
von Bettina Snowdon
Wozu fasten?
Bei der von dem Arzt Otto Buchinger entwickelten Art des Heilfastens werden einige Tage lang lediglich Säfte, Tees, Brühen und Wasser, aber keinerlei feste Nahrung aufgenommen. Die Methode, dem Körper durch diese Art Nahrungsentzug einen Neustart zu ermöglichen, hat sich bis heute kaum verändert.
Und die Wissenschaft gibt ihr recht: Mittlerweile sind für die medizinische Wirksamkeit des Heilfastens nach Buchinger genug Nachweise bekannt, um es zu einer wirksamen Heilmethode zu erklären, die viele Beschwerden lindert und sogar verschwinden lässt.
Mit Heilfasten drücken Sie für ein paar Tage die Stopptaste und ermöglichen Ihrem Organismus einen regelrechten Neustart.
Die positiven Wirkungen des Fastens sind nicht nur spür-, sondern auch messbar:
- Die Insulinproduktion wird gedrosselt, die Fettspeicherung dadurch gebremst und Diabetes Typ 2 bessert sich.
- Fasten hilft bei Fettleber, Bluthochdruck, Migräne, chronischen Schmerzen, schwerer Erschöpfung, Rheuma, Multipler Sklerose und weiteren entzündlichen Erkrankungen.
- Die Konzentration von Stresshormonen sinkt, die Wirkung des Glückshormons Serotonin verbessert: Wir fühlen uns weniger gestresst, ausgeglichener und die Laune steigt.
- Selbstreparaturmechanismen im Körper werden angeregt: Dabei werden vermehrt Abbauprodukte, die der Organismus nicht braucht, ausgeschieden oder recycelt. Dieser Vorgang wird als Autophagie bezeichnet.
Wer sollte nicht fasten?
Manche Erkrankungen wie Diabetes Typ 1, Herz-, Nieren- oder Gallenleiden, Krebs und Gicht sind Ausschlusskriterien für ein Fastenvorhaben. Auch wer unter Untergewicht, Magersucht oder anderen Essstörungen leidet, sollte nicht fasten. In Wachstumsphasen ist es ebenso nicht angesagt, weshalb Kinder, Schwangere und Stillende ebenfalls darauf verzichten sollten.
Vorbereitung
Während des Nahrungsverzichts finden Stoffwechselveränderungen statt, die sich auf Ihr Wohlbefinden auswirken könnten. Deshalb sollten Sie Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin über Ihr Vorhaben unterrichten und möglichst auch einen Gesundheitscheck machen lassen. Ist alles in Ordnung, können Sie guten Gewissens starten.
Vor dem eigentlichen Fasten sollten Sie 2 Entlastungstage und 1 Darmreinigungstag einplanen. Nach dem Fasten folgen das Fastenbrechen und 3 Aufbautage.
Übersicht über die Fastentage:
- Tag 1 und 2: Entlastungstage
- Tag 3: Darmreinigungstag
- Tag 4 bis 10: Fastenwoche
- Tag 11: Fastenbrechen
- Tag 12 bis 14: Aufbautage
Rezepte für die Fastentage
Fastenbrühe nach Buchinger

Zutaten für 6 Portionen
- 600 g Gemüse
- 1 Zwiebel
- je 1/2 TL Kümmel, Gewürznelken, Wacholderbeeren
- 2 Lorbeerblätter
- getrocknete Kräuter, z.B. Thymian, Rosmarin, Salbei
Zubereitung
Gemüse waschen, putzen, klein schneiden. Zwiebel schälen, fein schneiden.
Alles zusammen mit Gewürzen und Kräutern in 3 l Wasser geben. Aufkochen und 30–35 Min. leise köcheln lassen.
Brühe durch ein Sieb in eine Schüssel gießen.
Tomaten-Fastenbrühe

Zutaten für 6 Portionen
- 500 g Tomaten
- 1 Knoblauchzehe
- etwas Suppengrün
- etwas Currypulver
- 1 Prise frisch gemahlene Muskatnuss
- 2 TL Oregano oder Majoran
Zubereitung
Tomaten waschen, würfeln. Knoblauch schälen, klein schneiden. Suppengrün waschen, putzen, in kleine Würfel schneiden.
1 l Wasser aufkochen. Gemüse darin in 10–20 Min. weich garen.
Suppe durch ein Sieb streichen. Mit Salz, Muskat und Kräutern abschmecken.
Gemüsebrühe mit frischen Kräutern

Zutaten für 6 Portionen
- 3 kg Gemüse der Saison
- 2-3 Handvoll frische Kräuter, z.B. Petersilie, Schnittlauch
Zubereitung
Gemüse waschen, putzen, klein schneiden. In 2 l Wasser kurz aufkochen, bei schwacher Hitze weich garen.
Kräuter waschen, trocken schütteln, klein schneiden.
Brühe durch ein Sieb in eine Schüssel gießen. Etwa ein Viertel des weichen Gemüses durch das Sieb in die Brühe drücken.
Kräuter zugeben und mit 2 TL Salz abschmecken.
Autorin
Bettina Snowdon
Diplom-Oecotrophologin




