Diabetes mellitusHitzestress für Diabetiker*innen

Für Menschen mit Diabetes mellitus kann Hitze zur gesundheitlichen Belastung werden. Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) warnt vor  Risiken und gibt Verhaltenstipps.

Büroarbeiter lockert angestrengt seinen Schlips, es ist heiß
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Hitzewelle in Deutschland: Was Menschen mit Diabetes jetzt beachten sollten

In den kommenden Tagen steigen die Temperaturen in vielen Regionen Deutschlands auf über 30 Grad. Für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus kann die Hitze zur gesundheitlichen Belastung werden. Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) warnt vor erhöhten Risiken und gibt wichtige Verhaltenstipps.

Warum Hitze für Menschen mit Diabetes besonders gefährlich ist

Die körpereigene Temperaturregulation funktioniert bei Menschen mit Diabetes oft nicht optimal. „Die körpereigene Temperaturregulation ist bei Menschen mit Diabetes oft beeinträchtigt. Der Körper reagiert bei Hitze normalerweise mit verstärkter Hautdurchblutung und Schweißproduktion. Doch genau diese Mechanismen sind bei Menschen mit Diabetes häufig gestört – insbesondere, wenn bereits Nervenschädigungen (Neuropathien) oder eine eingeschränkte Nierenfunktion vorliegen“, erklärt Dr. Jacqueline Ratter-Rieck vom DDZ.

Zusätzlich sind viele Betroffene durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbelastet. Laut Dr. Thaddäus Tönnies steigt das Risiko für Überhitzung und Kreislaufversagen besonders bei älteren Menschen, bei Übergewicht, hohem HbA1c-Wert und Insulintherapie.
Medikamente und Insulin: Was bei Hitze zu beachten ist

Hohe Temperaturen beeinflussen nicht nur den Kreislauf, sondern auch die Wirkung von Medikamenten. Prof. Michael Roden warnt: „Hohe Temperaturen und Wasserverlust senken die Insulinwirkung und verschlechtern so die Blutglukosewerte bei Diabetes, sodass die Diabetestherapie individuell angepasst werden sollte.“
Insulin sollte stets zwischen zwei und acht Grad gelagert werden. Spezielle Kühltaschen helfen dabei – auch auf Reisen. Zudem kann Hitze die Aufnahme von Insulin beschleunigen und damit das Risiko für Unterzuckerungen erhöhen.

Feinstaub als zusätzlicher Risikofaktor

Neben der Hitze belastet auch Feinstaub den Stoffwechsel. Studien zeigen, dass Luftverschmutzung das Risiko für Typ-2-Diabetes und diabetische Nervenschäden erhöht. Besonders bei sommerlichen Hochdrucklagen oder Waldbränden steigt die Feinstaubbelastung.

Verhaltenstipps für heiße Tage

Das DDZ empfiehlt folgende Maßnahmen:

  • Tagesrhythmus anpassen: Aktivitäten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.
  • Ausreichend trinken: Auch ohne Durst regelmäßig Flüssigkeit aufnehmen.
  • Nicht barfuß laufen: Bei Nervenschädigungen besteht Verletzungsgefahr.
  • Blutzucker häufiger messen: Hitze verändert den Stoffwechsel.
  • Insulin richtig lagern: Kühl und lichtgeschützt aufbewahren.
  • Klimaresilienz stärken: Gesunde Ernährung, Bewegung und gute Blutzuckereinstellung helfen dem Körper, besser mit Hitze umzugehen.

Quelle: Deutschen Diabetes-Zentrum

kcl