OsteoporoseCortison-Osteoporose: Empfehlungen veröffentlicht

Längere Cortison-Einnahme erhöht das Osteoporoserisiko. Ein Expertenteam gibt Empfehlungen für Prävention und Therapie.

Illustration: Osteoporose an Wirbelkörpern
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Bei Osteoporose kann es durch verminderte Knochendichte und -festigkeit häufiger zu Knochenbrüchen kommen.

Eine fundierte Strategie zum Knochenschutz umfasst Prävention und Therapie. Expertenteam für Gesundes Altern plädiert für kontinuierliches Screening der Knochendichte und gibt Tipps zu Versorgung mit Kalzium, Vitamin D und Protein als Basismaßnahmen. Je nach Frakturrisiko kommen potente knochenaufbauende Medikamente zum Einsatz.

Längere Cortison-Einnahme erhöht Osteoporoserisiko

Patient*innen, die längere Zeit auf eine Therapie mit Cortison angewiesen sind, zeigen oft eine erhöhte Knochenbrüchigkeit. Da Cortisonpräparate jedoch bei schweren Autoimmunerkrankungen, Krebserkrankungen oder in der Transplantationsmedizin unerlässlich sind, kann in der klinischen Behandlung darauf nicht vollständig verzichtet werden. Umso wichtiger ist in diesen Fällen eine fundierte Strategie zum Knochenschutz.

Cortisonpräparate sind bei einer Reihe von lebensbedrohlichen Erkrankungen ein fester Pfeiler der antientzündlichen Therapie. Dazu zählen schwere Autoimmunerkrankungen, wie Lupus, Multiple Sklerose, Gelenkrheuma, aber auch Krebserkrankungen oder Abstoßungen nach Organtransplantation.

Allerdings zeigt diese Therapie typische Komplikationen, wie zum Beispiel die Entstehung einer schweren Osteoporose, welche durch Knochenfrakturen zu Schmerzen, Immobilität und langen Krankenhausaufenthalten führen kann.

Mehr als 50 Prozent aller Menschen, die länger als 3 Monate mehr als 7,5 Milligramm pro Tag des Cortisonpräparats Prednisolon einnehmen, erleiden Knochenbrüche, vor allem an den Wirbelkörpern. Auch an anderen Stellen, wie dem Schenkelhals, am Oberarm, dem Becken oder an den Rippen können die Knochen bereits bei geringen Stürzen oder beim Anprallen brechen.

Empfehlungen zur Prävention und Therapie der Cortison-Osteoporose

Ein Expertenteam der Uni Dresden hat im Fachjournal Lancet Diabetes & Endocrinology Empfehlungen zur Prävention und Behandlung der Cortison-Osteoporose veröffentlicht. Die wichtigsten Punkte sind demnach:

  • "Neben einem gesunden, aktiven Lebensstil und einer ausreichenden Aufnahme von Kalzium, Protein und Vitamin D sollte bereits bei der Verschreibung von Cortisonpräparaten die Knochendichte gemessen werden", sagt PD Dr. Elena Tsourdi.

Bei längerer oder hochdosierter Cortisontherapie empfehlen die Autor*innen ein risikoadaptiertes Vorgehen:

  • "Bei niedrigem oder mittlerem Frakturrisiko sind Bisphosphonate oder Denosumab ausreichend,
  • bei hohem Frakturrisiko ist ein knochenaufbauendes Regime indiziert. Dazu zählen Romosozumab, Teriparatid oder Abaloparatid, die alle injiziert werden", sagt Prof. Lorenz Hofbauer.

"Wer Cortison verschreibt, ist in der Pflicht und sollte bei jedem Besuch des Patienten oder der Patientin überprüfen, ob die Dosis reduziert werden kann oder ob es Therapiealternativen gibt", so Elena Tsourdi. 

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden