KratomBfArM warnt vor Anwendung von Kratom

Kratom wird im Internet als pflanzliches Mittel u.a. gegen Schmerzen, Entzündungen, Husten beworben. Das Risiko-Nutzen-Verhältnis sei noch unklar, so das BfArM.

Kratomzweig mit Blättern und Blüte
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Kratom (Mitragyna speciosa).

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt Patient*innen vor der Anwendung von Kratom zu medizinischen Zwecken.

Kratom ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen. Die Sicherheit und die Wirksamkeit von Kratom sind bisher nicht ausreichend geprüft. Kratom wird im Internet als pflanzliches Mittel gegen Schmerzen, Entzündungen, Husten, Angst, Depressionen und weitere Krankheiten beworben. Kratom wird aus den Blättern des südostasiatischen Kratombaumes gewonnen.

Als Arzneimittel werden Produkte nur dann zugelassen, wenn durch ein behördliches Zulassungsverfahren die Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und die Qualität des Arzneimittels belegt werden können und ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis bestätigt wird. Dies ist bei Kratom nicht der Fall.

Vielmehr deuten Tier- und Humanstudien darauf hin, dass Kratom möglicherweise zu schädlichen neurologischen Wirkungen, einschließlich Abhängigkeit und Entzugssyndrom führen und insbesondere Leber und Niere schädigen könnte. Es gibt Berichte über Todesfälle im Zusammenhang mit Kratom, die genauen Ursachen und Zusammenhänge werden noch wissenschaftlich untersucht.

Mit der Frage, ob kratomhaltige Produkte als Arzneimittel oder als Lebensmittel angesehen werden können, beschäftigt sich das BfArM aktuell auch in der Gemeinsamen Expertenkommission zur Einstufung von Stoffen.

Hintergrund: Kratom (Mitragyna speciosa)

  • Der Kratombaum ist in u.a. in Südostasien beheimatet.
  • Die Blätter des Baums wurden volksmedizinisch verwendet, u.a. bei Bluthochdruck, Durchfall, Husten oder Fieber.
  • Die frischen Blätter werden als anregendes Genussmittel gekaut oder als Tee getrunken.
  • Tierexperimentelle Untersuchungen deuten auf eine analgetische und möglicherweise antidepressive und angstlösende Wirkung hin.
  • Bislang liegen keine klinischen Studien zur Wirksamkeit vor.

Quelle: Zeitschrift für Phytotherapie

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte