
Verschiedene Giftstoffe wie Schwermetalle sowie Lebensmittel- und Umweltgifte können postvirale Müdigkeit zusätzlich fördern. Eine professionell begleitete Entgiftung und Entsäuerung können hier wertvolle Beiträge leisten, da man dadurch bestimmte Organe, Körperbereiche oder den ganzen Stoffwechsel reinigen kann. Bleibt eine Entgiftung aus, kann das Körper, Geist und Seele dauerhaft belasten.
Detox-Formen
Viele Menschen setzen beispielsweise auf Saft- oder Basenfasten, um den Säure-Basen- Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Die damit verbundene Darmreinigung befreit den Magen-Darm-Trakt von Kot- und Speiseresten. Auch Entgiftungsbäder sind beliebt. Zusätze wie Bittersalz, Heilerde, Natron oder basisches Badesalz reinigen und stärken den Organismus. Wer Fuß-Detox betreiben möchte, kann bestimmte Pflaster nutzen, die Toxine aus den Fußsohlen ziehen sollen. Auch Digital Detox, bei dem eine Zeit lang auf die Nutzung digitaler Geräte verzichtet wird, »entgiftet« das Nervensystem und die Psyche, was wiederum positive Auswirkungen auf den Körper hat.
Was bedeutet Entsäuern und Entgiften?
Ein Entsäuerungsprogramm besteht aus mehreren Elementen, die ganzheitlich positiv auf Körper, Geist und Seele wirken. Ein Überschuss an Säure im Körper (Azidose) durch fleischlastige und zuckerreiche Ernährung mit verarbeiteten Lebensmitteln, aber auch Stoffwechselstörungen wie Diabetes und auch Nieren und Lungenprobleme, können den pH-Wert des Blutes senken, die Funktion von Enzymen beeinträchtigen und den Stoffwechsel stören. Mögliche Symptome sind Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verwirrtheit und Kurzatmigkeit. Langfristig kann eine chronische Azidose zu Knochenschwund führen, da der Körper Kalzium aus den Knochen mobilisiert, um das Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherzustellen. Eine basische Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Nüssen und Hülsenfrüchten ist ein guter erster Schritt. Ein ausgeglichener pH-Wert kann die Funktion von Enzymen und Stoffwechsel optimieren, was mehr Energie und ein besseres Allgemein befinden zur Folge hat, zudem kann er das Risiko für chronische Krankheiten reduzieren.
Eine basenreiche Ernährung blockiert außerdem die Bildung von Stoffwechselendprodukten (Schlacken). Diese bauen sich nur langsam ab, daher sollte die neue, basenüberschüssige Lebensweise langfristig beibehalten werden. Säuren und Schlacken müssen deshalb ausgeschieden werden, da sie die Blutgerinnung hemmen. Das Blut wird dickflüssiger und die feinen Blutgefäße können verstopfen, was die Gefahr der Entstehung einer Arteriosklerose begünstigt. Entsäuern und Entgiften machen das Blut wieder dünnflüssiger und entlasten mit sofortiger Wirkung das Herz. Die verstopften Blutgefäße brauchen allerdings mehr Zeit, um sich zu reinigen. Daher ist eine langfristige Umstellung auf eine gesündere Ernährungs- und Lebensweise wichtig. Gleichzeitig müssen alle Faktoren, die übersäuern, dazu zählen auch Stress, Sorgen und unnötige Medikamente, reduziert werden. Ziel ist, dass der Organismus seine eigenständige Regulationsfähigkeit wiederfindet und sein Immunsystem wieder gut funktioniert.
Wo entstehen Säuren?
Eine wichtige Gesundheitsregel lautet: Der pH-Wert des Blutes muss konstant bleiben. Alle überschüssigen Säuren, die nicht gepuffert werden können, landen im Bindegewebe und werden dort von Basen der Kollagenfasern neutralisiert. Dies ist allerdings nur eine Notlösung, bis die Blutbasen – eine Substanz im Blut, die überschüssige Säuren neutralisieren kann – es wieder schaffen, die zwischengelagerten Säuren zu puffern. Die zunehmende Säurebelastung sorgt allerdings für eine Schwächung des Bindegewebes. Die Hauptursachen für eine Übersäuerung des Körpers sind eine verringerte Säureausscheidung aufgrund zu geringer Trinkmengen und zu wenig Bewegung, eine säurelastige bzw. basenarme Ernährung, Medikamente, Stress, Schlafmangel, Entzündungen sowie der Übertritt von Gärungssäuren aus dem Darm in das Blut.
Ursachen einer Vergiftung
Eine Vergiftung entsteht, wenn toxische Substanzen inhaliert oder verschluckt werden oder mit Haut, Schleimhäuten und Augen in Kontakt kommen. Potenziell giftige Substanzen können Gase, Chemikalien, einige verschreibungspflichtige sowie rezeptfreie Arzneimittel, illegale Drogen, bestimmte Pilze, Pflanzen, Nahrungsmittel sowie tierische Giftstoffe sein. Manche Gifte sind harmlos und schädigen die Gesundheit nicht, andere können den Organismus schwer belasten. In der Behandlung geht es darum, die Körperfunktionen der betroffenen Person zu unterstützen, eine weitere Giftaufnahme zu verhindern und die Ausscheidung zu beschleunigen. In einigen Fällen wird ein spezifisches Gegenmittel gegeben. Auch eine jahre- oder gar jahrzehntelange falsche Ernährung und Lebensweise kann den Körper vergiften und krank machen.
