FastenSpermidin: Wichtiger Baustein für erfolgreiches Fasten

Mehr Vitalität, verbesserter Stoffwechsel, weniger Entzündungen: Ob Spermidin für die positiven Fasteneffekte ein Schlüssel sein könnte, hat eine neue Studie untersucht.  

Weizenkeime und Weizenkeimöl in einer Glasflasche
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Spermidin ist natürlicherweise auch in Weizenkeimen enthalten.

Fasten im Herbst? Ja: Fasten bringt den Stoffwechsel auf Trab und schützt in der kalten Jahreszeit vor Leistungsknick und Stimmungstief. Eine neue Studie hat untersucht, welche Rolle das Polyamin Spermidin spielt, das für die gesundheitsfördernden Effekte des Fastens zumindest mitverantwortlich ist.

Das internationale Forscherteam analysierte u.a., wie sich die Spermidinwerte bei Fastenden verändern. Demnach stiegen sie nach 4 bis 5 Tagen um ca. 50 % an und blieben während eines langfristigen Fastens (zwischen 4 und 13 Tagen, 250 kcal/Tag) erhöht.

In einem weiteren Schritt untersuchten die Wissenschaftler*innen, ob sich die fasteninduzierte Autophagie durch eine blockierte Spermidin-Synthese verändert: Sie berichten, dass durch die gestörte Synthese die lebensverlängernden sowie kardioprotektiven Effekte des Fastens aufgehoben wurden.

Die Forschenden schlussfolgern daraus, dass Spermidin und die daraus folgende Autophagie-Induktion eine Schlüsselrolle für die gesundheitlichen Effekte des Fastens spielen.

Spermidin fördert Autophagie

Die Autophagie ist ein zentraler Effekt des Fastens, der in den Körperzellen ein Selbstreinigungsprogramm auslöst. Das Forschungsteam fand heraus, dass Spermidin für diesen Prozess quasi der Zündschlüssel ist, in dem beschädigte, überschüssige oder schädliche Zellbestandteile abgebaut werden. Davon profitiert der Körper in mehrfacher Hinsicht, z.B. durch:

  • gesündere Alterung,
  • verbesserte Immunabwehr,
  • Entgiftung,
  • Schutz der Nervenzellen,
  • weniger Entzündungen.

Der entscheidende Befund der Studie sei: "Die Vitalität, die die Proband*innen durch das Fasten gewonnen haben, stand auch im Zusammenhang mit einer höheren körpereigenen Spermidinkonzentration. Aber es wurde auch herausgefunden, dass das Fasten noch viele weitere Effekte hat, die nicht allein über das Spermidin reguliert werden“, kommentiert Fastenexpertin Dr. Daniela Koppold, die die Teilnehmenden während der Studie am Immanuel Krankenhaus Berlin begleitete.

Forschungsziel Fasteneffekt ohne Fasten 

Ernährungsmediziner*innen setzen die Fastentherapie ganzjährig ein, um Stoffwechsel- oder Herzerkrankungen und Entzündungserkrankungen wie die rheumatoide Arthritis zu behandeln.

Koppold berichtet, das Ziel der Forschung sei, allen Menschen die gesundheitsförderlichen Effekte des Fastens zugänglich zu machen: "Auch jenen, denen es schwerfällt, durchzuhalten oder die aus gesundheitlichen Gründen nicht fasten dürfen, weil es sie schwächen würde." Demnach sei denkbar, ein Medikament zu entwickeln, das die positiven Auswirkungen des Fastens initiiert, ohne Fasten zu müssen.

Weizenkeime sind gute Spermidin-Lieferanten 

Wer ohne zu Fasten die Spermidinkonzentration im Körper erhöhen möchte, kann dies auch über die Ernährung erreichen. Weizenkeime gelten als heimisches Superfood und enthalten viel Spermidin.

Koppold rät: "Weizensprossen in einem Keimgerät selbst ziehen und dann ca. 2 Teelöffel täglich pur oder morgens in Müsli, Joghurt, Obstsalat oder Smoothie gestreut, verzehren." Weizenkeime oder Weizenkleie sind auch als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform erhältlich, Dosis und Einahme sollten nach ärztlicher Beratung erfolgen.

Quelle: Immanuel Albertinen Diakonie/Ni