ArthroseWandern mit Arthrose

Bewegung ist zentraler Baustein der Arthrose-Therapie und kann langfristig die Arthrose-Beschwerden reduzieren. Wandern eignet sich dafür hervorragend.

4 Wanderer in den Bergen bei Sonnenaufgang
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Mit der richtigen Vorbereitung kann Wandern bei Arthrose ein echter Gewinn sein.

Sollten auch Menschen mit Arthrose wandern? Worauf ist zu achten, wenn die Gelenke schmerzen? Bewegung ist ein zentraler Baustein, um die Beschwerden der Gelenkerkrankung zu lindern, erklärt der Orthopäde Prof. Frank Timo Beil vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Kann man mit Arthrose überhaupt wandern gehen?

Ja, Wandern ist sogar sehr empfehlenswert. Was viele nicht wissen: Bewegung hilft gegen Arthrose! Stillstand ist kontraproduktiv, schwächt die Muskulatur und belastet die Gelenke noch stärker. Moderate Bewegung, wie zum Beispiel beim Wandern, kann die Durchblutung verbessern und die Muskeln stärken. Die gleichmäßige Bewegung kann sogar helfen, die Gelenke besser "zu schmieren". Studien zeigen, dass regelmäßiges Gehen die Beschwerden von Arthrose langfristig reduzieren kann.

Worauf sollten Betroffene achten?

Das Wichtigste ist, eine Überlastung zu vermeiden. Besser kürzere Etappen mit Pausen einbauen als eine zu lange, anstrengende Tour. Wanderstöcke sind eine gute Möglichkeit, die Gelenke zu entlasten, auch das Schuhwerk sollte gut gedämpft und stabil sein. Prinzipiell gilt: Bergauf gehen schont die Gelenke mehr als bergab, hier sollten alternativ Seilbahn- oder Gondelfahrten eingeplant werden.

Haben Sie weitere Tipps?

Ein kurzes Aufwärmen vor dem Start kann helfen, sodass die Bewegung weiterhin Spaß macht. Eine stützende Bandage kann zusätzlichen Halt geben. Außerdem: Genügend trinken, Pausen einplanen und auf das Wetter achten – Kälte und Nässe können Gelenkbeschwerden beeinflussen. Mit der richtigen Vorbereitung kann Wandern für Menschen mit Arthrose ein echter Gewinn an Wohlbefinden sein.

Was hilft zusätzlich bei Arthrose?

Neben regelmäßiger und gelenkschonender Bewegung haben Gewichtskontrolle und gesunde Ernährung einen großen Einfluss, jedes Kilo weniger entlastet die Gelenke. Auch Wärme, Physiotherapie und gezieltes Muskeltraining können die Beschwerden lindern. Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn die Beschwerden dauerhaft auftreten und die Bewegungsfähigkeit spürbar nachlässt. Ein individueller Therapieplan kann langfristig die Lebensqualität erhöhen.

Quelle: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf