
In einem strukturierten Trainingsprogramm mit 2 Einheiten pro Woche über 9 Monate gingen krankheits- und therapiebedingte Beschwerden bei Brustkrebspatient*innen deutlich zurück. Im Vergleich zur Kontrollgruppe war die Lebensqualität signifikant verbessert.
Gezielte Aktivierung bei Fatigue
Gezielte Aktivierung ist die geeignete Maßnahme, um Fatigue und anderen belastenden Beschwerden zu begegnen. Das ist für Patientinnen in frühen Brustkrebsstadien durch Studien belegt, für fortgeschrittene Erkrankungen stand der Beleg eines entsprechenden Nutzens jedoch noch aus. Mit der PREFERABLE-EFFECT-Studie wurde dieser Nachweis jetzt erbracht.
In die randomisierte kontrollierte Studie wurden 355 Frauen und 2 Männer mit metastasiertem Brustkrebs eingeschlossen. Alle Studienteilnehmer*innen erhielten grundlegende Bewegungsempfehlungen und wurden mit einem Aktivitätstracker ausgestattet, um das Bewegungspensum im Alltag zu erfassen.
Die 178 Probandinnen der Trainingsgruppe nahmen zusätzlich an einem indivuduell angepassten, therapeutisch betreuten Trainingsprogramm teil. Das Training fand 2-mal pro Woche statt und umfasste Übungen zur Verbesserung von Gleichgewicht, Muskelkraft und Ausdauer.
Zu Studienbeginn sowie nach 3, 6 und 9 Monaten wurden die Teilnehmerinnen zu ihrer Lebensqualität befragt. Auf den standardisierten Fragebögen wurden körperliche, mentale und emotionale Aspekte der Lebensqualität berücksichtigt. Zusätzlich wurde ein standardisierter Fragebogen zur Objektivierung von Fatigue-Symptomen eingesetzt.
Die körperliche Fitness wurde zu Beginn sowie in 3-monatigen Abständen auf dem Fahrradergometer überprüft.
Ergebnisse
- Das strukturierte Trainingsprogramm führte zu einer statistisch signifikanten Verbesserung der Lebensqualität und einer signifikanten Abnahme der Fatigue.
- Beschwerden wie Schmerzen und Kurzatmigkeit nahmen im Verlauf der Studie deutlich ab.
- Auch die Fitness-Tests fielen in der Trainingsgruppe besser aus als in der Kontrollgruppe.
„Das sind sehr ermutigende Trainingseffekte, die die Patientinnen in ihrem Lebensalltag spüren“, kommentiert Karen Steindorf vom Deutschen Krebsforschungszentrum.
„Strukturiertes Training verbessert die Lebensqualität relevant und ermöglicht es Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs, ihr Leben aktiver zu gestalten. Auch eine stärkere Teilnahme am sozialen Leben konnten wir belegen. Auf Basis der PREFERABLE-EFFECT-Daten kann nun auch Menschen in fortgeschrittenen Krankheitsstadien mit guter Evidenz empfohlen werden, an einem gezielten Trainingsprogramm teilzunehmen.“
Netzwerk unterstützt bei wohnortnaher Trainingsvermittlung
Das am NCT Heidelberg gegründete „Netzwerk OnkoAktiv“ unterstützt Krebspatient*innen bei einer wohnortnahen Trainingsvermittlung unter: https://netzwerk-onkoaktiv.de
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum


