
Erreichen KI-generierte Influencer Risikogruppen mit präventiven Botschaften? Dieser Frage ist eine Pilotstudie des Deutschen Krebsforschungszentrum nachgegangen (DKFZ). Das Resümee: KI-gesteuerte Influencer seien eine zeit- und kosteneffiziente Möglichkeit, eine gezielte Altersgruppe mit Präventionsbotschaften zu erreichen.
Studie
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat in einer Pilotstudie das Potential von virtuellen Influencern zur Verbreitung von Botschaften zur Krebsprävention untersucht. Dazu wurde mithilfe Generativer KI eine Influencerin namens „Wanda“ entwickelt. Auf Instagram informierte sie über die wichtigsten vermeidbaren Krebsrisikofaktoren.
Es wurden fünf Instagram-Posts zu folgenden Themen erstellt:
- Rauchen
- Übermäßige Sonnenexposition
- Ungesunde Ernährung
- Alkoholkonsum
- Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV)
Jeder Beitrag wurde mit 20 Euro beworben. Zur Hälfte mit einem zielgerichteten Algorithmus, der auf Alter und Interessen abgestimmt ist und zur anderen Hälfte mit einem automatisierten Algorithmus. Dieser basiert auf einer Optimierung durch Instagram. Das Webebudget betrug insgesamt 100 Euro. Die Forscher*innen untersuchten den Erfolg der Kampagne anhand der Reichweite und der Altersverteilung der erreichten Nutzer.
Ergebnisse
Mit minimalem finanziellem und zeitlichem Aufwand konnte eine gezielte Altersgruppe angesprochen werden. Die Kampagne erreichte insgesamt 9902 Nutzer innerhalb von 10 Tagen. Dabei behandelte der Post mit der geringsten Reichweite die übermäßige Sonnenexposition (937 Nutzer), während der Post zur HPV-Impfung die höchste Reichweite erzielte (2528 Nutzer).
Die auf Alters- und Interessenprofile abgestimmte Werbestrategie erreichte überwiegend junge Erwachsene (18-34 Jahre), während die automatisierte Strategie auch ältere Zielgruppen ansprach (+35 Jahre).
„Die Prävention von Krebs scheitert oft an begrenzten Budgets. Unsere Studie zeigt, dass sich durch KI völlig neue Möglichkeiten eröffnen – insbesondere für Organisationen mit knappen Ressourcen“, so Titus Brinker vom DKFZ.
Fazit
Künstliche Intelligenz ermöglicht präventive Gesundheitskampagnen auch mit knappen Ressourcen. Mithilfe von Generativer KI und zielgerichteter Werbung kann eine breite Risikogruppe angesprochen werden. Die Forscher*innen betonen aber auch die Notwendigkeit von ethischer Transparenz bei KI-generierten Inhalten.
Weitere Studien widmen sich nachhaltigen Kampagnen mit größerem Budget, unter anderem auch zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen. Es soll auch untersucht werden, wie das Vertrauen der Nutzer in virtuelle Influencer den Erfolg der Kampagne beeinflusst.