Symptome einer Vergiftung
Die eingenommene Menge des Giftes allein ist nicht entscheidend, welche Auswirkungen es hat. Auch das Alter und der Gesundheitszustand der Person spielen eine Rolle. Unterschieden wird zwischen sichtbaren und unsichtbaren Symptomen. Absorbierte oder konsumierte Gifte erzeugen meist Erscheinungen am ganzen Körper. Das liegt am Sauerstoffentzug von Körperzellen oder Rezeptoren und der (De-)Aktivierung von Enzymen. Symptome einer Vergiftung sind Veränderungen im Bewusstsein, der Körpertemperatur, Atmungs- und Herzfrequenz.
Entgiftungsorgane
Die wichtigsten Entgiftungsorgane des Menschen sind Nieren, Darm, Leber, Lunge und Haut, außerdem das Blut und die lymphatischen Organe. Kommt es durch innere und äußere Einflüsse zur Überlastung, kann sich das in allgemeinem Unwohlsein, aber auch in chronischer Müdigkeit, etwa nach einem Infekt, und langfristig in verschiedenen Krankheiten zeigen. Um unser Entgiftungssystem in Schwung zu bringen, empfehlen wir für die entsprechenden Organe:
Nieren: viel trinken, vor allem Wasser, hilft den Nieren beim Ausscheiden. Pflanzliche Mittel spülen die Harnwege gut durch, während Stoffwechseltees die Funktion der Nieren (und der Leber) unterstützen können.
Leber: Alkohol, chemische Lebensmittelzusatzstoffe und bestimmte Arzneimittel können die Leber belasten. Die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) bietet mit Löwenzahnwurzel, Mariendistel und Artischocke gute Möglichkeiten, das Leber-Galle-System zu stärken.
Darm: siehe dazu »Baustelle Darmgesundheit und Darmflora«
Haut: Der Hautstoffwechsel kann durch regelmäßigen Sport, Dampfbäder und Sauna positiv beeinflusst werden. Zigarettenkonsum, schlechte Ernährung und wenig Flüssigkeitszufuhr lassen die Haut schneller altern.
Lunge: Die Gesundheit der Lunge ist eine wichtige Basis für unser Wohlbefinden. Rauchen und zu wenig Bewegung schaden ihr.
Zellentgiftung
Glutathion, ein in der Leber gebildetes Antioxidans und wichtiger Enzym-Cofaktor unter anderem für Immunvorgänge, hat zusammen mit Vitamin C und Vitamin E einen großen Einfluss auf die Reduzierung von oxidativem Stress und fördert das Entgiftungssystem. Es trägt zur Prävention aller Krankheiten, bei denen Einschränkungen der Entgiftung und Immunfunktion, freie Radikale, Entzündungen oder Störungen des Energiehaushaltes eine Rolle spielen, bei. Eine ausreichende Versorgung mit Glutathion und anderen Mikronährstoffen fördert vielfältige Prozesse, die Schadstoffe neutralisieren können.
Ausleitung
In der traditionellen Medizin werden schon seit Jahrhunderten ausleitende Methoden, etwa Techniken zur Steigerung der Schweißabsonderung sowie harntreibende und blutentziehende Therapien, genutzt, um den Organismus bei seiner Entgiftung proaktiv zu unterstützen. Das können Hydrotherapie, Basenbäder, Darmsanierung, Ernährungsumstellung, Bewegung oder auch das Trinken von basischem Wasser sein. Als Regulationstherapie wird die einleitende Entgiftungstherapie genutzt, um die Basis für krankheitsspezifische Behandlungen zu schaffen. Hier werden die Körpergewebe entlastet und die Selbstregulation des Körpers gestärkt. Ausleitungsmittel sollen die natürliche Entgiftungsfunktion der Leber fördern, die Harnbildung und Ausscheidung durch die Nieren unterstützen und den Lymphfluss anregen. Eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Entgiften ist, die verordneten Präparate regelmäßig und genau nach den Therapeutenvorgaben einzunehmen. Dazu sollten mindestens 2, besser 2,5 Liter stilles Wasser täglich getrunken werden. Während der Ausleitung ist eine ausgewogene und leberfreundliche Ernährung mit Lebensmitteln, die reich an Ballaststoffen sind und möglichst wenig (Frucht-)Zucker enthalten, wichtig. Bewegung an der frischen Luft tut gut, genauso wie Ölziehen und Leberwickel. Für die seelische Entgiftung sind Entspannungsverfahren das A und O.
Das können Sie tun
Die besten Detox-Diäten orientieren sich am klassischen Heilfasten, Intervallfasten oder Basenfasten.
- Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs, die viel Flüssigkeit, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, eignen sich zum Entgiften ideal. Unsere Top-Empfehlungen sind: Spargel, Tomaten, Kohlgemüse, Gurken, Pilze, Brokkoli, Knoblauch, Artischocken, Grünkohl, Melonen, Zitrusfrüchte, Ingwer, Kurkuma, Sellerie, Petersilie und Koriander.
- Noch einmal zur Erinnerung: Wasser spült Giftstoffe aus dem Körper, daher ist das Trinken von stillem Wasser, mindestens 2 Liter täglich, sehr wichtig. Versuchen Sie es gerne auch einmal mit »Infused Water«, das gerade sehr angesagt ist: Reines Wasser wird mit Minzblättern, Gurken-, Zitronen oder Orangenscheiben aromatisiert, dadurch schmeckt es auch Menschen, die sonst nicht so gerne pures Wasser trinken.
- Wer auf Smoothies steht, kann in sein Entgiftungsprogramm große Mengen an Obst und Gemüse einbauen und diese zum leckeren Getränk mixen. Während Früchte beim Saft lediglich ausgepresst werden, bleiben beim Smoothie alle essbaren Teile in pürierter Form erhalten. Unser Tipp: selbst mixen, da viele Smoothies aus dem Supermarkt häufig Saft- oder Fruchtkonzentrat und Zucker enthalten.
Quelle: Naturheilpraxis: Postvirale Müdigkeit
kcl




