PräventionUmweltstressoren als Gesundheitsgefahr ernst nehmen

Luftverschmutzung, Hitze, Lärm: Umweltfaktoren sind zentrale Risikofaktoren. Jeder 5. Todesfall durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist auf Umweltverschmutzung zurückzuführen. 

Schornstein, der dreckige Luft ausstößt
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Internistische Prävention hängt auch von den Umweltbedingungen ab.

Prävention beginnt mit einer sauberen Umwelt. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) unterstützt den internationalen Appell der kardiologischen Fachgesellschaften. Umweltstressoren sind als Gesundheitsgefahr ernst zu nehmen.

Jährlich sterben weltweit rund 20 Millionen Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. International wie auch in Deutschland sind diese Erkrankungen damit seit Jahren Todesursache Nummer 1. Führende internationale Herzgesellschaften weisen in einem gemeinsamen Appell für mehr Klima- und Umweltschutz darauf hin, dass etwa jeder 5. Todesfall durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Umweltverschmutzung zurückzuführen ist.

Luftverschmutzung, Hitze, Lärm sind zentrale Risikofaktoren

Aus Sicht der Inneren Medizin sind Luftverschmutzung, Hitze, Lärm und weitere Umweltaspekte längst zentrale gesundheitliche Risikofaktoren im gesamten Spektrum internistischer Erkrankungen. Die DGIM fordert daher, Umweltbelastungen systemisch in Prävention, Krankenversorgung und politische Entscheidungen stärker einzubeziehen – wissenschaftsbasiert, patientenorientiert und mit Blick auf besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen.

Die DGIM-Vorsitzende Prof. Dagmar Führer-Sakel sagt: „Gesundheit ist ein Zusammenspiel aus inneren und äußeren Faktoren. Umweltstressoren erhöhen das Risiko nicht nur für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch für Krebs, Diabetes und Adipositas sowie viele weitere internistische Erkrankungen. Daher müssen wir die Bedingungen, unter denen Krankheiten entstehen und sich verschärfen, stärker in den Blick nehmen und auf gesunde Lebensbedingungen hinarbeiten. Umweltfaktoren sind daher kein rein gesellschaftliches oder politisches Thema, sondern müssen auch als fester Bestandteil moderner Prävention und Public Health verstanden und in die Versorgung einbezogen werden.“

“Umweltstressoren treffen vor allem ältere, chronisch kranke und sozial benachteiligte Menschen – genau jene Gruppen, die internistisch ohnehin besonders vulnerabel sind. Umwelt- und Klimaschutz sind deshalb integrale Bestandteile moderner Gesundheitsvorsorge und eine Voraussetzung für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem” ergänzt der Internist und Kardiologe Prof. Georg Ertl.

Die Fachgesellschaft befasst sich seit Jahren mit den gesundheitlichen Folgen von Umwelt- und Klimabelastungen für die Innere Medizin. Auf ihren Jahreskongressen sowie in der Arbeitsgruppe „Gesundheit und Klima“ arbeitet sie wissenschaftliche Erkenntnisse zu Hitze, Luftverschmutzung und weiteren Umweltfaktoren systematisch auf. Ziel ist es, internistische Prävention und Versorgung evidenzbasiert an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin