
Prof. Dr. Elmar Gräßel hat für seine herausragenden Leistungen in der Demenzforschung und im Ehrenamt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.
Mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes wird Gräßels jahrzehntelanges Engagement für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden An- und Zugehörigen gewürdigt. Elmar Gräßel ist seit 35 Jahren als Demenz- und Angehörigenforscher tätig. Er ist Gründungsmitglied der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und engagiert sich seit 25 Jahren ehrenamtlich als Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Mittelfranken.
"Helfen, wo nötig und gewünscht!"
Gräßels Ziel ist, die Situation und die Lebensbedingungen von Menschen mit Demenz und ihren pflegenden An- und Zugehörigen spürbar zu verbessern. Dabei ist es unerheblich, ob die Betroffenen mit kognitiven Beeinträchtigungen zu Hause, in einer Wohngruppe oder im Pflegeheim leben oder eine Tagespflege besuchen.Elmar Gräßels Lebensmotto lautet: "Helfen, wo nötig und gewünscht!"
Forschung für die Praxis
Prof. Elmar Gräßel leitet das Zentrums für Medizinische Versorgungsforschung und den Bereichs Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik des Uniklinikums Erlangen.
Für Gräßels berufliches Wirken gelten 2 zentralen Anliegen:
- Einerseits erforscht er Möglichkeiten der Prävention von Demenz sowie nicht-medikamentöse Therapien bei Demenzerkrankungen. "Denn es gilt, die tatsächlich vorhandenen Ressourcen von Menschen mit Demenz zu stärken und gleichzeitig ihre Lebensqualität zu erhöhen", so der Erlanger Experte.
- Andererseits liegt ihm als Versorgungsforscher die Unterstützung und die Entlastung von pflegenden An- und Zugehörigen am Herzen. "Pflegende An- und Zugehörige sind so aufopferungsvoll und intensiv in ihre Tätigkeit als Helfende eingebunden, dass sie die Unterstützung und Stärkung von außen dringend benötigen. Es ist eine gesellschaftliche Verpflichtung, ihnen etwas zurückzugeben", erläutert Prof. Gräßel und fasst zusammen: "Deshalb muss erforscht werden, wie Demenzbetroffenen und ihren pflegenden An- und Zugehörigen am besten geholfen werden kann."
MAKS®-Therapie Meilenstein seiner Arbeit
Ein Meilenstein seiner Arbeit ist die Entwicklung der mehrfach ausgezeichneten MAKS®-Therapie: Die nicht-medikamentösen Aktivierungstherapie für Menschen mit Demenz kombiniert motorische (M), alltagspraktische (A), kognitive (K) und soziale (S) Aktivitäten. Sie trägt nachweislich dazu bei, das geistige Nachlassen sichtbar zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen zu optimieren. Die Wirksamkeit der MAKS®-Therapie wurde in groß angelegten Studien belegt und kann schnell und unkompliziert in der Praxis angewendet werden.
"Demenzen sind bislang nicht heilbar. Psychosoziale, nicht-medikamentöse Therapieformen wie MAKS® sind der entscheidende Weg, die Fähigkeiten von Menschen mit Demenz zu stabilisieren und ihr Wohlbefinden zu verbessern", sagt Gräßel.
Die MAKS®-Therapie wird inzwischen im deutschsprachigen Raum, in Mexiko, China und Norwegen erfolgreich eingesetzt. Allein in Deutschland wurden bereits mehr als 3000 Pflege- und Betreuungskräfte geschult.
"Das Bundesverdienstkreuz ist für mich eine große Anerkennung meines persönlichen Engagements und der Zusammenarbeit vieler Mitstreiter*innen. Denn ohne das gemeinschaftliche Engagement vieler Menschen lassen sich die Ziele nicht erreichen", sagt Elmar Gräßel. "Ich danke allen, die mich auf diesem Weg empathisch begleiten und tatkräftig unterstützen."
Im Schreiben des Bayerischen Ministerpräsidenten heißt es über Prof. Gräßel: "Sie haben sich weit über das übliche Maß hinaus für unser Land eingebracht." Und weiter: "Ihre maßgebenden Studien und Publikationen zu nicht-medikamentösen Therapien sowie Ihr vielfältiger ehrenamtlicher Einsatz ermöglichen Betroffenen Inklusion und Teilhabe im Alltag sowie in der Gesellschaft."
Er nahm die Auszeichnung vom Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder entgegen.
Quelle: Uniklinikum Erlangen


