
Vier deutsche Standorte haben die Studie MINERVA gestartet. Sie soll den Weg bereiten für die Aufnahme naturheilkundlicher und integrativer Therapien in die Regelversorgung.
“Wir möchten zeigen, dass eine naturheilkundlich-integrative Komplextherapie bei zahlreichen chronischen Erkrankungen eine Lösung ist für eine bestehende Versorgungslücke”, sagt Dr. Marc Werner, Chefarzt der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin an den Kliniken Essen-Mitte.
In der Studie werden an 3 großen Kliniken für Naturheilkunde und Integrative Medizin Wirksamkeit, Sicherheit und Kosteneffizienz naturheilkundlicher Therapien untersucht.
Teilnehmende Krankenhäuser
An diesen Krankenhäusern wird die Studie MINERVA durchgeführt:
- Berlin: Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin (Chefarzt: Prof. Andreas Michalsen)
- Bamberg: Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde am Klinikum am Bruderwald Bamberg (Chefarzt: Prof. Jost Langhorst)
- Essen: Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin an den Evang. Kliniken Essen-Mitte (Chefarzt: Dr. Marc Werner)
MINERVA steht für multizentrische, integrative, naturheilkundliche Erforschung der Versorgung in Akutkliniken.
Über 2000 Menschen mit chronischen Erkrankungen können teilnehmen
Die Studie ist im Juli 2025 gestartet und auf 18 Monate angelegt. Sie soll rund 2000 Menschen einschließen. In dieser Zeit bekommen Patient*innen, die an einem der 3 Standorte aufgenommen werden, die Teilnahme an der Studie angeboten.
Zur Behandlung gehören Bewegungs-, Ernährungs-, Phytotherapie, Fasten sowie Mind-Body-Medizin, die mit Entspannungs- und Achtsamkeitsverfahren die Selbstfürsorge fördert. Die Basis für die integrativmedizinische Behandlung bildet die moderne medizinische Versorgung.
“Damit die Menschen langfristig gesünder sind, braucht es neben der modernen Pharmakologie und Operationen Eigenverantwortung und Gesundheitskompetenz”, so Marc Werner. “Gerade die Naturheilkunde vermittelt den Menschen, was sie selbst tun können, um gesund zu bleiben, das schafft auch Zufriedenheit.”
Chronische Erkrankungen hätten immer etwas damit zu tun, wie ein Mensch lebt, denkt, sich verhält. Hier könnten integrativmedizinische Verfahren zielgerichtet eingesetzt werden. Die Vermittlung von Gesundheitskompetenz steht neben naturheilkundlichen Therapien im Zentrum des integrativmedizinischen Konzepts.
Mehr Gesundheit durch Lebensstilveränderungen
“Der Mensch muss Teil der Lösung sein”, sagt Marc Werner, “nur so lässt sich ein wirklich guter Effekt erzielen, und zusätzlich ist das notwendig, damit das Gesundheitssystem bezahlbar bleibt.”
Die Studie MINERVA will belegen, wie naturheilkundliche Komplextherapien und Lebensstiländerungen die Lebensqualität verbessern - auch nach dem Klinikaufenthalt. Auch die Kosten des ganzheitlichen Ansatzes werden evaluiert: “Die klinische Erfahrung zeigt uns, dass integrativmedizinisch versorgte Menschen weniger medizinische Leistungen in Anspruch nehmen”, so Werner. Diese soll nun wissenschaftlich untermauert werden.
Die Ergebnisse sollen in 3 bis 4 Jahren vorliegen. Mit ersten Daten sei in 2 Jahren zu rechnen.
Quelle: Initiative Gesunde Vielfalt/Ni


