Melaleuca alternifoliaTeebaumöl bei Akne: Stark gegen die Entzündung

Akne ist belastend – körperlich und psychisch. Das Öl des australischen Teebaums könnte helfen, gegen die Bakterien und gegen die Entzündung.

Teebaum: Zweig mit Blüte und Früchten, Fläschchen mit ätherischem Öl
Olga/stock.adobe.com
Das ätherische Öl des Teebaums wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern gewonnen. Dessen Hauptwirkstoff Terpinen-4-ol verleiht dem Öl seine stark antimikrobiellen, antifungalen und entzündungshemmenden Eigenschaften.

Heilpflanzen immer bedeutender bei entzündlichen Hauterkrankungen

Heilpflanzen können bei unterschiedlichen Beschwerden hilfreich sein. In den allermeisten Fällen geschieht die Anwendung innerlich – als Tee, Tinktur oder standardisierter Extrakt. In den letzten Jahren gewinnt immer mehr die äußerliche Anwendung von Heilpflanzen an Bedeutung, da immer mehr Studien ihre positiven Aspekte bei Hauterkrankungen aufzeigen. Insbesondere bei entzündlichen Erkrankungen der Haut können pflanzliche Wirkstoffe hilfreich sein. Indem sie etwa

  • den Entzündungsprozess hemmen und dessen Symptome lindern,
  • Krankheitserreger zurückdrängen und
  • die Regeneration der Haut fördern.

Über den letzten Aspekt berichte ich zum Beispiel in meinem Beitrag Neue Hilfe bei Neurodermitis? Hautregeneration mit Bitterstoffen.

So wird die Liste der Heilpflanzen, die in Studien bei Hauterkrankungen Wirkung zeigen, mit jedem Jahr länger. Zu den allseits bekannten hautwirksamen Pflanzen wie Ringelblume (Calendula officinalis), Kamille (Matricaria chamomilla) oder Hamamelis (Hamamelis virginiana) mischen sich zum Beispiel nun Johanniskraut (Hypericum perfoliatum), Weihrauch (Boswellia spp.), Grüner Tee  (Camellia sinensis) oder Süßholz (Glycyrrhiza glabra) [1]. Zu diesen gesellt sich auch der Teebaum (Melaleuca alternifolia), der bei unterschiedlichen entzündlichen Hauterkrankungen Anwendung findet, unter anderem bei der Akne vulgaris.

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Der Teebaum und sein schlagkräftiges Öl

Der Teebaum  ist ein Myrtengewächs (Myrtaceae), das ursprünglich in den feuchten Regionen New South Wales in Australien beheimatet ist. In den Herkunftsländern ist er als Tea Tree bekannt. Er zeichnet sich durch seine schmale, nadelartige Belaubung und die charakteristische, weiße „Papierrinde“ aus. Pharmakologisch ist das durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Öl der Blätter von Bedeutung. Dessen Hauptwirkstoff Terpinen-4-ol verleiht dem Öl seine stark antimikrobiellen, antifungalen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Terpinen-4-ol destabilisiert die Zellmembranen von Bakterien und Pilzen und kann dadurch unliebsame Keime sicher bekämpfen, ohne dass diese gegen den Wirkstoff Resistenzen bilden können [2].

Das ätherische Öl des Teebaums wird in Australien seit mindestens 100 Jahren verwendet und erfreut sich mittlerweile internationaler Bekanntheit. Der Teebaum wurde von den Ureinwohnern Australiens schon viel länger verwendet, zum Beispiel zur Behandlung von Wunden und Tierbissen, Hautkrankheiten und Atemwegserkrankungen [3].

Akne vulgaris: Eine Erkrankung mit hohem Leidensdruck

Akne vulgaris ist weit mehr als nur lästig. Die chronisch-entzündliche Erkrankung der Talgdrüsenfollikel geht mit unangenehmen Symptomen wie Brennen oder Juckreiz einher und Betroffene haben oft einen großen Leidensdruck, da die Krankheit ihr äußeres Erscheinungsbild mit Mitessern, Papeln und Pusteln und dem Risiko einer dauerhaften Narbenbildung prägt. Und das ausgerechnet während der Pubertät, wenn die meisten sehr viel Wert darauf legen!

Die Krankheit entsteht aus einem komplexen Zusammenspiel aus einer hormonell bedingten Überproduktion von Talg, einer Verhornungsstörung im Talgdrüsenausgang, der Besiedlung mit dem Bakterium Cutibacterium acnes und nachfolgenden Entzündungsreaktionen.

Wichtig für Betroffene

Akne hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun! Diese weitverbreitete Fehlannahme führt oft dazu, dass die betroffenen Stellen zu viel gereinigt werden, was die natürliche Hautbarriere zusätzlich strapaziert.

Wenn Du an Akne leidest, konsultiere zunächst einen Hautarzt! Der kann Dich umfassend untersuchen und beraten. Wenn Du zusätzlich natürliche Optionen wie das Teebaumöl anwenden möchtest, besprich das mit ihm!

Teebaumöl bei Akne sicher anwenden

Zwei klinische Studien untersuchten die Wirksamkeit von Teebaumöl bei Akne.

