FastenErfolgreiches Fasten braucht Spermidin

Ohne Spermidin keine Autophagie: Spermidin spielt eine zentrale Rolle bei den gesundheitlichen Vorteilen des Fastens, zeigt eine neue Forschungsarbeit.

Teekanne und Teetasse mit grünem Tee
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Zeitweiser Verzicht auf feste Nahrung verbessert Fitness, Gesundheits- und Lebensspanne.

Die genauen Mechanismen, warum Fasten gesundheitsförderliche Effekte hat, sind weitgehend unerforscht. Ein Forschungsteam hat die molekularen Effekte des Fastens untersucht. Dabei zeigte sich:

  • Während des Fastens steigt die Konzentration der Substanz Spermidin signifikant an.
  • Die gesundheitlichen Vorteile des Fastens hängen stark von der Erhöhung der Spermidinkonzentration im Körper ab.

Molekulare Effekte des Fastens

Zwar ist die Lebenserwartung gestiegen, die Menschen bleiben jedoch nicht unbedingt länger gesund. Fasten, geplante und kontrollierte Perioden des Nahrungsverzichts, können eine wirksame Methode zur Verbesserung der Gesundheit und Prävention altersbedingter Krankheiten sein. Die genauen Mechanismen der gesundheitsfördernden Fasten-Effekte sind jedoch weitgehend unerforscht.

Ein internationales Forschungsteam hat deshalb die molekularen Effekte des Fastens untersucht. Dabei zeigte sich, dass während des Fastens bei Menschen, Mäusen, Fliegen, Würmern und Hefezellen die Konzentration der Substanz Spermidin signifikant ansteigt. Die Forschenden schlussfolgern, dass Spermidin eine entscheidende Rolle bei den gesundheitlichen Vorteilen des Fastens spielt.

Spermidin ist eine natürliche Verbindung, die in allen lebenden Zellen vorkommt und viele zelluläre Prozesse unterstützt.

Ohne Spermidin keine Autophagie

Durch chemische und genetische Eingriffe verhinderten die Forschenden die fasteninduzierte Spermidinerhöhung in verschiedenen Modellorganismen. Das Ergebnis: Die Organismen profitierten nicht mehr vom Fasten. Ein wesentlicher Effekt des Fastens ist die Auslösung der Autophagie. Bei diesem Prozess setzt eine Selbstreinigung in den Zellen ein und beschädigte Bestandteile werden abgebaut. Organismen, die während des Fastens kein Spermidin mehr produzieren konnten, zeigten auch keine Autophagie mehr.

Darüber hinaus zeigten die Ergebnisse, dass die herzschützenden Effekte des Fastens ebenfalls von der inneren Spermidinsynthese abhängig sind.

Dies unterstreiche die Bedeutung von Spermidin als entscheidenden Faktor für die positiven Auswirkungen des Fastens auf die Gesundheit im Alter. Die Forschungsergebnisse bieten neue Einblicke in die Mechanismen des Fastens und eröffnen potenzielle Wege für präventive und therapeutische Strategien zur Förderung der Gesundheit im Alter.

"Unsere Forschung deutet darauf hin, dass Fasten, Spermidin, Autophagie und Gesundheit im Alter in einer kausalen Beziehung zueinanderstehen. Dieser Mechanismus beginnt mit dem Fasten und setzt sich mit der Produktion von Spermidin fort", erklärt Dr. Nils Gassen von der Uni Bonn.

Quelle: Universitätsklinkum Bonn