
Bluthochdruck bis hin zur Präeklampsie ist eine schwerwiegende Komplikation während einer Schwangerschaft. Forschende der Cochrane-Collaboration haben in einem Review untersucht, ob die Supplementation von Calcium schützende Effekte hat.
Die Wissenschaftler*innen recherchierten dafür in medizinischen Datenbanken hochwertige Studien, die die Calcium-Supplementation in der Schwangerschaft untersucht hatten. Im Fokus standen:
- ob Calcium während der Schwangerschaft Bluthochdruck und Präeklampsie vorbeugen kann,
- ob unerwünschte Wirkungen auftreten können,
- ob sich die Sterblichkeit von Babys bei oder kurz nach der Geburt sowie die Anzahl an Frühgeburten verringert.
Evidenz aus 10 Studien mit rund 37.000 Frauen
In 10 Studien mit 37.504 Frauen wurde die Calciumgabe neben der üblichen Schwangerschaftsversorgung geprüft. 8 Studien davon untersuchten die Calcium-Supplementation im Vergleich zu Placebo. 2 Studien verglichen die Effekte einer niedrig dosierten (500 mg) mit einer hoch dosierten (1500 mg) täglichen Calciumeinnahme.
Ergebnisse
Verglichen mit einer Placebogabe konnte in den Studien nur ein minimaler bis gar kein Effekt auf das Auftreten einer Präeklampsie festgestellt werden. Die Wissenschaftler*innen bewerten die Evidenz als verlässlich. Unsicher seien hingegen die Auswirkungen von Calcium auf das Sterberisiko der Mütter, eine Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche sowie unerwünschte Wirkungen.
In den Studien, die niedrige und hohe Calcium-Dosierungen verglichen hatten, zeigte sich ein geringer bis gar kein Einfluss auf das Auftreten einer Präeklampsie. Unklar seien die Auswirkungen auf die mütterliche Sterblichkeit. Niedrige Calcium-Dosierungen hatten demnach ebenso keinen Einfluss auf das Sterberisiko des Babys und eine Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche.
Die Forschenden merken an, dass sich die vorliegende Evidenz auf die Calcium-Einnahme ab dem 2. Schwangerschafts-Trimester bezieht.
Fazit
Das Präeklampsie-Risiko unterscheidet sich durch Calciumeinnahme in der Schwangerschaft nur gering oder gar nicht, so die Forschenden. Sie schätzen die vorliegende Evidenz als verlässlich ein und halten es für unwahrscheinlich, dass sie sich durch weitere Studien wesentlich verändert.
Sie empfehlen für weitere Forschung, den Fokus auf andere Ansätze zur Prävention von Bluthochdruck in der Schwangerschaft zu legen.
Quelle: Cochrane Collaboration/Ni


