganzheitlich und koordiniert behandelt werden – von der Operationsvorbereitung bis hin zur Nachsorge.

Weitere Informationen unter: Tumorzentrum Freiburg - CCCF

Quelle: Universitätsklinikum Freiburg