ParodontitisParodontitis erschwert die Blutzuckereinstellung

Umgekehrt kann die Behandlung der Parodontitis die Blutzuckerwerte verbessern. Prävention und Früherkennung sind demnach für Diabetiker*innen essenziell.

Frau zeigt ihr entzündetes Zahnfleisch
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Regelmäßige Vorsorgen in der Zahnarztpraxis sind für Menschen mit Diabetes besonders wichtig.

Die Therapie einer Parodontitis kann die Blutzuckerwerte bei Diabetikern verbessern. Das zeigen Studiendaten von über 3200 Patient*innen, berichtet die Initiative proDente anlässlich des Weltdiabetestages am 14.11.2024. 

Regelmäßige Vorsorgen in der Zahnarztpraxis sind für Menschen mit Diabetes daher besonders wichtig, um eine Parodontitis frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. „Diabetiker*innen können bis zu dreimal so häufig an einer Parodontitis erkranken wie Menschen ohne Diabetes“, erläutert Dr. Romy Ermler von der Bundeszahnärztekammer. Unbehandelt kann Parodontitis zu lockeren Zähnen bis hin zu Zahnausfall führen.

Parodontitis-Therapie senkt den Blutzucker

Das frühzeitige Erkennen und Behandeln einer Parodontitis verbessert auch die Blutzuckerwerte bei Menschen mit Diabetes. So senkt eine parodontale Therapie (Stufe 2) den HbA1c-Wert. Dieser Wert zeigt die Glukose-Konzentration im Blut der letzten drei Monate an.

Hohe Blutzuckerwerte lassen nicht nur das Risiko für typische Diabetes-Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigen. Auch das Zahnfleisch ist anfälliger. Es kann sich durch einen hohen Blutzucker leicht entzünden. Geht die Zahnfleischentzündung (Gingivitis) über längere Zeit auch auf den Zahnhalteapparat über, entsteht eine Parodontitis. Unbehandelt kann sie die Insulinresistenz bei Typ-2-Diabetes fördern und so die Einstellung des Blutzuckers erschweren.

Zahnfleischentzündungen vorbeugen bei Diabetes

Eine Parodontitis entsteht immer aus einer Entzündung des Zahnfleischs. Grundsätzlich gilt: Je weniger Zahnbelag anhaftet, desto niedriger ist das Risiko für eine Zahnfleischentzündung. Die wichtigste Maßnahme, um Parodontitis vorzubeugen, ist eine regelmäßige, gründliche Zahnpflege:

Parodontitis vorbeugen: Empfehlungen zur Mundhygiene

  • Mit System putzen, um täglich alle Zahnflächen – auch die schwerer zu erreichenden – vollständig zu reinigen.
  • Unabhängig von der verwendeten Zahnbürste mindestens 2 Minuten putzen.
  • Elektrische Zahnbürsten verringern die Zahnfleischentzündung geringfügig besser als Handzahnbürsten.
  • Täglich Zwischenraumbürsten benutzen. Sie mindern Zahnfleischentzündungen im Zahnzwischenraum am wirksamsten. Nur in sehr engen Zwischenräumen, in denen die Anwendung von Zwischenraumbürsten nicht möglich ist, ist Zahnseide eine Alternative. Zahnbürsten allein können die Zahnzwischenräume nicht ausreichend säubern.
  • Eine antibakterielle Mundspüllösung kann die individuelle Mundhygiene ergänzen, ersetzt aber nicht das Zähneputzen.
  • Eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) in der Zahnarztpraxis entfernt Zahnstein und auch bakterielle Beläge an den Stellen, die die Mundhygiene zu Hause nur schwer erreicht.

Quelle: proDente