Bei der ersten wurden 124 Akne-Patient*innen in 2 Gruppen aufgeteilt: Eine erhielt ein Präparat mit dem bakteriostatischen und bei Akne oft angewandten Wirkstoff Benzoylperoxid, die andere mit Teebaumöl. Beide Präparate wurden äußerlich angewandt. Nach 3 Monaten Behandlung hatten sich die Symptome mit beiden Zubereitungen deutlich gebessert [4].

Die Wirksamkeit eines Gels mit Teebaumöl konnte auch eine klinische Studie mit 60 Akne-Patient*innen nachweisen. Die Proband*innen hatten das Präparat über 45 Tage angewandt [5].

In beiden Studien wurde das Teebaumöl nicht pur, sondern verdünnt angewandt. Beide Präparate enthielten 5 Prozent ätherisches Teebaumöl. 

Teebaumöl muss also nicht unverdünnt aufgetragen werden, davon rate ich auch ab. Besonders wenn das Öl schon etwas älter ist, kann es durch Oxidationsprodukte zu unangenehmen Hautreaktionen mit Rötung oder Brennen kommen.

Ich empfehle daher die Anwendung von Produkten, die Teebaumöl enthalten. Hier gibt es eine Vielzahl an Pflegeprodukten im Handel. Vielleicht hat ein Arzt hierzu eine Empfehlung für Dich oder die Apotheke. Namhafte Hersteller, die viel Wert auf die Qualität des Teebaumöls legen, sind meiner Meinung nach zu bevorzugen. Denn altes Teebaumöl kann zu Beschwerden führen (s.o.).

Meine Empfehlung: Bevor Du Produkte mit Teebaumöl im Gesicht anwendest, trage eine verdünnte Menge in der Armbeuge auf und warte 24 Stunden, um eine allergische Reaktion, die sich durch Rötungen, Brennen, Juckreiz und Trockenheit zeigen können, auszuschließen.

Und zum Schluss

Der Teebaum muss Bakterien nicht fürchten. Sein ätherisches Öl ist eine schlagkräftige Waffe gegen unliebsame Einzeller. Auch dem Menschen kann es nützlich sein, unter anderem bei entzündliche Hauterkrankungen wie der Akne vulgaris. Bei dieser Indikation kann es verdünnt angewendet werden.

Studien legen nahe, dass es dazu beitragen dürfte, dass die typischen Beschwerden und sichtbaren Hautveränderungen bei Akne zurückgehen.

Wichtiger Hinweis!

Wie jede Wissenschaft ist die Heilpflanzenkunde ständigen Entwicklungen unterworfen. Soweit in diesem Beitrag medizinische Sachverhalte, Anwendungen und Rezepturen beschrieben werden, handelt es sich naturgemäß um allgemeine Darstellungen, die eine individuelle Beratung, Diagnose und Behandlung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine/einen Apothekerin nicht ersetzen können. Jede/Jeder Nutzende ist für die etwaige Anwendung und vorherige sorgfältige Prüfung von Dosierungen, Applikationen oder sonstigen Angaben selbst verantwortlich. Autoren und Autorinnen und Verlag haben große Sorgfalt darauf verwendet, dass diese Angaben bei ihrer Veröffentlichung dem aktuellen Wissensstand entsprechen. Eine Haftung für Schäden oder andere Nachteile ist jedoch ausgeschlossen.

Für die meisten Heilpflanzen fehlen Studien zu Unbedenklichkeit bei der Anwendung in der Schwangerschaft und während der Stillzeit, sowie bei Säuglingen, (Klein-)Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Alle beschriebenen Anwendungen sollten daher, sofern nicht ausdrücklich im Beitrag anders beschrieben, bei diesen Personen und in diesen Lebensphasen nicht ohne ärztliche Zustimmung angewendet werden.

  1. Hoffmann J, Gendrisch F, Schempp CM et al. New Herbal Biomedicines for the Topical Treatment of Dermatological Disorders. Biomedicines 2020; https://www.mdpi.com/2227-9059/8/2/27
  2. Carson CF, Hammer KA, Riley TV. Melaleuca alternifolia (Tea Tree) oil: A review of antimicrobial and other medicinal properties. Clin Microbiol Rev 2006;  https://doi.org/10.1128/cmr.19.1.50-62.2006
  3. Kairey L, Agnew T, Bowles EJ et al. Efficacy and safety of Melaleuca alternifolia (tea tree) oil for human health-A systematic review of randomized controlled trials. Front Pharmacol 2023; https://doi.org/10.3389/fphar.2023.1116077
  4. Bassett IB, Pannowitz DL, Barnetson RS. A comparative study of tea-tree oil versus benzoylperoxide in the treatment of acne.  https://doi.org/10.5694/j.1326-5377.1990.tb126150.x
  5. Enshaieh S, Jooya A, Siadat AH et al. The efficacy of 5% topical tea tree oil gel in mild to moderate acne vulgaris: A randomized, double-blind placebo-controlled study. Indian J Dermatol Venereol Leprol 2007; 23: 22-25

Heilpraktiker mit dem Therapieschwerpunkt Phytotherapie

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