
“Patient*innen mit Bluthochdruckerkrankungen sollten Nahrungsergänzungsmittel auf keinen Fall als Ersatz für blutdrucksenkende Medikamente einnehmen”, warnt Prof. Markus van der Giet von der Deutschen Hochdruckliga. Zur Vorbeugung von Bluthochdruck empfiehlt die medizinische Fachgesellschaft eine gesunde Ernährung.
Nahrungsergänzungsmittel leisten oft weniger, als sie versprechen. Anders als Medikamente unterliegen Nahrungsergänzungsmittel keiner behördlichen Zulassung. Die Hersteller müssen Wirksamkeit, Qualität und Sicherheit der Produkte nicht in klinischen Studien und Laboruntersuchungen nachweisen.
Medikamente bei Bluthochdruck unverzichtbar
Auch für Nahrungsergänzungsmittel, die eine natürliche Blutdrucksenkung versprechen, ist die Wirkung wissenschaftlich nicht belegt. Informationen zu Gegenanzeigen und möglichen Nebenwirkungen fehlen in der Regel. Manche enthalten zum Beispiel Kalium, das in hohen Dosen zu Herzrhythmusstörungen oder Muskelschwäche führen kann.
“Für uns Mediziner ist es schwer nachvollziehbar, warum manche Menschen wissenschaftlich geprüfte Blutdruckmedikamente ablehnen, aber durch den Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln bedenkenlos gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen”, so van der Giet. Bei Bluthochdruck sei eine wirksame Einstellung nur mit Medikamenten möglich.
Gesundheitliche Risiken statt Blutdrucksenkung
Van der Giet rät Bluthochdruckpatient*innen nicht nur von Nahrungsergänzungsmitteln zur Blutdrucksenkung ab. Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können den Blutdruck sogar in die Höhe treiben. Ein Beispiel sind Nährstoffe in Form von Brausetabletten, die große Mengen verstecktes Natrium enthalten können, um den Sprudeleffekt zu erzeugen. Menschen mit Bluthochdruck sollten aber weitgehend auf Salz (Natriumchlorid) verzichten.
"Aufgrund bestimmter Inhaltsstoffe, ungeeigneter Dosierungen und falscher Versprechungen können Nahrungsergänzungsmittel für Menschen mit Bluthochdruck und anderen Erkrankungen unwissentlich zum Problem werden. Wir Verbraucherzentralen setzen uns daher intensiv für eine transparentere Kennzeichnungspflicht und eine Meldestelle für Nebenwirkungen ein“, erklärt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW. Einige Präparate können auch zu Wechselwirkungen mit Medikamenten führen. Pillen mit Grapefruit-Extrakt beispielsweise, die als „natürliche Antibiotika“ angepriesen werden, verstärken die Wirkung einiger Blutdrucksenker. Vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte deshalb pharmakologischer Rat eingeholt werden.
Gesunde Ernährung als wirksame Medizin
Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt zur Prävention von Bluthochdruck sowie auch zur unterstützenden Behandlung die Dash-Diät, eine salzarme Variante der mediterranen Kost.
“Die positiven Wirkungen dieser Diät auf die Gesundheit sind wissenschaftlich gut belegt. Insgesamt gibt es zur medizinischen Wirksamkeit einer gesunden Ernährung viele solide wissenschaftliche Daten. Bereits 2009 zeigte eine große Studie, dass 78 Prozent aller Hypertonie-Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil ganz verhindert werden können” sagt der Internist Prof. Dr. Ulrich Wenzel.
Ein Vortragsvideo des Experten sowie die wichtigsten Empfehlungen zur blutdruckfreundlichen Ernährung hat die Deutsche Hochdruckliga auf ihrer Website zusammengefasst.
Quelle: Deutsche Hochdruckliga


