Ätherische ÖleRezepturen bei Unruhe und psychischer Dysbalance

Wer keine Gelegenheit zum Waldbaden hat, kann sich den Wald nach Hause holen: mit ätherischen Ölen. Anusati Thumm stellt 2 Rezepturen vor.

Zirbelkiefer auf eine Wiese in einer Berglandschaft
Aggi Schmid/stock.adobe.com

Die Zirbelkiefer wird bis zu 25 Meter hoch und kommt an der Baumgrenze in den Hochalpen vor.

Den Wald nach Hause holen

Wer nicht die Gelegenheit hat, Waldbaden draußen zu praktizieren, kann sich den Wald mit den ätherischen Ölen nach Hause holen – oder zumindest einen Teil davon. Denn nicht nur die sauerstoffreiche Waldluft und die darin enthaltenen Phytonzide, sondern auch die ätherischen Öle der Bäume mit ihren unzähligen Inhaltsstoffen unterstützen unsere Selbstheilungskräfte. Terpene beispielweise bilden den Hauptteil der wertvollen Inhaltsstoffe der Kiefernadelgewächse. Sie werden sowohl über die Atmungsorgane als auch über die Haut aufgenommen.

Inhaltsstoffe ätherischer Baumöle

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenstoffe, die aus einer Vielzahl unterschiedlicher Substanzen zusammengesetzt sind. Bei Bäumen befinden sie sich in Öldrüsen an den Ästen, Zweigen, Nadeln und teilweise im Kernholz. Die Baumöle werden hauptsächlich durch Wasserdampfdestillation der Zweige und Nadeln, vor allem der Kiefernadelgewächse, gewonnen. Für die Gewinnung der Öle werden die Äste und Zweige nicht während des Transports, sondern erst kurz vor der Destillation zerkleinert, was für eine optimale Qualität des ätherischen Öls sorgt.

Ätherische Baumöle bestehen aus Inhaltsstoffen wie Monoterpenen, Sesquiterpenen, Monoterpenolen, Estern und vielem mehr. Die Hauptinhaltsstoffe der ätherischen Öle aller in Mitteleuropa heimischen Kieferngewächse sind die Monoterpene α- und β-Pinen. Sie stärken das Immunsystem, wirken antiviral und antibakteriell, durchblutungsfördernd, lymphflussanregend, entzündungshemmend und schleimlösend. α- und β-Pinen riechen nach frischen Fichten- und Tannennadeln. Sie versetzen uns über ihren Duft direkt in den Wald. Andere Monoterpene wie p-Cymol und Myrcen wirken schmerzlindernd.

Monoterpenester sind in kleineren Mengen in vielen Baumölen zu finden. Sie zeichnen sich durch eine stark krampflösende und entstauende Wirkung aus, können besänftigen und die Stimmung heben. Sie schenken uns dadurch Glücksgefühle und Entspannung. Die in noch kleineren Mengen enthaltenen Monoterpenole tragen zur antiviralen und antibakteriellen Wirkung der Baumöle bei. Und sie haben auf die Psyche ebenfalls eine harmonisierende Wirkung.

Sesquiterpene und Sesquiterpenketone sind schwere und weniger flüchtige Moleküle. Im Gegensatz zu den heimischen Bäumen enthalten die Atlas- und Himalaya-Zeder (Cedrus atlantica und deodara), die vornehmlich in Marokko und Indien zu finden sind, einen sehr hohen Anteil dieser beiden Inhaltsstoffe. Dies erklärt die deutlich andere Wirkweise der ätherischen Zedernöle: Sie wirken hautregenerierend, juckreizstillend und antiallergisch. Wegen ihrer emotional stärkenden und beruhigenden Wirkung gehören sie aber auch zu den „Lieblingsinhaltsstoffen“ der Psycho-Aromatherapie. Die passende Beduftung kann helfen, schwierige Situationen zu bewältigen.

Rezepturen

Für guten Schlaf in stürmischen Zeiten

Diese Mischung empfiehlt sich bei Unruhezuständen und Nervosität im stressigen Alltag. Der Duft wirkt entspannend und nervenstärkend.

Zutaten
  • 15 Tr. Zirbelkieferöl
  • 15 Tr. Zederöl
  • 15 Tr. Myrtenöl
  • 15 Tr. Grapefruitöl
  • 30 Tr. Bergamotteöl
Zubereitung/Dosierung

Die ätherischen Öle in ein Braunglasfläschchen (5 ml) geben und durch Schwenken mischen.

Jeweils 5–7 Tropfen der Mischung in eine Duftlampe oder einen Ultraschallvernebler tropfen.

Mischung „In Balance“

Bei psychischer Dysbalance wirkt diese Duftmischung ausgleichend und harmonisierend und zugleich energetisierend. Besonders geeignet ist diese Mischung für Schulzimmer, Büros, Krankenzimmer und Fitnessstudios.

Zutaten
  • 50 Tr. „Fichtennadelöl“ (Sibirische Tanne)
  • 50 Tr. Bergamotteöl
Zubereitung/Dosierung

Die beiden ätherischen Öle in einem Braunglasfläschchen (5 ml) mischen.

Für die Raumbeduftung 7-10 Tropfen in die Duftlampe oder einen Ultraschallvernebler geben.

Wichtiger Hinweis

Wie jede Wissenschaft ist die Heilpflanzenkunde ständigen Entwicklungen unterworfen. Soweit auf der Website medizinische Sachverhalte, Anwendungen und Rezepturen beschrieben werden, handelt es sich naturgemäß um allgemeine Darstellungen, die eine individuelle Beratung, Diagnose und Behandlung durch einen Arzt oder Apotheker nicht ersetzen können. Jeder Nutzer ist für die etwaige Anwendung und vorherige sorgfältige Prüfung von Dosierungen, Applikationen oder sonstigen Angaben selbst verantwortlich. Autoren, Herausgeber und Verlag haben große Sorgfalt darauf verwendet, dass diese Angaben bei ihrer Veröffentlichung dem aktuellen Wissensstand entsprechen. Eine Haftung für Schäden oder andere Nachteile ist jedoch ausgeschlossen.

Anusati Thumm ist Aromatherapie-Expertin, Seminarleiterin und Buchautorin. Sie unterrichtet seit über 30 Jahren Aromapflege und Aromatherapie an verschiedenen Heilpflanzenschulen und leitet die Fachausbildung zur/m AromaexpertIn in der Primavera Akademie im Allgäu.